Aus dem Unterricht des CAS Multichannel Management zum Thema Transmedia Storytelling schreibt Claudia Celio:

FROM STORY TO AUDIENCE: Storywelten und User Centered Design (UCD) in digitalen narrativen Formaten

Basierend auf dem Gedanken des Audience Centered Design in Kombination mit der Kreation von Storywelten entwickelt die Dozentin Lena Thiele (Autor und Creative Director der Berliner MIIQO STUDIOS UG) digitale narrative Erzählformen, die über verschiedene Formate und Plattformen ihr Publikum erreichen.

Sie gewährt uns anhand eines Beispiels aus der Filmbranche einen Einblick in die Konzeption und Produktion digitaler narrativer Formate. Das mehrfach ausgezeichnete Projekt netwars/out of CTRL  (2014, produziert durch Filmtank GmbH) besteht aus:

  • einer interaktiven Webserie
  • einer Fernsehdokumentation
  • einer interaktiven Graphic Novel App-Serie
  • sowie einer E-Book-, Audio-Book- und Papernovel-Serie
  • geplant ist zudem eine TV-Serie zum selben Thema (leider zurzeit on hold)

Case Study: netwars/out of CTRL

Lena Thiele geht in der Case Study auf die interaktive Struktur und die User Experience der 5-teiligen Webserie ein und beleuchtet die strategische Bedeutung der dokumentarischen Webserie im Rahmen der Transmedia-Strategie des Gesamtprojektes:

  • Wie wurde das Gesamtprojekt entwickelt?
  • Was war das Konzept der Webdokumentation?
  • Wie wurde dies in der Dramaturgie, aber auch in der Usability des Formates umgesetzt?
  • Welche Rolle spielt die Webdokumentation im Rahmen der Story World und der Release-Strategie des Gesamtprojektes von netwars/out of CTRL?
  • Welche Anforderungen stellt ein solches Format an die Entwicklung und Produktion, an Autor und Produzent?

Im theoretischen Teil zum Thema Storytelling zeigt sie anhand von Beispielen auf, warum überhaupt Geschichten erzählt werden und was die Kraft der Geschichten ausmacht. Ein immer noch überzeugendes Beispiel aus der Praxis ist die Milk Lovestory von Friends of the Earth, produziert von Catsnake, auch wenn mittlerweile bereits fünf Jahre alt.

In der Story World denken

Die Veränderung durch digitale Technologien und die neuen Erwartungen sowie das Verhalten des Publikums haben einen grossen Einfluss darauf, wie wir Geschichten erzählen. Klassische Distributionskanäle stehen in der heutigen Realität kaum mehr im Zentrum.

Es gibt neue Wege und Möglichkeiten, eine Geschichte zu erzählen, aber man muss viel spezifischer sein, um sein Publikum zu erreichen. Also: In Story Worlds denken und die User Experience als höchstes Gut anstreben!

3Cs_Pratten

Die 3 Cs von Robert Pratten

Transmediales Storytelling wird gemäss Robert Pratten über 3 Cs definiert:

  • Characters – die Wichtigkeit der Geschichte
  • Convenience – die Wichtigkeit, den richtigen Inhalt zur richtigen Zeit an das richtige Publikum zu kommunizieren
  • Community – die Wichtigkeit, Fans zu integrieren und zu belohnen

Um eine Antwort zu erhalten, wie eine Geschichte entwickelt werden soll, die das Publikum auch erreicht, müssen folgende Fragen ins Zentrum gestellt werden:

  • Was möchte ich erzählen? Finde den Kern deiner Geschichte!
  • Frage dein Publikum, wie es sich anfühlt. Finde den Grund, warum sich das Publikum für deine Geschichte interessieren soll
  • Welches sind deine konkreten Ziele? Entwickle deine Strategie!
  • Warum möchtest du auf mehrere Plattformen gehen? Der Prozess ist abhängig von der Strategie!
  • Was ist der konkrete Bedarf? Nutze User Centered Design (UCD) als Kernmethode

HenryFord

 

  • Stelle die richtigen Fragen und denke immer an dein Publikum
  • Technologie ist Teil des kreativen Prozesses
  • Arbeite in Kollaborationen und in interdisziplinären Teams
  • Show, don’t tell! Stay open to change
  • Entwickle und kreiere ein Erlebnis (Experience) für dein Publikum
  • Entwickle niemals für Plattformen und Geräte
  • Denke immer aus der Story World, nicht vom Produkt aus
  • Und zu guter Letzt: Stay playful!

Vielen herzlichen Dank, Lena. Es war ein äusserst spannender Tag!