Aus dem Unterricht des CAS Digital Masterclass mit Sven Ruoss berichtet Urs Gähwiler.

Sven Ruoss ist ein durch und durch trainierter Social Media Profi, welcher uns die Welt des Digital Social Media präsentiert. Gegliedert sind seine Inputs wie folgt:

  • Einstieg – Allgemeine Gedanken zu Social Media
  • Bedeutung des Begriffs – Gründe für den Erfolg und Motivatoren
  • Die wichtigsten Social Media Plattformen
  • Personal Branding
  • Do’s & Dont’s
  • Take-aways

Einstieg – ein paar allgemeine Gedanken

Wir spüren und wissen es alle: Wir nutzen die Medien anders als noch vor wenigen Jahren. Mit einer ausführlichen Folienreihe untermauerte Sven Ruoss die gewaltige Veränderung. Die Verbreitung von Geräten und Apps stieg exponential an. So gibt es heute weltweit mehr Mobiltelefone als Zahnbürsten. Dies ist die Grundlage des Social Media.

Wo liegt der Ursprung? Im Kern geht es den Menschen um dieselben Bedürfnisse wie zu Zeiten der an die Felswände malenden Höhlenbewohner: Es geht darum, Menschen Geschichten zu erzählen. Oder ganz einfach, um Kontakte zu pflegen und Wissen auszutauschen.

Heute werden diese Bedürfnisse in der Digitalen Welt erfüllt. Dabei verhalf das Smartphone dem Social Media zum eigentlichen Durchbruch. Überall verfügbar, sofort einsatzbereit um sich mitzuteilen und Teil der Welt zu sein. Jüngere Generationen nutzen diese Möglichkeiten erwartungsgemäss häufiger als ältere Generationen. Letztere gewöhnten sich in jungen Jahren andere Kommunikations-Gewohnheiten an, wie z.B. Telefonieren. Im Gegensatz telefoniert beispielsweise mein Sohn mit 12 Jahren nur dann, wenn seine Kollegen digital “off the world” sind.

Mediennutzungsverhalten, aus PPT Sven Ruoss

Social Media Nutzung nach Alter

Bedeutung des Begriffs – Gründe für den Erfolg

Was bedeutet Social Media? Manuel P. Nappo vom Institute for Digital Business der HWZ Zürich bringt es auf den Punkt:

Social Media is people talking with people, about things they care.

Viele Persönlichkeiten haben ihre eigenen Definitionen kreiert. Detailliertere Ausführungen findet man unter anderem im Wikipedia.

Weshalb wurde Social Media zum Erfolg? Die Antwort klingt simpel: Social Media bietet zu allen menschlichen Bedürfnissen eine Plattform.

Digital Social Media, Facebook, Twitter, Linkedin, aus PPT Sven Ruoss

Social Media Plattformen im Kontext der menschlichen Bedürfnisse. Quelle: Präsentation Sven Ruoss.

Im Netzwerk pflegen Menschen ihre Identität, Beziehungen zu Menschen, die sie mögen, und Wissen. Die zugrunde liegenden Motivatoren sind:

  • Erwartungshaltung zur gegenseitigen Hilfe: ich trage etwas zum Netzwerk bei und kriege umgekehrt Informationen zurück.
  • Anerkennung: Der Beitragende erwartet und erhält in der Regel eine Reaktion, was ein gutes Gefühl vermittelt.
  • Einflussnahme: Mit den persönlichen Mitteilungen glaubt oder hofft eine Einzelperson, bei anderen eine Wirkung ausüben zu können.
  • Community: Menschen sind soziale Wesen und gehören gerne Gemeinschaften an. Sie suchen den Austausch innerhalb dieser Gruppen.

Die wichtigsten Social Media Plattformen

Social Media World, Mediennutzungsverhalten, Facebook, Youtube, Twitter, Linkedin

Verbreitungsgrad der Social Media Plattformen. Quelle: https://wearesocial.com/special-reports/digital-in-2017-global-overview – Januar-Report, Seite 46.

Weitere Analysen findest du auch unter https://www.slideshare.net/wearesocialsg/digital-in-2017-global-overview?ref=https://wearesocial.com/special-reports/digital-in-2017-global-overview.

