Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership mit Sandro Albin berichtet Sandro Santostefano.

Eine profunde Einführung in das Thema Campaigning, gepaart mit handfesten Praxisbeispielen und Live-Demos, bildeten den Hauptteil des Nachmittags mit Sandro Albin. Zum Schluss gab es noch interessante Insights zum Thema Verhaltensökonomie der Menschen.

Traktanden

  • Thesen
  • Plädoyer für die digitale Leader
  • Engagement Advertising / Live Demo
  • Behavioral Science

Die nachstehenden Thesen wurden in der Klasse diskutiert:

  1. Digitales Marketing zahlt nicht auf Brand Awareness ein.
  2. Video-Bewegtbild Werbung ist überbewertet und wird bewusst weggeklickt.
  3. Datengetriebene Werbung ist die Zukunft des digitalen Marketings!

Bei den ersten beiden Thesen gab es kontroverse Stimmen aus der Klasse. Die dritte These hingegen wurde einstimmig geteilt. Dies erklärt auch, warum gewisse Unternehmen organische Zukäufe im Markt tätigen, um an die Daten zu gelangen:

  • Mobiliar erwirbt die Hälfte an Scout24
  • Microsoft kauft Linkedin
  • Paymit und Twint spannen zusammen

Plädoyer für die digitale Leader

Digitales Marketing ist die Anwendung von Marketing-Strategien im Bereich der digitalen Medien. Alle Techniken, die zuvor im offline-Bereich verwendet wurden, werden imitiert und in der neuen digitalen Welt verwendet. In der digitalen Welt erscheinen neue Werkzeuge, wie die Unmittelbarkeit, täglich neue soziale Netzwerke, sowie die Möglichkeit von realen Messungen der eingesetzten Marketing-Strategien.

Die wichtigsten Fazits:

  • Werben, wo die Zielgruppe ist.
  • Die Wertschätzung für digitale Medien steigt rasant an.
  • Miss oder vergiss es!
  • Ohne Seele, kein Erfolg! – Ein schlechtes Produkt bleibt ein schlechtes Produkt!

Engagement Advertising

Sandro hat über 300 Kampagnen analysiert, seine Erkenntnis daraus war, dass es das WICHTIGSTE überhaupt ist, den User zu engagieren.

Als User Engagement beschreibt man im digitalen Marketing alle Aktionen, die ein User auf einer Webseite oder innerhalb einer App ausführt. Der häufig auch abgekürzt „Engagement“ genannte Prozess startet mit der Erfahrung, die der User macht, wenn er auf eine Webseite kommt oder innerhalb einer App startet – der sogenannten User Experience. Das Ziel der meisten Webseiten und Apps ist es, User längere Zeit auf der Seite oder im Angebot zu binden. Alle Aktionen und Interaktionen, die der User auf der Seite oder in der App ausführt, ergeben das Engagement – also die Summe aller Beschäftigungen des Users.

Das Verhalten der Nutzer auf der Landingpage wird analysiert, um die Engagement Time zu optimieren. Engagement Advertising eignet sich hervorragend, um Informationen und Wissen zu potentiellen Kunden zu transferieren und Meinungen und Kaufabsichten zu beeinflussen.

Warum Engagement Advertising?

Garantierte Informationsvermittlung

Um Informationen über ein Produkt oder über eine Dienstleistung zu vermitteln und damit Meinungen und Kaufabsichten zu beeinflussen, muss ein User sich aktiv mit einem Thema auseinandersetzen.

Optimierung

Optimiert nach der bestmöglichen Engagement Rate und kann damit den angestrebten Werbeerfolg der Informationsvermittlung garantieren.

Risiken eliminieren

Engagement Advertising eliminiert das Risiko des Werbekunden bezüglich Banner Blindness, schlechter Visibilität, hohen Absprungraten, unterschiedlichen Einkaufpreisen und unterschiedlichen Performances der Anbieter.

Spannende Inhalte

Die Abrechnungsart führt dazu, dass Inhalte spannend und User-freundlich aufbereitet werden müssen.

Voraussetzung für Performance

Die Informationsvermittlung ermöglicht eine nachgelagerte Performance.

Behavioral Science

Der Nachmittag wurde mit einem kurzen Exkurs zum Thema Behavioral Science abgerundet, welches im Zusammenhang mit dem Capaigning Thema gut zusammenpasst. Das Verhalten der Menschen kann systematisch beeinflusst werden. Wir haben 2 Methoden genauer unter die Lupe genommen:

Angering-Effekt

Ist ein Begriff aus der Psychologie für die Tatsache, dass Menschen bei bewusst gewählten Zahlenwerten von momentan vorhandenen Umgebungsinformationen beeinflusst werden, ohne dass ihnen dieser Einfluss bewusst wird. Die Umgebungsinformationen haben Einfluss selbst dann, wenn sie für die Entscheidung eigentlich irrelevant sind.

In anderen Worten bedeutet dies, gib den Menschen einen Anker und er wird sich in einem beliebigen anderen Kontext auf diesen Anker beziehen.

Probiere es aus: Gib einem Menschen die letzten 2 Nummer Deiner Natelnummer bekannt und frage danach, wieviel er bereit wäre für eine Flasche Wein zu bezahlen. Die Betrag wird ungefähr in der Höhe der erst genannten Zahl sein.

Die zweite Methode nennt sich:

Nudging

Nudging (Synonym für anregen, lenken, formen) ist eine verhaltensökonomische Methode, bei der versucht wird, das Verhalten von Menschen auf vorhersagbare Weise zu beeinflussen, ohne dabei jedoch auf Verbote, Gebote oder ökonomische Anreize zurückzugreifen.

Auch hier noch zwei Beispiele dazu:

Diese Toilette erklärt vereinfacht das Prinzip: Wie bringt man Menschen dazu, gute Entscheidungen zu treffen? Manchmal reicht eine Fliege oder ein Fußballtor im Pissoir. So funktioniert „Nudging“.

Der folgende Nudge wird seit über 28 Jahren erfolgreich gegen Vermüllung der Straßen und Landschaften in Texas angewendet. Zwischen 1986 und 1990 konnte so die Verschmutzung der Highways von Texas um 72% gesenkt werden.