Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership zum Thema „Diversity matters“ mit Valérie Vuillerat berichtet Aline Amrein:

Normal ist allein die Tatsache, dass Unterschiede vorhanden sind

Im Zuge der digitalen Transformation können Unternehmen sich mittels Diversität Wettbewerbsvorteile verschaffen.

Eine strategisch heterogene Personalzusammensetzung erreicht eine höhere Vielfalt im Denken. Da Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und kulturellen Prägungen zusammengebracht werden, ist der erarbeitete Output – respektive die Innovationen vielseitiger. Dies erhöht ihre Durchsetzungschancen im Markt und garantiert so neue Markanteile.

Unternehmen, die Diversität planen und managen, werden als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen, in denen sich Leistung lohnt. Die Magnetwirkung zieht neues potentielles Human Kapital an.

Mit Diversität allein ist es jedoch nicht getan. Die Schwierigkeit liegt vielmehr darin die vielfältigen Anschauungen zusammenzubringen und zu managen, sodass diese Unterschiede als Bereicherung aufgefasst werden und alle Individuen daran teilnehmen können. Aufgabe der Führung ist es also, in allen Unternehmensbereichen entsprechende Strukturen und Unternehmenskultur zu schaffen. Diversität muss daher in der Unternehmensstrategie verankert sein. Die Mitarbeiter müssen den Ansatz verstehen und danach leben.

Die angesprochenen Unterschiede sind u.a. Merkmale wie Alter, Geschlecht, Nationalität, Religion, Herkunft, Gesundheit, Behinderung und sexuelle Orientierung. Dies sind Begriffe, die emotional sehr stark belegt sind und entsprechend Zündstoff für hitzige Diskussionen liefern können.

Auch unser Gespräch im Kurs beweist, keiner ist vollkommen wertefrei und jeder ist geprägt durch sein Umfeld und Erfahrungen. Wer gibt den Rahmen für Objektivität vor? Nach was orientiert sich ein Raster von richtig und falsch?

Managen und führen bedeutet auch sich selber immer wieder kritisch zu hinterfragen indem man seine Muster und Denkschemas versucht zu reflektieren. Unsere Wahrnehmung ist unbewusst oder teils sogar bewusst belegt durch ein bestimmtes persönliches Wertesystem. Unser Verhalten und die Entscheidungsfindung werden dadurch beeinflusst.

Stereotypen helfen einem eine komplexe Welt aufzubrechen und einfach überschaubar zu machen. Dies führt aber zu Vorurteilen und Voreingenommenheit bis sie durch eine neue Erfahrung wiederlegt und abgelöst wird.

Unconscious Bias
Eine kognitive Wahrnehmungsverzerrung, die zu Voreingenommenheit und entsprechenden Handlungen führt. Versuchen sie die subjektive Entscheidung, welches unser Hirn uns vorlegt zu erkennen und beiseitezulegen.

Ingroup Bias
Wir replizieren uns homogen. Jemanden, in dem wir uns selbst wiedererkennen, stellen wir (tendenziell) gerne ein.

The confidence gap
Männer tendieren sich zu überschätzen, Frauen hingegen zu unterschätzen – trotz objektiv gleicher Leistung.

Welche Wahrnehmungsverzerrung muss man überwinden, sodass eine faire und konstruktive Teamführung im Sinne von Diversität entstehen kann?

Be the change you want to see tomorrow – 5 Massnahmen

  1. Wir beurteilen den Wert eines Menschen für das ganze Team, nicht nur bezüglich seiner Fähigkeiten.
  2. Wir bauen eine Kultur auf, in der alle wachsen können und jeder eine Stimme hat.
  3. Wir sind uns unserer Filter (unconscious bias) bewusst – und motivieren andere ebenfalls dazu sich damit auseinanderzusetzen.
  4. Wir machen es berufstätigen Eltern einfach, im Job erfolgreich zu sein.
  5. Keine Toleranz bei herabsetzenden oder sexistischen Aussagen zeigen: wir intervenieren und verbünden uns.

Don’t ask what diversity can do for you, rather ask what you can do to foster greater diversity.