Aus dem Unterricht des CAS Digital Finance berichtet Philippe Reimann:

Im heutigen Kurs ging es um die Thematik “Digital Strategy – How to Win in FinTech and Close the Strategy-To-Execution Gap”. Geweckt und begrüsst wurde die Digital Finance Community durch Dr. Daniel Diemers, seines Zeichens Partner bei PwC und PwC-FinTech-Verantwortlicher für die Schweiz, und Dr. Laura Salm, ihres Zeichens Senior Associate und Blockchain-Expertin bei PwC.

Dr.Daniel Diemers

Dr. Daniel Diemers kicks off the morning session

First: Strategy That Works in Digital

Im ersten Themenblock ging es um “Strategy That Works in Digital”. Daniel hat diesbezüglich im Wesentlichen auf das soeben erschienene Buch „Strategy That Works” von P. Leinwand und C. Mainardi Bezug genommen. In diesem wird der Frage nachgegangen, was erfolgreiche von nicht erfolgreichen Unternehmen unterscheidet. Für diesen Zweck wurden 14 Firmen genauer unter die Lupe genommen. Die daraus gezogenen Schlüsse sind im Buch zusammengefasst.

Einleitend wurden die wichtigsten, teilweise überraschenden Erkenntnisse einer breiten Umfrage zum Thema “Fit for Growth”, die bei mehr als 4400 Senior Executives durchgeführt wurde, aufgezeigt.

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Dann wurden die 5 Punkte besprochen, weshalb es vielen Unternehmen nicht gelingt, die festgelegte Strategie in die Tat umzusetzen.2016-05-10 22.07.54

Anschliessend wurde der Ausweg aus dem “Strategy-To-Execution Gap” aufgezeigt. Es sind dies die folgenden 5 Stufen, von Daniel und den Strategie-Gurus oft auch  “stairway to heaven” genannt – Led Zeppelin lässt grüssen 🙂 .

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Second: How to Win in FinTech

Im zweiten Themenblock ging es um das Thema “How to Win in FinTech”. Zuvor wurde aber noch ein kurzer Überblick über das Schweizer FinTech-Ökosystem gegeben:

Daniel zeigte im zweiten Themenblock eindrücklich auf, welche Wege es für etablierte Institutionen gibt, um von den FinTechs zu profitieren:

  1. Kooperieren: Kombination fremder Agilität und Innovationskraft mit eigener Markenstärke und Kundenbasis
  2. Kapital investieren: Akquisition und Eingliederung des neuen Geschäftsmodells in eigene Strukturen (e.g. BBVA mit Simple, einer US-Online-Bank mit dem Ansatz “one size fits all, simplicity”)
  3. Kopieren: Interne Etablierung und beschleunigte Entwicklung des Geschäftsmodells durch eigene Ressourcen (e.g. SIX und Paymit)

Die Relevanz der jeweiligen Handlungsoption richtet sich nach der Stufe der Bank im Innovationsprozess. Man unterscheidet 4 verschiedene Innovationsstufen:

  • “Enquire” – Banken, die Nachholbedarf erkennen => Kooperieren, kopieren ist angesagt
  • “Accept” – Banken, die aufgrund der Marktveränderung bereits an Innovationen arbeiten => Kooperieren, kopieren ist angesagt
  • “Adapt” – Banken, die ihr Geschäftsmodell an neuen Markttrends ausrichten => Kapital investieren, kooperieren ist angesagt
  • “Innovate” – Banken, die proaktiv nach Möglichkeiten suchen, den Markt zu verändern (z.B. durch Gamification) => Banken wie die BBVA benutzen von Vorteil die Handlungsoption “Kapital investieren”

Third: RoboAdvisory & Blockchain

Den dritten Themenblock über “RoboAdvisory & Blockchain” hat Laura beschritten. Es wurde eine gute Einführung in die Blockchain-Thematik gegeben. Die folgenden 7 Thesen für Finanzinstitute zur Blockchain Technology wurden im Detail erläutert und mit Beispielen untermauert.

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Das Thema RoboAdvisory konnte aufgrund der knappen Zeit leider nicht mehr in Angriff genommen werden. Schade! Trotzdem wurden die beiden Referenten mittels tischeklopfender Beifallsbekundung gebührend verabschiedet. Zum Schluss teilten Daniel und Laura mit, dass sie auf ihre “Gage” verzichten und stattdessen die anwesende Digital Finance Community auf ein Runde Drinks einladen (date to be fixed). Cooler Zug! … und an dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön für den informativen Vormittag! Digital Finance rocks – definitely!