Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management schreibt Benno Schmid:

Zur Beruhigung vorweg: Einen richtigen Shitstorm hat die Schweizer Social Media-Welt noch nie erlebt. Und obwohl dieses Wort in der Zwischenzeit sogar als Begriff im Duden Eingang in den deutschen Wortschatz gefunden hat, soll hier von Empörungswellen die Rede sein. Abgesehen davon, passt das Bild der Welle hervorragend…

Wellen bäumen sich auf, fallen über einen her und flachen danach wieder ab. Zurück bleibt man mehr oder weniger überrascht und vor allem nass. Genauso ist es in den Social Media: Empörungswellen treffen einen unerwartet, sie sind kaum zu verhindern und flachen irgendeinmal wieder ab. Zurück bleibt ein mehr oder weniger grosser Reputationsschaden. Da es zu den Aufgaben eines Social-Media-Managers gehört, damit umgehen zu können, widmete Daniel Graf den Empörungswellen einen sehr interessanten Samstagvormittag.

Eine Welle der Empörung zu spüren bekam in den letzten Wochen Guido Barilla, Vorstandsvorsitzender des Teigwarenherstellers Barilla. In einem Interview wünschte er sich, dass seine Spaghetti nicht mehr in einem homosexuellen Magen verdaut werden sollten. Mit dieser Aussage erntete er Protest auf verschiedenen Social-Media-Plattformen. Obwohl sich Herr Barilla schliesslich dann doch noch entschuldigt hat, war der Reputationsschaden für sein Unternehmen enorm. Unter #boycottbarilla können die Verwüstungen dieses Empörungstsunamis noch heute auf den verschiedenen Scoial-Media-Plattformen nachverfolgt werden.

Dani Graf

Besondere Aufmerksamkeit weckte Daniel Graf im Unterricht, als er das Rezept zum Starten einer Empörungswelle verriet. Auch wenn sie selten aufgrund eines einzigen Tweets oder Posts ausgelöst werden, unterliegen sie doch dem Schmetterlingseffekt. Bereits ein kleiner Flügelschlag im Social Web kann verheerende Folgen haben. Da Empörungswellen immer eine strategische Komponente haben und ein Ziel erreichen wollen, werden sie oft von Kampagnenprofis im Kampf um die Aufmerksamkeit werden lanciert. Empörungswellen-Auslöser Nr. sind aber die Medien. Ein professionelles Monitoring kann mithelfen, den Ausbruch einer Empörungswelle zu erkennen.

Ist die Welle einmal los getreten, entwickelt sich eine Eigendynamik, die kaum noch zu stoppen ist. Den Social-Media-Manager stellt sie damit vor die Entscheidung: Reagieren oder nicht? Auch ein professioneller „Wellenreiter“ wie Daniel Graf kann dazu nur folgenden Ratschlag geben: Ganz schnell ruhig bleiben, sich nicht provozieren lassen und lieber noch einen Kaffee trinken. Auch George Clooney stimmt dem sicher zu…