Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management mit Thomas Hutter berichtet Esther Bürki:

Ganz ehrlich, bei Facebook fühle ich mich zu Hause. Seit Jahren poste, like, share ich, was mich bewegt, was mir unter die Finger und die Handykamera kommt. Unter meinen Freundinnen und Freunden bin ich die hyperaktivste Facebooklerin.

Mit Thomas Hutter (siehe Steckbrief unten) als Dozent wurde diese Erkenntnis grundlegend über den Haufen geworfen: nach nur einer halben Stunde wusste ich, dass ich nichts weiss, wie Facebook auch noch eingesetzt werden kann. Es gibt Hunderte von Möglichkeiten.

Facebook-Guru Hutter hat an der Hochschule für Wirtschaft  in Zürich (#hwzsmm) viel Aufklärungsarbeit geleistet. Die weiteren sieben Stunden waren eine geballte Ladung. Wir Social Media Management Spezialisten gingen völlig erschlagen nach Hause.

Aber beginnen wir von Anfang an. Tagesziel war es, den kommerziellen Einsatz von Facebook zu erlernen.

Tja, da geht’s um die Unterschiede der verschiedenen Bereiche von Facebook wie Gruppen, Seiten/Orte, Applikationen, von Offer Ads, Page Like Ads, Mobile Interaktion Ads, Premium Ads Logout Experience oder um mögliche Kostenmodelle wie CPC, CPM, oCPM oder FCPM. Schlaue Begriffe, die einem einen sturmen Kopf bereiten, die man aber mühelos nachschlagen kann.

Facebook Freunde kategorisieren

Etwas vom Wichtigsten im Umgang mit dem eigenen Account, schlug bei unserer Klasse wie eine Bombe ein. Es war die Erkenntnis, wie man sozusagen „Freunde“ kategorisiert, um die Privatsphäre individuell den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Kaum begriffen begann die halbe Klasse, ihre Freundeslisten durchzuackern und einzuteilen: eine recht aufwändige Aktion. Ich habe sie dann spät am Abend zu Hause zu Ende gebracht. Und siehe da, jetzt fällt das Sich-Befreunden im Facebook nicht mehr schwer. „Freunde“ aus geschäftlichen Beziehungen befinden sich in einer Reihe mit den wirklich guten Freundinnen und Freunden, mit welchem man alles teilt: bisher unvorstellbar. Ab sofort habe ich endlich kein bisschen Bauchweh mehr, dass meine Geschäftsfreunde zu viele Details aus meinem Privatleben über Facebook erfahren.

Wie dies funktioniert? Jeder „Freund“ kann in unterschiedliche Listen eingeteilt werden. Wenn ich meine Posts verfasse, überlege ich, bevor ich sie publiziere, welchen Listen ich das Leserecht für diesen Post erteilen möchte. Und fertig ist die ganze Hexerei.

Die zweite wichtige Erkenntnis aus Hutter’s Ausführungen war, dass der kommerzielle Facebook-Einsatz von Firmen nur Mittel zum Marketingzweck sein sollte. Sämtliche Handlungen sollten ein Business-Ziel verfolgen. Und nix anderes. Kein Wohlfühl-Tool für Firmen, die sich auch auf die Social Media Welle hieven wollen. Mit dieser cleveren Zielsetzung lässt sich in der Geschäftsleitung Geld für Facebook- Massnahmen sprechen. Garantiert. Sonst empfehle ich, Hutter selber vorbeizuschicken. Er regelt die Angelegenheit mit ein paar einleuchtenden Facts.

Aber vielleicht helfen nur schon die sehr hohen Nutzerzahlen von Facebook in der Schweiz, Deutschland und Österreich:

Folie Hutter

Es gäbe noch so viele spitzfindige Details von Hutter’s Wissensschatz auszuplaudern. Ich beschränke mich auf eine dritte und letzte wichtige Aussage:

Facebook Videos löst Youtube in Sachen Werbung ab

  1. weil man bei Video-Clips auf Facebook weiterführende Links mit Informationen einbetten kann, was bei Youtube nicht möglich ist.
  2. weil man auf Facebook nachverfolgen kann, wie lange ein User das Video anguckt und an welcher Stelle er abbricht.
  3. weil bei Facebook das Tracking von mobilen Interaktionen möglich ist.

Der zweite Punkt wird von Werbefachleuten bei der Schaltung von Werbefilmen am Fernsehen benützt, indem man vorher die Video-Clip-Varianten auf Facebook stellt und analysiert, welche am besten ankommt – mit Hilfe von Punkt 1. Die erfolgreichste Variante wird dann am Fernsehen geschaltet.

Als Schlussbouquet gibt’s hier Hutter’s Liste seiner sechs Best Practice Beispiele für gutes Facebook-Marketing:

  1. Samsung: http://goo.gl/I18e0w
  1. Brazilian Association of Organ Transplant: http://goo.gl/XT1sv0
  1. Take this Lollipop: http://bit.ly/oNmxPx
  1. Musée de la Grande Guerre:  http://goo.gl/KTH1fi
  1. Fiesta Hotel Group: http://bit.ly/WFOkyw
  1. Amnesty International http://goo.gl/nF7OlW

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Steckbrief Thomas Hutter:

Inhaber von Hutter Consult GmbH, Balterswil, organisiert Seminare und Workshops zu Facebook Marketing und Social Media, Dozent an (Fach)-Hochschulen in der Schweiz, Deutschland und Österreich.

Tolle Website mit 1000 nützlichen Tipps und Tricks: http://www.thomashutter.com/

Sehr interessanter Blog mit den aktuellsten Infos rund um Facebook, denn Hutter verfügt mit seinem direkten Draht in die Facebook-Zentrale in Dublin jeweils über die Informationen der bevorstehenden Neuerungen.