Vom dritten Tag der Studienreise nach Tallinn des CAS Digital Masterclass berichtet Sandro Scalco:

Am dritten und letzten Tag unsere Studienreise ging es im gleichen Stil weiter, wie der letzte Tag geendet hatte. Wir hatten die einmalige Möglichkeit, uns mit folgenden Persönlichkeiten aus der Regierung und dem Privatsektor auszutauschen:

Das interessante an diesen drei Personen, ist der Bezug zur Schweiz. Doch dazu in den folgenden Abschnitten mehr:

INZMO | „Wir wollen das Red Bull unter den Versicherungen sein…“

… das waren die Schlussworte eines sehr spannenden Vortrages von Meeri. Die sympathische Gründerin von INZMO nahm sich den Morgen für uns Zeit, um von Ihrem Startup zu erzählen. Wir trafen uns dazu wieder im Lift99, wo wir uns inzwischen schon fast wie zu Hause fühlten.

Sie stellte uns INZMO vor, wie sie damit Geld verdienen und auf welche Bereiche sich INZMO fokussiert. Ebenfalls zeigte sie uns ihre Erfolge und weiteren Schritte mit INZMO auf. Wobei wir auch gleich beim Bezug zur Schweiz sind. So investierte die Helvetia Versicherungsgruppe im letzten Jahr einen einstelligen Millionenbetrag in INZMO. Wir Kunden aus der Schweiz kennen INZMO aus dem Interdiscount, wo sie das Garantiehandling übernehmen. Einmal mehr war es sehr eindrücklich, wie offen die Gründerin mit uns über ihr Geschäft sprach und unsere Fragen mit Freude beantwortete.

Government CIO Office | „Every Ministry is also an IT Ministry“

Mit dem Uber Taxi gings kurzerhand zur Vertretung vom CIO Office im Regierungsgebäude von Tallinn. Wir fanden uns in einem kleinen Meetingraum im grosszügigen Eingangsbereich ein und Sandra legte gleich mit ihrem Vortrag los. Aufgrund eines Terminkonfliktes hatten wir nur 30 Minuten Zeit, bis Sandra einen polnischen Staatsvertreter in Empfang nehmen durfte. So erzählte sie uns einiges über die Regierung und wie diese digital funktioniert. Die wichtigsten Takeaways aus ihrem Vortrag waren:

  • Die Vision/Strategie kommt zwar vom CIO Office. Es wird jedoch kein klassischer Top Down Ansatz verfolgt, sondern alle nehmen an der Debatte teil. Was, wie sie es nennt, einem „horizontal, bottom-up & top-down“ Modelmix gleicht.
  • Somit verstehen wir auch die Überschrift dieses Absatzes besser. Denn jedes Departement steht in der Verantwortung, wenn es darum geht etwas Digitales in ihrem Bereich hervorzubringen. So zum Beispiel bei eHealth:  „the ministry of social affairs has to drive this, or when we talk about eJustice the minister of justice has to drive this“. Damit wird auch klar, wie es möglich ist, dass 99% der Dienstleistungen online verfügbar sind.
  • Da sie in der Verwaltung zu klein sind, arbeiten sie sehr stark mit der Privatwirtschaft zusammen und schicken diese Firmen auch in andere Länder, um Anfragen à la: „Wie macht ihr das? Wir wollen das auch genauso!“, zu beantworten.

Ach ja, Sandra hat in Lausanne studiert, was den Schweizer Bezug vom heutigen Tag noch weiterführt.

Andreas Lehmann | „Der Vorteil soll für sich selbst sprechen“

Der Lunchbreak dauerte heute ein wenig länger als geplant, daher liessen wir die Arbeit an den Business Modellen auf der Seite und starteten mit dem Vortrag von Andreas in den Nachmittag. Der fast schon bescheidene Mann, hat sich, wie schon alle Personen, die wir bis anhin getroffen haben, überdurchschnittlich viel Zeit für uns und unsere Fragen genommen.

Er erzählte uns von seinen letzten 20 Jahren in Estland. Wie er es als Projektleiter aus der Schweiz zu der Person wurde, welche für die ganze Infrastruktur und Konzeption der X-ROAD und somit auch für den Erfolg des eGovernment in Estland verantwortlich ist. Mit seiner authentischen Art erklärte er uns, warum in Estland das eGovernment zum Fliegen kam und warum Finnland nicht denselben Erfolg damit hatte.

Für mich ist Andreas ein bisschen wie Buzz Aldrin, den man einfach mal auf den Mond geschickt hat und er anschliessend auf sich selber angewiesen war.

Zum Abschluss des Tages setzten wir uns nochmals für über eine Stunde zusammen, um den Final Pitch für den Samstag vorzubereiten. Wir durften heute sehr viel positive Energie aufsaugen und ich bin gespannt, wie sich das auf unsere Präsentationen von morgen auswirkt.