Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management schreibt Oliver Frommenweiler:

 

Matthias Sala, Co-Gründer und CEO des Game-Studios Gbanga zeigte in seinem Referat auf, wie der gezielte Einsatz von Games zu einer erfolgreichen Social-Media-Strategie beitragen kann.

Jeder von uns ist ein Spieler. Egal ob FarmVille, Diamond Dash, Candy Crush Saga oder der simple Samstags-Jass: Wer noch nie ein Game online, auf dem Mobile Phone oder dem iPad gespielt hat, der werfe den ersten (Spiel)stein. In der Schweiz scheint das Gamen zwar noch mit einem sozialen Stigma behaftet, doch der Spieltrieb ist fst in jedem von uns tief verankert und wahrlich keine Invention der Social-Media-Generation. Was früher in Arcade Spielhöllen oder zuhause bei Brettspielen stattgefunden hat, hat nun lediglich den Weg in die neuen Medien gefunden.

Vom Nerd zum Casual Gamer

Online Spiele bedeuten für die Hersteller weniger Infrastruktur und weniger Kosten. Während früher die Viralität durch die Unterschiedlichkeit der Plattformen (Nintendo, PC, Mac, XBox etc) gebremst wurde, ist der Browser heute der kleinste gemeinsame Nenner. Die Folge: Die Game-Time von Kids ist massiv gestiegen. Der durchschnittliche Gamer ist übrigens 37 Jahre alt und weiblich. Von wegen 18 Jähriger Computer-Nerd: Der Casual-Gamer rückt mehr und mehr ins Zentrum der Hersteller.

Games sind nachhaltiger 

Doch wie lassen sich Games für Unternehmen gezielt in Social Media einsetzen? Der Spieltrieb hält den User bei Laune, bei der Marke und damit beim Produkt. Score-Vergleiche und Gift-Invites helfen, das Spiel zu sharen und so für eine breite Awareness zu sorgen. Ein kluges Game integriert die Botschaft des Unternehmens, motiviert zum ‘teilen’ und hat das Potenzial, süchtig zu machen. Damit ist ein Game marketingtechnisch gesehen um ein vielfaches nachhaltiger als eine Online-Anzeigen, Gewinnspiele oder andere Aktivitäten im Netz.

Alles dreht sich um den Compulsion Loop

Und wie kreiert man ein gutes Game? Die Mechanik von Spielen ist oft ähnlich. Was sich unterscheidet, sind die Umgebung, die Protagonisten und die Herausforderungen. Der Compulsion Loop ist der Schlüssel zum erfolgreichen Online-Game: Spielen – Verlieren – Spielerfahrung sammeln – Spielen – Gewinnen – Belohnung erhalten – grössere Herausforderung – Spielen – Verlieren usw. usf. Dabei kommt dem Balancing eine zentrale Bedeutung zu: Nicht zu schwierig, aber auch nicht zu einfach soll es sein, sodass der Spieler seine Strategie ständig anpassen muss.

Der gläserne Spieler

Neben den Einnahmen aus dem Verkauf der Apps tragen in vielen Games auch Werbe-Anzeigen oder In-App Käufe (zusätzliche Leben, Gegenstände, etc.) zum Umsatz bei. Das eingenommene Geld fliesst meist direkt wieder ins Marketing: Statistische Auswertungen bis ins letzte Detail ermöglichen eine stetige Optimierung der Spiele, z.B. zu welchem Zeitpunkt im Spielablauf die Wahrscheinlichkeit am grössten ist, dass der Gamer seine Freunde zum Mitspielen animiert – und damit die Werbebotschaft in seinem sozialen Netzwerk kontinuierlich verbreitet. Denn vor dem ‘Game Over‘ fürchten sich in diesem Falle Spieler und Marketer gleichermassen.