Details zu den Plattformen

  • Facebook: 3.77 Mio. Nutzer in der Schweiz – hohe Reichweite, bindet die Benutzer langfristig, grosser Unterhaltungsfaktor, erzielt einen viralen Effekt, firmenfreundlich und gute Analytics-Möglichkeiten. Tipps zur Nutzung von Facebook siehe im Blog von Priska Feichter: https://www.hwzdigital.ch/10-facebook-tipps-die-jeder-social-media-manager-kennen-sollte/
  • Youtube: hohe Verbreitung, 78% aller digital Natives nutzen YouTube, einfache Nutzung ohne Registrierung, kostenloses Hosting, gut in Google-Suchresultate eingebunden
  • XING: für berufliches Netzwerk im deutschsprachigen Raum, nehme ich als Nachahmer von Linkedin wahr.
  • LinkedIn: für das berufliches Netzwerk international, einfach handzuhaben, Stellensuche und -Vermittlung.
  • Instagram: vernetzt mit Facebook, kreativ und einfach, visuelles Marketing, von jüngeren Generationen gegenüber Facebook bevorzugt, reine mobile Anwendung.
  • Twitter: Einweg-Kommunikation in Echtzeit, ideal für News, einfachst handzuhaben, nur kurze Aufmerksamkeits-Spanne.
  • Snapchat: Das Tool der Digital Natives, Spassfaktor, kreativ.

Tipp: Zu allen Anwendungen findest du auf www.hwzdigital.ch lesenswerte Blogs!

Personal Branding

Das Personal Branding bezeichnet die Darstellung seiner eigenen Person im digitalen Netzwerk. Nahezu selbsterklärend ist, dass das digitale Abbild der realen entsprechen soll. Damit kann man eine Person unabhängig des Kontaktkanales klar einordnen.

Das Personal Branding führt im beruflichen Umfeld zu einem Paradigmenwechsel: Früher stand das Unternehmen im Mittelpunkt. Heute kann ich mich als Mitarbeiter ins Zentrum stellen. Dies birgt Chancen insbesondere auf dem Arbeitsmarkt.

Sobald du Zeit hast, dich mit diesem Muss-Thema auseinanderzusetzen, empfehle ich dir diesen Blog von Andrea-Peter Schlegel. https://www.hwzdigital.ch/personal-branding-in-the-digital-age-2 und beachte die nachstehenden Do’s & Dont’s.

Do’s & Dont’s

Um das toll aufgebaute Personal Branding nicht zu Nichte zu machen, empfiehlt es sich, klare Verhaltensregeln zu definieren. Was darf ich und passt zu meiner Person oder was lasse ich besser sein. Wenn du im Netz agierst, überlege dir persönlich, wie du mit folgenden Themen umgehst:

  • Relevanz: Welche Inhalte haben für meine Community eine Bedeutung?
  • Kinder: Welche Rolle spielen sie in meinen Inhalten, sind sie mit Foto erkennbar?
  • Politik: Spielen Statements von mir eine Rolle?
  • Darstellung: Wie stelle ich mich dar mit welchen Bildern? Was will ich für ein Bild abgeben?
  • Erlaubnis: Ist es ok, wenn ich andere Personen in meiner Community erwähne?
  • Zeitpunkt: Wann macht es Sinn zu kommunizieren, wann besser nicht, weil ich z.B. nicht in guter Verfassung bin?
  • Indiskretion: Was gehört nicht ins Netz? Müssen alle alles wissen?
  • Mut und Risiko: Kommuniziere nur das, dessen Reaktionen du ertragen magst.

Take-aways

  • Alle Branchen werden von der digitalen Disruption erfasst.
  • Ab 2020 bilden die Digital Natives eine Mehrheit in der Arbeitswelt.
  • Erfolg haben werden nicht die Intelligenten und die Starken. Sondern diejenigen, die sich dem Wandel am besten anpassen können.
  • Disruptiere dich selber, sonst macht es ein anderer.
  • Live begins at the end of your comfort zone. Welcome!
Social Media, HWZ Digital Masterclass, Personal Branding

Comfort zone – wo befindest du dich? Quelle: Präsentation Sven Ruoss.

 

Learned effects

Sich erfolgreich in Social Media darzustellen bedarf einiger vorausgehender persönlicher Überlegungen. Wie stelle ich mich dar und welche Inhalte will ich auf welchen Kanälen verbreiten.

Danke an Sven für die zahlreichen Inputs!