Aus dem Unterricht des CAS Multichannel Management mit Roger Stämpfli bloggt Gabriela Weibel:

Roger Stämpfli, Creative Director bei Aroma, zeigt uns anhand vieler Beispiele, dass ein guter Point of Sale gleichzeitig auch ein Point of Emotion sein muss, um eine Botschaft nachhaltig zu verankern.

Bei der Gruppenarbeit, bei der wir eine POS-Idee für die Vorweihnachtszeit im Park vor dem Globus entwickeln sollen, wird schon bald klar, dass es mit der guten Idee alleine nicht gemacht ist. Bei der Planung eines guten POS muss sehr viel mehr beachtet werden als zuerst angenommen. Es gilt, für den Kunden eine Erlebniswelt zu schaffen, dabei aber diverse Restriktionen und Vorgaben wie z.B. die Kosten, die Herausforderung mit der Temperatur oder den Kundenfluss zu berücksichtigen.

Vorgehen anhand von Checklisten

In der Präsentation werden uns diverse Checklisten in detaillierter Form zur Verfügung gestellt. Hier ein paar Auszüge: Bevor die Gestaltung eines POS in Angriff genommen werden kann, muss das Ziel definiert und der Standort genau analysiert werden. Hierbei zu beachten sind der Kundenfluss und das ganze Umfeld des geplanten POS (wer hat den POS nebenan, ist es eine temporäre Geschichte, zu welcher Jahreszeit?). Für die effektive Gestaltung des POS sind die Kosten und die Machbarkeit jederzeit im Auge zu behalten. Das Flowmanagement der Kundinnen ist bei der Gestaltung zentral. Wichtig dabei ist die Beachtung des Arena-Prinzips und der gezielte Einsatz von Farben, Formen und Materialien, z.B. um einen Eyecatcher zu schaffen.

Arena-Prinzip

Das Arenaprinzip, dargestellt als Skizze mit den drei Zonen: Sichtzone, Griffzone, Bückzone

Arena-Prinzip, skizziert von Roger Stämpfli

Das Arena-Prinzip zeigt die Rolle der unterschiedlichen Zonen an einem POS. So hat die höchstgelegene Streckzone nur eine visuelle Wirkung und die Sichtzone auf Augenhöhe soll für Artikel genutzt werden, die Kaufimpulse auslösen. In die Griffzone gehört die Ware zum Anfassen, wohingegen in der zuunterst gelegenen Bückzone nur schwere oder sehr auffällige Ware platziert werden soll.

Aroma-Toolbox als Kompass

Fazit: Die präsentierte Aroma-Toolbox kann als Instrument für eine erfolgreiche 3D-Kommunikation verwendet werden und kann immer wieder als Leitlinie beigezogen werden:

A = Aufmerksamkeit / Anregende Gestaltungsprinzipien
R = Rock’n Roll / Emotionen, die bewegen
O = Orientierung / Merkmale zur Orientierungshilfe
M = Mitmachen / interaktive Module
A = Aktion / mögliche Anreize zwischen Marke und Kunde

Kreativ Porno

Last but not least: Der „Kreativ Porno“-Exkurs von Roger Stämpfli zu den Grundelementen der Kreativität zeigt uns, dass gute Ideen ihren Ursprung oft in ganz einfachen Dingen haben können:

  • Kopieren und verändert imitieren ist erlaubt, dies zeigt das Beispiel der Krönchenhalle-Bar
  • Schon nur die Grösse zu verändern, gibt einem Element eine viel grössere Aufmerksamkeit, so z.B. die Riesenente im Hafen von Hong Kong, die zu einem Besuchermagnet wurde
  • Was einzeln völlig banal wirkt, kann in der Menge eine grosse Wirkung haben -> more is more
  • Unerwartete Farben erzeugen Irritation und Aufmerksamkeit
  • Ein Element erregt Aufmerksamkeit, wenn es in einen anderen Kontext gestellt wird – wer erwartet beispielsweise einen Leuchtturm auf dem Oberalppass?