Der folgende Blog-Beitrag über die Digitale Transformation wurde von der Studentin Anita Lamprecht im Rahmen des CAS Legal Tech verfasst. Er enthält subjektive Färbungen. Verantwortlich für die Bewertung ist der Studiengangsleiter Ioannis Martinis. Redigiert wurde der Beitrag von der Redaktion des Institute for Digital Business.

Anfang März startete der brandneue CAS Lehrgang Legal Tech. Eingangs führt uns ein atemberaubender Deep Dive in die Welt von Legal Tech. Dabei lernen wir Begriffe wie Explainable AI, Distribution Ledger Technology und Digitale Transformation kennen. Überraschenderweise stehen aber nicht die digitalen Technologien im Zentrum des Kurses. Vielmehr lautet das Mantra:

Im Zentrum steht immer der Faktor Mensch.

Offenkundig drängt sich hier die Frage auf: Bin ich im falschen Kurs? Oder habe ich irgendetwas überhört? Kurzum: Warum steht der Mensch im Zentrum?

Digitale Transformation: Alles nur eine Frage der Einstellung?

Im Folgenden geben Sandra Bello und Simon Erdmann dazu Antwort. Das Thema des Vortrags lautet: Digitale Transformation. Eine Strategie zur Anpassung von Unternehmen an neue Umweltbedingungen. Die zentrale Frage dabei lautet:

Was ist das Problem, das gelöst werden muss?

Richtigerweise stehen die Bedürfnisse der Menschen im Vordergrund. Erst im nachfolgenden Schritt geht es um den Einsatz von Technologien. Gerade dieses Mindset entscheidet massgeblich über den Erfolg einer Digitalen Transformation.

Wie findet man das Problem?

Die Suche nach der Antwort führt in die sozialen Netzwerke. Bislang blieben viele Kundenbeschwerden unbeachtet. Dank des Netzwerkeffekts gewinnt die Meinung der Kund:innen zunehmend an Bedeutung.

Der Einfluss von Social Media in der Digitalen Transformation.

Quelle: istockphoto.com (Bild: photoschmidt)

Daten ermöglichen Erkenntnisse

Um die Bedürfnisse rasch zu erkennen, brauchen Unternehmen Echtzeitdaten. Intelligente Software wandelt diese Daten in Informationen um. Dadurch entsteht neues Wissen. Die Basis für neue Erkenntnisse.

Erfahrungen verändern Leben

Erfolgreiche Unternehmen wie Apple oder Netflix zeigen, wie man Kund:innen bindet. Im Grunde genommen soll das Produkt an die Bedürfnisse der Menschen angepasst werden. Ein beliebtes Beispiel ist der iPod von Apple. Apple erkannte den Bedarf an abwechslungsreicher mobiler Musik. Der iPod füllte diese Lücke. Umso erfolgreicher war der nächste Entwicklungsschritt. Die Erweiterung um den Online-Streaming-Dienst. Somit war der Musikzugriff top aktuell. Wer einen iPod hatte, war Teil der Apple-Community. Dadurch entstand eine emotionale Bindung zwischen dem Unternehmen Apple und seinen Kund:innen.

Digitale Transformation und Agilität

Bedeutend ist, dass Unternehmen diese Bindung als etwas Lebendiges behandeln. Statt ein Produkt zu verkaufen, erbringen sie fortan einen Service. Im Vordergrund steht agiles, d. h. flexibles, aufmerksames Handeln. Folglich muss sich das Angebot laufend an die Bedürfnisse anpassen. Nur so schafft ein Unternehmen den Schritt vom blossen Überleben zum Anpassen. Das Industrial Internet of Things ist ein konkretes Beispiel aus der Industrie.

Wie erfolgt die technische Umsetzung?

Mit dem Next-Generation Operating Model. Zuerst bringt man analoge und physische Quellen in digitale Form. Idealer Weise abgespeichert in einer Cloud. Hierdurch sind die Daten unternehmensweit nutzbar. Anschliessend werden die geeigneten Technologien gesucht. Dies erfolgt abhängig vom konkreten Problem. Schliesslich befähigen die Informationen den Menschen zu neuen, kreativen Lösungen.

Exkurs: Blockchain

In diesem Sinne führen die Dozierenden die Distributed Ledger Technology als Beispiel an. Dank Elon Musks flatterhaftem Twitter-Verhalten besser bekannt als Blockchain. Mit anderen Worten die Technologie, die hinter der Kryptowährung Bitcoin steckt. Ursprünglicher Zweck einer Blockchain ist die Ausschaltung der Intermediäre bei Zahlungsabwicklungen. Überdies hinaus kann diese Technologie noch viel mehr. Ein kreativer Einsatzbereich liegt in der Beweissicherung. So schützt sie beispielsweise den Beweis der wahren Herkunft von Edelsteinen. Damit wird der Handel mit Blutdiamanten und folglich die Ausbeutung von Menschen erfolgreich bekämpft.

Ökosysteme: was wir von der Natur lernen können

Der finale Geniestreich der Digitalen Transformation ist schliesslich die Einbettung in Ökosysteme. Ein Blick in die Natur verrät uns das enorme Potenzial von Synergien. Die Zusammenführung von Ressourcen eröffnet neue Denkansätze. Darüber hinaus ermöglicht es schnelles und agiles Handeln. So führen beispielsweise Allianzen von Marktgegnern zu Win-Win-Strategien anstelle von destruktiven Preiskämpfen. Kurz gesagt: Coopetition.

Woran Unternehmen scheitern

Beachtliche 70% der Digitalen Transformationen scheitern. Massgeblicher Fehler ist der falsche Strategieansatz. Unrichtigerweise stehen die digitalen Technologien im Vordergrund. Dabei wird die Suche nach den Problemen sowie der Faktor Mensch übersehen. Aber selbst das richtige Mindset ist kein Garant für das Gelingen. Etwa geringfügige Fehler bei der Migration der Daten in eine Cloud Umgebung können wesentliche Auswirkungen.

Die Zukunft der Arbeit

Die Rechtsbranche wird sich der notwendigen Veränderungen gerade erst bewusst. Parallel dazu wächst die Angst vor dem Jobverlust. Die Dozierenden greifen am Ende des Vortrags auch diese Thematik auf. Das Zusammenwirken von Mensch und digitaler Technologie bringt spannende neue Tätigkeitsfelder. Wesentliche Voraussetzung ist wiederum die richtige Einstellung. Technologien sind nur Hilfsmittel. Ihr Zweck ist die Förderung des menschlichen Potenzials. Denn letztlich geht es immer um den Faktor Mensch.

Mensch und Technologie in der Digitalen Transformation

Quelle: istockphoto.com (Bild: Andrey Popov)