André Kunz und Roberto Cozzetto fassen den dritten Kurstag des CAS Digital Leadership zum Thema «Agile Leadership» zusammen. Der Vormittag ist gespickt mit Grundlagenwissen, welches am Nachmittag mit hochkarätigen Praxisbeispielen vertieft wird.

Zeit, Geld und Projektumfang heissen die Eckpunkte des magischen Dreiecks im Projektmanagement. Mit dem althergebrachten Wasserfallmodell liegt der Fokus auf dem Projektumfang. Mit dem Resultat, dass diese Projekte oftmals zu lange dauern und zu viel kosten. Und: ein Grossteil der realisierten Features wird kaum je gebraucht.

Agile Vorgehensweisen drehen den Spiess um: Der Schwerpunkt wird auf die zur Verfügung stehende Zeit und Kosten gelegt, welche den Projektumfang definieren.

Agilität: Grundlagen

Das agile Manifest legt die Grundlagen für die agile Software-Entwicklung, welche jedoch auch für andere agile Projekte gelten:

  • Individuen und Interaktionen mehr als Prozesse und Werkzeuge
  • Funktionierende Software mehr als umfassende Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden mehr als Vertragsverhandlung
  • Reagieren auf Veränderung mehr als das Befolgen eines Plans

In der Praxis finden diese Grundlagen in Vorgehensframeworks wie Scrum und Kanban ihre Anwendung. Durch die agile Vorgehensweise werden rasch Resultate erbracht, welche dem Kunden ein Feedback ermöglichen und in die weitere Entwicklung einfliessen. Komplexe Features mit einem hohen Risiko werden früh im Projekt behandelt. Die Priorisierung der Funktionalität sorgt dafür, dass ein schneller ROI erzielt wird.

Agilität als Heilsbringer?

Viele Projekte werden als «agil» verkauft, obschon sie in sich kurze Wasserfall-Sequenzen sind. Wichtig ist die Erkenntnis, dass Agilität im Unternehmen einen Kulturwandel darstellt und auch nicht für alle Projekte die beste Wahl ist. Weiter braucht es ein hohes Engagement der internen und externen Kunden, damit auch das entwickelt wird, was sie benötigen.

Retrospektive und Key Learnings

Der Nachmittag startet mit einer kurzen Retrospektive auf die Key Learnings des Vormittags. Wir sind uns alle einig, dass die Komplexität in unserem digitalen Umfeld laufend zunimmt, daher lautet unser Auftrag: Komplexität reduzieren! Starte mit einem klar abgegrenzten Scope, erreiche diesen und verdiene dir damit Vertrauen – Stück für Stück, so wie man einen Elefanten verspeisen würde.

Was bedeutet überhaupt Leadership und was ist der Unterschied zum Management? Leadership heisst, dein Team für eine Aufgabe zu begeistern und gemeinsam das Ziel zu erreichen. Teams bestehen immer aus Menschen, und wer als Führungskraft keine Offenheit für diese Menschen und deren Umfeld hat, ist bestenfalls ein Manager, aber kein Leader.

Ein Leader hat Anhänger – ein Manager hat Untergebene.

In der Gruppenübung stellen wir Führung vor 10 Jahren (also klassisches Management) gegenüber zu Führung wie wir sie in den nächsten Jahren haben möchten – dem Leadership.

Management
Leadership
Arbeit im Fokus
Mensch im Fokus
Parallelen zwischen Armee und Wirtschaft
Bewusster Umgang mit Zeit für Mitarbeitende
Kommandieren, Kontrollieren, Korrigieren
Visionäre mit Herzblut
Do the things right
Do the right things

Die Erwartungen an eine Führungskraft von morgen haben sich verändert. Von Walter Schärer (Leiter Business Development bei search.ch), Philipp Schneider (Director eTechnology bei Phonak) und Jens Güthoff (CIO bei Kuoni) durften wir in den nachfolgenden Präsentationen erfahren, wie in ihren Unternehmen oder Projekten Agile Leadership gelebt wird. Dabei haben wir erkannt, dass «Agile» in jeder Organisation etwas anderes heisst. Wo für das Redesign von search.ch sogar Scrum als Methode zu langsam war, befindet man sich bei Kuoni noch im Change Prozess.

Wichtig ist auf jeden Fall, dass diese Transformation vom Management zur Leadership Top-Down stattfinden muss.