Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business mit Thomas Hutter berichtet Eva George:

Facebook und Mobile gehen Hand in Hand. So lernen wir es am 24. Oktober im Kurs bei Thomas Hutter an der HWZ. In der Schweiz nutzen über 3.5 Millionen Menschen Facebook und davon sind bereits 37 % Mobile ONLY unterwegs. 88 % benutzen die App (sowohl Desktop wie auch Mobile) und nur 13 % sind Desktop only unterwegs auf Facebook.

Die mobile App-Welt von Facebook ist daher vielfältig und facettenreich: Facebook Mobile App, Facebook Messenger App, Facebook Groups, Facebook Seitenmanager App, Facebook Ads Manager App, Facebook Home, Facebook Paper, Facebook Mentions, Facebook at Work …

Wie aber können wir Facebook für uns im Mobile Business einsetzen und für unser Projekt oder Geschäftsmodell einen Nutzen daraus ziehen? Dazu einige konkrete Beispiele: Social Log-in, Open Graph,  und Facebook Adds Payment:

Social Log-in (OAuth) für Mobile

Das Social Log-in ermöglicht es dem Endnutzer, sich auf Plattformen Dritter mit einem durch Facebook ausgeführten Log-in zu registrieren. Somit muss sich der Endnutzer nicht nochmals registrieren und ein neues Passwort kreieren, sondern kann seinen bestehenden Facebook Log-in nutzen.

Es empfiehlt sich, für die Nutzung eines Social Log-ins nur die Daten der Nutzerin abzufragen, die wir für die Autorisierung wirklich benötigen. Die Standardfreigabe, welche dem Minimum entspricht, beinhaltet Daten wie Benutzer ID, Name, Vorname, Nachname, Profil URL, Profilbild, Ländercode, Geschlecht, Alterskategorie und Zeitzone. Diese Freigaben benötigen erstens keine Überprüfung von Facebook und werden zweitens auch noch von 84 % der Nutzerinnen und Nutzer akzeptiert. Mit jeder weiteren Freigabe geht die Akzeptanz der Nutzerinnen und Nutzer im Schnitt um 3 % runter. Bei diesen Zahlen muss man sich aber auch bewusst sein, dass bekannte und respektierte Firmen mehr Informationen abfragen können als weniger respektierte Firmen. Ausserdem spielt auch der Nutzen der App eine hohe Rolle – ist der Nutzen extrem hoch, sind die User auch eher bereit, ihre Daten dafür freizugeben.

Open Graph

Open Graph oder auch Frictionless Sharing bedeutet, dass Facebook seinen Graph geöffnet hat, so dass man direkt aus fremden Apps etwas auf seiner Facebook-Timeline teilen oder liken kann. Ein typisches Beispiel ist das direkte Sharing des eigenen sportlichen Erfolges – gemessen auf Runtastic und direkt dank Facebook mit seinen Freunden geteilt. Dies erweitert den Bekanntheitsgrad einer App und ermöglicht eine soziale Weiterverbreitung über Facebook, welche direkt vom zufriedenen Nutzer selber gemacht wird.

Facebook Ads

Facebook Ads ermöglichen es einer Unternehmung, Reichweite auf Facebook zu generieren – mittlerweile wohl die einzige Möglichkeit überhaupt, um auf Facebook noch Reichweite zu erhalten!

Der Vorteil von Facebook-Werbung ist, dass diese an eine genau definierte Zielgruppe ausgespielt wird – viel segmentierter und gezielter als dies in vielen anderen Werbemedien überhaupt möglich ist. Die Zielgruppe kann über demografische und persönliche Merkmale definiert werden. Sie kann aber auch über Social Elemente definiert werden, wie zum Beispiel Likes & Interessen, Freundschaften, Aktivitäten und Absichten. Facebook bietet auch die Möglichkeit, mit Custom-Audiences oder Look-Alike-Audiences einer Firma die Zielgruppe auszuwählen. Auch Retargeting der eigenen Website-Besucherinnen und -Besucher später auf Facebook bietet sich als Zielgruppenauswahl an.

Facebook besitzt vielfältige Informationen über seine Nutzerinnen und Nutzer, so dass die Werbung sehr personalisiert und gezielt ausgespielt werden kann. Facebook weiss, ob wir gerade frisch verliebt sind oder unser Partner am anderen Ende der Welt lebt. Facebook weiss auch, ob wir eine Ausbildung machen, gerade umziehen, gerne kochen oder uns vorzugsweise an Luxusbrands halten. Dieses Wissen setzt Facebook durch diverse Pricing-Modelle in Geld um. Werbung kann nach Reichweite gekauft werden, es kann nach Cost per Mille und Cost per Click abgerechnet werden, Cost per Action oder oCPM (Optimized for Conversion). Bei der letzten Variante richten sich die Kosten pro 1000 Einblendungen optimiert auf das Kampagnenziel. Ist das Ziel, möglichst viele App-Installationen zu generieren, dann wird die Werbung an diejenigen Kundinnen und Kunden innerhalb der Zielgruppe ausgespielt, die dafür bekannt sind, dass sie auch Apps installieren. Je öfter eine App installiert wird, desto günstiger wird es. Natürlich hängt viel davon ab, wie gut die Zielgruppe gewählt wurde, wie die Werbung passt und wie massentauglich die App ist. Bei einer guten Umsetzung kann man bei einem Preis pro App-Installation zwischen 30 Rappen und 4.50 Franken liegen.

Zu bedenken:

Wenn man sich auf ein Businessmodell einlässt, welches Facebook einbindet, muss man sich bewusst sein, dass es sich um eine fremde Plattform handelt, die sich laufend weiterentwickelt. Mit diesen Veränderungen muss man laufend Schritt halten, ohne dass man sie kontrollieren könnte. Um diese Schwierigkeit etwas zu entschärfen, wurden vor ungefähr zwei Jahren Releases eingeführt. Damit garantiert Facebook die jeweilige Laufdauer der aktuellen API (Application Programming Interface) für zwölf Monate. Somit können sich die Entwickler der mit Facebook verbundenen Apps dieser Laufdauer anpassen und sind vor Überraschungen etwas sicherer.