Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management mit Thomas Hutter berichtet Nina Vetsch:

Facebook gilt als der Inbegriff für Social Media und es werden eine Unmenge an Statistiken, Zukunftsvisionen und Wegleitungen veröffentlicht. Gemäss Thomas Hutter, Inhaber von Hutter Consulting, sind diese mit Vorsicht zu geniessen, da viele Zahlen falsch interpretiert werden. Fest steht, dass Social Media und Facebook losgelöst nur bedingt funktioniert. Die Anbindung an das Tagesgeschäft, weitere Online-­Plattformen wie die eigene Website oder einen Blog sind gute Voraussetzungen um Social Media effizient einzusetzen. Ebenso wichtig ist es, auch offline dafür zu werben, dass man das Unternehmen auf Facebook und/oder anderen Social­Media­Plattformen findet.

Facebook Regeln

Zu beachten ist, dass Facebook in jedem Land unterschiedlich genutzt wird, je nach medialer Integration, Temperament, Einstellung und technischen Voraussetzung. Als Voraussetzung für alle Handlungen auf Facebook gilt, dass sämtliche Nutzungsbedingungen gelesen worden sind und auch beachtet werden. Facebook hat das Recht, bei Zuwiderhandlung die gesamte Seite inklusive der gesammelten Fans zu löschen.

Massnahmen und Kampagnen, die mit Social Media unterstützt werden oder sogar darauf aufbauen, sollten möglichst von Anfang an die Social-­Media-­Aspekte in der Planung miteinbeziehen. Gerade mit Facebook gilt es nicht ein bestimmtes Ziel zu erreichen, sondern den Kreislauf immer und immer wieder in Angriff zu nehmen um die Community aufzubauen und zu erweitern. Keine Interaktion der Community bedeutet auch wenig Reichweite und mit der Zeit auch den Tod der Seite.

AIDA

Einige praktische Tipps aus der Präsentation von Thomas Hutter:

  • Gut aufbereitete Bilder werden eher geteilt.
  • Bilder die via Handy hochgeladen werden, werden von Facebook in Sachen Reichweite bevorzugt.
  • Videos die direkt bei Facebook hochgeladen werden, werden im Gegensatz zu verlinkten YouTube­Videos ebenfalls von Facebook bevorzugt.
  • Jeder Post sollte verfasst werden «als wäre er der Letzte»; sprich, mit vollem Einsatz.
  • Wird für eine Facebook­-Applikation ein Like der Seite als Teilnahmebedingung verlangt («Fangate»), muss die Interaktion klar erkennbar sein und den User auch wirklich motivieren. Nur 3% kehren erneut auf die Seite zurück.
  • Vorsicht bei Applikationen: Es sollten auch immer Budgets für Korrekturen eingeplant werden.
  • Hat Ihr Unternehmen mehrere Standorte/Filialen und generiert mehr als 80’000 Franken Werbeumsatz auf Facebook im Jahr, so gibt es die Möglichkeit den Tab «Locations» einzusetzen, wie am Beispiel Medimax zu sehen ist.
  • Die Empfehlung für die Häufigkeit der Beiträge ist 0.5 bis 1 Beitrag pro Tag.
  • Wichtige Fragen zu Schritten oder auch Fragen der User, sind vor der Handlung/Beantwortung im Unternehmen zu klären. Die Corporate Communications bleibt immer ein Bestandteil der Social Media Strategie.
  • Die Gruppen-­Funktion auf Facebook ist für den gewerblichen Einsatz nicht zu empfehlen
  • Bei Veranstaltungen ist Folgendes zu beachten: Wenn Veranstaltungen als öffentlich deklariert wurden, kann das auch ein Risiko sein. Veranstaltungen bieten sich nur als Vermarktung eines Events an, aber nicht als Verwaltung. Die Zusage eines Users ist nicht zwingend verbindlich.
  • Beim Einsatz von Facebook-­Logos und ­Icons sollten unbedingt die offiziellen von Facebook verwendet werden: https://www.facebookbrand.com/ Noch sind zwar keine Konsequenzen spürbar wenn man Abwandlungen davon benutzt.
  • Für Unternehmen die im B2B stark sind, kann eine Facebook-­Seite bei den Themen HR, Recruting und Ausbildung unterstützend wirken. Das Ziel sollte in erster Linie «Fantertainment» mit Menschen sein und das Unternehmen als guten Arbeitgeber zeigen.

Erschreckend: Indem ein User ein Bild mit einer Seite markiert wird das Bild einer Seite sozusagen «untergejubelt». Aufgrund der Privatsphären-­Einstellung sehen dies jedoch nur seine Freunde. Verhindern kann man dies als Seiten-­Betreiber nur, indem man das Taggen der Seite deaktiviert.

Werbung auf Facebook

Werbetreibenden werden auf Facebook kaum Grenzen gesetzt. Fast jede erdenkliche Art von Text­/Bild­Anzeigen sind auf Facebook möglich. Die geforderte Interaktion kann auf das Ziel der Werbeanzeige abgestimmt werden. Auch die Bestimmung der Zielgruppe kann bis ins letzte Detail definiert werden. Die Kategorien für die Einschränkung auf die gewünschte Zielgruppe erfolgt aus den Interessen der einzelnen User. Je mehr ein User in seinem Profil angibt, umso genauer kennt Facebook die Zielgruppe.

Bei der zeitlichen Planung, dem Budget, der Auslieferungsart (CPM, CPC, etc) hat der Werbetreibende freie Hand. Einzig bei der Wort­ oder Bildwahl gelten immer strengere Bestimmungen. Bei der Bildwahl kommt Facebook dem Werbetreibenden aber entgegen und gibt Zugang zu Bildmaterial von Shutterstock, welches ohne zusätzliche Kosten für die Anzeigen verwendet werden darf.

Danach und auch während der Laufzeit einer Anzeige gibt Facebook die volle Kontrolle. Alle Details zum Erfolg der Anzeige oder der gesamten Kampagne werden in Tabellen und Graphen dargestellt und stehen zum Download als Excel zur Verfügung. Auch tägliche Benachrichtigungen per E-­Mail sind möglich.

Facebook kann man in der gesamten Marketing-Strategie ziemlich weit integrieren. So kann und sollte man nicht gerade einen ganzen Shop in Facebook aufbauen, aber es empfiehlt sich für seinen Online­-Shop Coupons auf Facebook auszustellen und den Shop durch Integrationen mit Facebook zu verknüpfen. Hier empfehlen sich besonders die Social Plugins von Facebook: https://developers.facebook.com/docs/plugins

The Google Killer

Als letztes hat Thomas Hutter «The Google Killer» aus dem Ärmel geschüttelt. Stellt man die Spracheinstellungen auf US­-Englisch, so kann in der Suche beispielsweise mit «People who like cars» nach genau dem gesucht werden. Ist eine solche Suche platziert, kann mithilfe der Filter­möglichkeiten auf der rechten Seite an den Details gefeilt werden. Das Zielpublikum kann noch nicht als ganzes angesprochen werden, aber man kann diese, soweit es die Privatsphären­einstellungen zulassen, einzeln anschreiben. Das hilft beim Anheuern von neuem Personal und vielleicht auch bei der Partnersuche ;­-)