Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business mit Ari Biland berichtet Christoph Zech:

Wrap up 1. Tag

Nach einem ersten spannenden Tag zu Scrum und Agile im Allgemeinen, ging es heute in die zweite Runde. Als Einstimmung gab es einen Rückblick auf den ersten Tag. Es zeigte sich, dass noch einiges an Wissen hängen geblieben war. Praktisch alle wesentlichen Merkmale im Kontext Agile und Scrum konnten durch die Klasse wiedergegeben werden. Vielleicht half auch der eine oder andere Blick auf die Übersicht „Agile in a Nutshell“:

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Bevor es dann richtig losging, bekamen wir noch ein Instrument an die Hand um den Unterricht etwas steuern zu können. Mit erheben der Karte „ELMO“ – Enough let’s move, wurde jedem Teilnehmer ermöglicht, lange Diskussionen zu unterbrechen. Vielleicht auch eine gute Idee für so manche Sitzungen in unseren Unternehmen.

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Sind die Management-Methoden von heute noch zeitgemäss?

Ein kurzer Exkurs führte uns zur Frage, ob heutige Management Methoden überhaupt noch kompatibel sind zu aktuellen Herausforderungen und zu agilen Ansätzen. Es besteht keine Zweifel, dass klassisches Management in der Vergangenheit sehr erfolgreich war. Allerdings stammen die Grundzüge aus dem Jahr 1915 und passen heute oftmals nicht mehr in unsere sich schnell wandelnde Welt. Beispielsweise verlassen heute rund 50 % das Unternehmen wegen ihres direkten Vorgesetzten. 52 % sagen heute, dass sie nicht zufrieden sind mit ihrer Arbeit. Dies ist nicht zuletzt auf die heute noch weit verbreiteten Management-Methoden zurück zu führen. Gary Hamal drückte es so aus „Management was invented to turn human-beings into semi-programmable robots“.  Wer von uns möchte heute freiwillig ein „semi-programmable robot sein“? Wohl niemand.

Was Mitarbeitende und Unternehmen brauchen

Um die heutigen Herausforderungen wie die Digitale Transformation zu meistern, braucht es kreative und agile Köpfe. Damit man solche Mitarbeitende zufrieden stellen kann, müssen drei Dinge erfüllt sein:

  • Autonomy (Self-Determination about Task, Time, Technique and Team)
  • Mastery (Having a feeling of competence)
  • Purpose (Seeing and relating to the bigger sense of something)

Sind diese drei Aspekte gegeben, führt dies zu einer höheren Motivation, besseren Leistungen und schlussendlich zu zufriedeneren Mitarbeitenden. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache, dass heutige Incentivierungs-Methoden, nachweislich bei vielen Menschen nicht funktionieren. Ganz im Gegenteil, sie führen oft zu schlechteren Leistungen. Schön erklärt in diesem kleinen Video-Beitrag.

SAFe – Agilität auf Stufe „Programm und Portfolio”

Scrum ist grundsätzlich ausgelegt für den Einsatz in einzelnen Teams, die ein Produkt entwickeln. In der Praxis hat man es aber vielmals mit Projekten zu tun, die mehrere Teams umfassen welche aufeinander abzustimmende Teilsysteme entwickeln. Oftmals greift man in diesem Fall wieder auf traditionelles Projektmanagement zurück und verliert damit die Vorteile der agilen Vorgehensweise. Dieses Problem wurde in der agilen Community erkannt. Mit SAFe – kurz für Scaled Agile Framework – wird die agile Entwicklung von der Stufe Team auf die Ebenen “Program” und “Portfolio” skaliert. SAFe ist in der Agile-Community teilweise umstritten, da es relativ komplex ist. Voraussetzung das SAFe funktionieren kann ist natürlich, dass die einzelnen Teams für sich gut funktionieren. Ansonsten kann das ganze System nicht erfolgreich sein.

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Case Study

Nach viel Theorie ging es nun in die praktische Anwendung von SCRUM. Anhand eines Beispiels aus der Praxis, mussten in verschiedenen Gruppen unterschiedliche Fragestellungen beantwortet werden. Ausgangslage war ein Projektauftrag aus einer Geschäftsleitung. Dieser gab vor, mit einem Budget von CHF 100’000, in 6 Monaten eine Immobilienplattform in eine für Mobilgeräte besser zugängliche Version zu bringen. Mit unserem angeeigneten Wissen, konnten wir die Fragestellungen in den Teams aktiv diskutieren, Lösungsvorschläge ausarbeiten und dann im Plenum präsentieren. In der Zwischenzeit war Stefan Ruoss von newhome.ch zu uns gestossen. Er war genau mit der uns gestellten Aufgabe in der Praxis beauftragt worden. Es war spannend zu erfahren, wie die Umsetzung bei newhome.ch in der Realität erfolgte.

Viel gelernt

Zusammen fassend kann festgehalten werden, dass wir in den 2 Tagen SCRUM/Agile eine geballte Ladung an Wissen mitbekommen haben. Ari Byland hat den Inhalt sehr spannend, authentisch und praxisnah vermittelt. Dies bestätigt auch unser Feedback an ihn.

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