Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management schreibt Benno Schmid:

Crowdsourcing ist ein junger Begriff, doch das Prinzip ist alt: Ich gebe dir etwas und du gibst mir etwas. Dank Crowdsourcing können wir das Wissen der virtuellen Masse besser nutzbar machen. Gratis ist dies aber nicht, denn es gilt Anreize zu schaffen, um an die Informationen zu kommen. Dass dies nicht unbedingt ein monetärer Wert sein muss, zeigen die hörergenerierten Verkehrsmeldungen an den (Lokal-)Radios: Es reicht schon, die Hörer, die einen Stau gemeldet haben, namentlich zu erwähnen. Wichtig ist, dass die Community den Sinn erkennt, warum sie mitmachen soll.

Crowdsourcing-Plattformen wie www.atizo.com oder www.migipedia.ch erlauben es, Ideen für die strategische Weiterentwicklung eines Unternehmens zu generieren. So kann die Community beispielsweise gefragt werden, in welche Richtung sie ein Produkt verbessern möchte, welche Geschmackrichtung sie bevorzugt oder wie sie ein Firmenjubiläum feiern würde. Die Community hat oft einen anderen Approach als das (betriebsblinde) Unternehmen selbst und kann neue Aspekte aufwerfen. Seitens des fragenden Unternehmens bedingt dies jedoch eine gewisse Portion Mut und vor allem die Bereitschaft, diese Ideen aufzunehmen. Dies ist wichtig, damit das Unternehmen das Vertrauen der User nicht verspielt.

Vor der Generierung und der Umsetzung von Ideen muss in einem Workshop die Fragestellung klar definiert werden. Je spezifischer eine Frage gestellt wird, umso bessere Ideen werden eingereicht. Sind die Ideen der Community eingereicht, müssen sie bewertet, geclustert, verdichtet und priorisiert werden. Die besten Ideen sind gemäss der Fragestellung zu prämieren, auch wenn die schliesslich umgesetzte Idee vielleicht die Summe von verschiedenen eingerechten Anstössen ist.

Crowdsourcing ist also nicht nur ein Prozess im Social Web sondern auch – und vor allem – eine Frage der Unternehmenskultur. Dabei kann es bei allen Beteiligten eigentlich nur Gewinner geben.