Aus dem Unterricht CAS Digital Leadership mit Valérie Vuillerat berichtet Jacqueline Fischer.

Valérie engagiert sich aktiv in der Schweizer Tech Szene und fördert die Diversität in Verschiedenen Bereichen, beispielsweise mit der Bewegung «We Shape Tech».

Einen Tag nach dem Weltfrauentag ist im Unterricht die Diversität das grosse Thema. Hast du gewusst, dass diversifizierte Firmen deutlich erfolgreicher sind?

Geschlechter diverse Firmen sind dabei rund 15% und ethnisch diverse Firmen rund 35% erfolgreicher als nicht diverse Firmen. Ein Grund mehr sich für die Diversifikation in Unternehmen einzusetzen.

Diversität bezieht sich aber nicht nur aufs Geschlecht und die Ethnische Herkunft. Diversität beinhaltet Alter, Geschlecht, Nationalität, Religion, Herkunft, Gesundheit, Behinderung, sexuelle Orientierung, Ausbildungsstand, Skillset.

Was sind die aktuellen Herausforderungen?

Unconscious bias / die unbewusste Voreingenommenheit

Der persönliche Hintergrund, die Erfahrungen, der kulturelle Kontext sowie gesellschaftliche Stereotypen haben einen unbewussten Einfluss auf unser Verhalten und unsere Entscheidungen. Selbst Entscheidungen, die wir aus unserer Sicht rein objektiv fällen, werden davon beeinflusst. Bei schnellen Entscheidungen oder Beurteilungen einer Situation werden wir davon meist noch stärker beeinflusst. Entscheide bezüglich Rekrutierung und Teamzusammenarbeit unterliegen den gleichen Einflüssen.

Ingroup Bias / Gruppeneffekte

Diese Gruppeneffekte sind am besten bei der Rekrutierung von neuen Personen zu sehen. Gruppen replizieren sich homogen. Das heisst wir stellen nur Personen ein, in denen wir uns selbst wiedererkennen. Die Wiedererkennung basiert dabei auf beispielsweise das Auftreten, die Ausbildung und das Aussehen. Um diese Gruppeneffekte zu verhindern muss man in der Unternehmung aktiv ein Bewusstsein fördern und wenn möglich Regeln aufstellen. So kann beispielsweise eine Regel aufgestellt werden, dass nicht mehr als zwei Personen ein vergleichbares demographisches Profil haben dürfen. Ebenfalls muss man sich bewusst werden, dass Unterrepräsentierte eine Förderung benötigen.

Was kann gegen diese Herausforderungen gemacht werden? Wie findet man diverse Mitarbeiter?

Um die Diversität zu fördern muss in Firmen das Bewusstsein gefördert werden. Dies Bedeutet, dass das Thema zum Dauerbrenner werden muss und allen Mitarbeitenden klar sein muss.

Ebenfalls ist es wichtig, die Bias wegzubekommen. Nur so kann die Diversifikation gefördert werden.

Als weiteres braucht es Mut. Mut um neue Wege zu beschreiten und beispielsweise Personen einzustellen, welche für den Job vielleicht nicht perfekt Ausgebildet sind, aber das richtige «Rucksäckli» für das Team und die entsprechenden Softskills mitbringt.

Zusätzlich muss die Rekrutierung neue Möglichkeiten prüfen um diverse Mitarbeiter anzusprechen. Dies kann beispielsweise über Meet-Ups erfolgen. Unternehmen können diese Besuchen oder eigene organisieren. An diesen kann man aktiv Personen ansprechen, um diese als Mitarbeiter zu rekrutieren.

All dies obenstehende kann nur funktionieren, wenn wir als Digital Leaders mit gutem Beispiel vorangehen und an der Diversität unserer Teams arbeiten.

Vielen Dank an Valérie für den spannenden Unterricht. «Diversity matters!» ist ein wichtiges Thema, welches uns in der nächsten Zeit (und in den nächsten Jahren) begleiten wird.