Aus dem CAS Digital Finance bloggt Rino Holenstein:

Wohl dreht sich im ersten HWZ-Studiengang Digital Finance 2016 alles um Fintech und Digitalisierung, jedoch handelt es sich beim Begriff „F10“ für einmal nicht um eine der zwölf Funktionstasten des Keyboards. Auch ist damit nicht der F10 – Swissalpine Marathon in Davos gemeint, geschweige denn eine ausrangierte Vorgängerversion eines F18-Fliegers.

Nein, „F10“ ist DER Fintech Inkubator in der Schweiz, powered by SIX – beheimatet an der Förrlibuckstrasse 10 in Züri-West. Entsprechend gross war die Spannung der 23 Teilnehmenden am dritten Studientag auf einen erlebnisreichen und innovativen Exkurs in den „Brutkasten“ der Schweizer Fintech-Szene. Das schlichte, unmoderne Bürogebäude überraschte dann doch den einen oder anderen, während wir vor dem Haupteingang auf das Eintreffen der Kolleginnen und Kollegen warteten. Angekommen im zweiten Stock eröffnete sich uns eine neue, kreative Welt. Mit grossen, farbigen, von den Decken hängenden Vorhängen wurden die einzelnen Working-Areas unterteilt. Neben einer Pitching-Area im klassischen Stil mit Bühne, Beamer und Sitzmöglichkeit für das Publikum offenbaren sich auch unorthodoxe Elemente wie aus Holzpaletten erstellte Sitzgruppen, ein nicht den Standardnormen entsprechender Tisch-Tennis-Tisch Marke Eigenbau oder eine „Schmetterecke“ für Grossmutters ausgedientes Porzellangeschirr. (Ich konnte mir den Gedanken an einen modernen „Spielplatz für Erwachsene“ nicht verkneifen. Aber jede Stimulation hilft auf ihre Art dabei, kreativ zu sein.)

Keine Angst vor Selbstkannibalisierung!

Und dann ging es sogleich zur Sache. Nach einem kurzen Intro-Film zur Funktion der SIX im Finanzalltag konfrontierte uns Markus Graf (Head Innovation Management Global IT bei SIX) mit einer aktuell omnipräsenten Problemstellung im Digital Finance-Bereich: fehlende Innovationsbereitschaft oder auch „die Angst vor Selbstkannibalisierung“ unter den Banken und Finanzintermediären. Anhand der Innovationskraft der evolutionären Blockchain-Technology wurde uns das disruptive Potential bzw. der drohende „Hannibal“-Effekt vor Augen geführt. In Gruppenarbeiten konnten wir spielerisch Problemstellungen lösen und dabei genügend „Nein, aber …“ sowie „Ja, und …“-Lösungswege erarbeiten. Schnell wurde klar, dass neben Trend-Timing („if a trend becomes obvious, you are too late“) auch die Bereitschaft, Fehler zu machen, ein zentrales Element ist, damit nicht die erste, aber eine der unzählig folgenden Ideen die beste werden kann. So erblickte auch die erfolgreiche Bezahl-App paymit das Licht der Welt im F10-Brutkasten. Und das Kleinkind wächst und wächst. Thomas Landis (Innovation Field Manager Payment Ecosystem bei SIX) stellte sogleich mehrere geplante Innovationen vor, welche eine weitere Lücke in der Kundenerlebniskette schliessen und das Payment-Ökosystem schrittweise perfektionieren werden. So zum Beispiel:

  • Bezahlung im e-commerce mit QR-Code
  • Bezahlung am EFTPOS Terminal
  • paymit Business
  • InApp Bezahlmodus
  • u.v.m.

Nach einem kulinarisch hochstehenden „Bio-Pizza-Break“ waren wir bereit für die intensiven Mini Innovation Sprints, bei welchen wir zum bekannten Innovationsproblem gezielte Lösungen erarbeiten mussten. Dies in den Kategorien „Unternehmenskultur“, „IT-Kosten“ und „IT-Infrastruktur“. Dank der intensiven und guten Vorbereitung durch Ivo Ronner (Innovation Sprint Manager bei SIX) mit Elementen aus dem Design Thinking-Prozess, viel Kreativität und motivierter Gruppendynamik konnten wir uns bei den anschliessenden 5-Minuten-Pitches gegenüber den kritischen Fragen von Rino Borini und Markus Graf behaupten. So hatte auch Star Wars Robot „BB-8“ ein neues Zuhause bei Felix Hauser und seinem Siegerteam mit der „NEO-Bank“ gefunden.

Mit der Aufforderung von Markus Graf, nicht in der Komfort-Zone zu verharren (@rinoborini #Studiengelder) und uns eine lösungsorientierte, optimistische Denkweise anzueignen, beendeten wir den erlebnisreichen F10-Tag mit einem kleinen Apéro (und passend dazu mit einem own brand F10-Bier!). Herzlichen Dank!

Einige Impressionen: