Autorin: Gerta Peters | Bildquelle: web.archive.org

Folgender Blogbeitrag über illegale Märkte wurde von Studentin Gerta Peters im  Rahmen eines Leistungsnachweises des CAS Mobile Business & Ecosystems verfasst und enthält subjektive Färbungen. Bewertet wurde der Beitrag von Studiengangsleiter Ralph Hutter und redigiert von der Redaktion des Institute for Digital Business.

Illegale Märkte und digitale Schwarzmärkte

Der Schwarzmarkt bzw. ein illegaler Markt entsteht dort, wo der Staat bestimmte Marktfaktoren ausschaltet oder den ganzen Markt verbietet. Wie in legalen Ökonomien, trägt die Verbreitung digitaler Technologien zu Veränderungen von illegalen Märkten bei. Mit der digitalen Transformation sind Plattformen zu zentralen Geschäftsmodellen geworden. Da Schwarzmärkte anders funktionieren als legale Märkte, stellt sich die Frage ob und welche Unterschiede bei den legalen und illegalen Plattformen entstehen.  

Illegale Märkte und legale Märkte: Wie funktionieren sie?

Auf illegalen Plattformen im Darknet kann praktisch alles gekauft werden. Eine der Definitionen von Darknet beschreibt es als einen digitalen Ort, der sich technologisch abschirmt und Anonymität zur Verfügung stellt. Am meisten verbreitet ist das Darknet auf Basis von Tor. Die Anonymität des Tor Netzwerks wird nicht nur von Kriminellen genutzt, sondern auch von Menschen, die staatliche Zensurmassnahmen  umgehen wollen. 

Kryptomärkte

Als Kryptomärkte werden illegale Märkte bezeichnet, die technische Innovationen nutzen wie z.B. die Verschlüsselungssoftware Tor oder virtuelle Zahlungsmittel wie z.B. Bitcoin. Zudem bauen Kryptomärkte, genauso wie legale Märkte, auf einem Feedbacksystem auf. Die technologische Entwicklung ermöglicht eine orts- und zeitunabhängige Verfügbarkeit von Waren über Plattformen. Dies führt zu einer  Ausweitung von Marktbeziehungen. 

Die Plattformbetreiber bringen Hersteller*innen und Anbieter*innen von Produkten und Dienstleistungen zusammen. Auch werden Informationen mit der Community, der Nachfragenden und Konsumierenden, zusammengebracht. Kern des Plattformgeschäftes ist eine vermittelnde Rolle und das Geschäftsmodell besteht in der Regel aus Vermittlungsgebühr. Sowohl legale als auch illegale Plattformen profitieren über die Vermittlung von Netzwerkeffekt. Je mehr Menschen die Plattform nutzen, desto höher ist der Nutzen für die anderen Teilnehmenden.  

Einer der weiteren Prinzipien der Plattformökonomie ist die Grösse. Es ist der wichtigste Wettbewerbsvorteil. Die Konsequenz ist, dass die  Plattformökonomie durch eine schnelle Auslöschung des Wettbewerbs sich den Kräften des Marktes entzieht. Dies wird auch am Anteil der Top 100 Plattformen im nachfolgenden Bild deutlich:

Illegale Märkte: Plattformen nach Kontinent (Schmidt, 2020)

Plattformen nach Kontinent (Quelle: Schmidt, 2020)

Die nachfolgende Abbildung bietet ein Überblick über die Plattformen im Darknet sowie der  Anzahl angebotener Artikel bei der Schliessung. Mit ca. 40.000 Händlern und mehr als  200.000 Kunden war Alphabay die grösste Plattform.

IllegaleMärkte, Darknet-Handelsplätze

Darknet-Handelsplätze und angebotene Artikel bei der Schliessung (tagesanzeiger.ch, 2018)

Legale und illegale Märkte haben folgende Gemeinsamkeiten: 

  • Sind Vermittler zwischen Kundschaft und Anbietenden
  • Nutzerfreundlichkeit und Kundenservice haben einen hohen Stellenwert
  • Nutzen Bewertungssysteme 
  • Hohe Qualität der Ware

Illegale Märkte heben sich aufgrund folgender Unterschiede von legalen Plattformen ab:  

  • Skalierung: Den Betreibenden einer legalen Plattform ist eine nahezu grenzenlose Skalierung ohne grosse Investitionen möglich. Illegale Plattformen sind ein kleines Ökosystem, bei dem sich viele Mechanismen nicht skalieren lassen. Einer der Gründe ist der Zugang zur Plattform. Während bei einer legalen Plattform jede*r Zugang zur Plattform haben kann, sind es z.B. bei Drogenmärkten gut ausgebildete und technikaffine Kundinnen und Kunden. Hingegen verfügen Kundinnen und Kunden mit problematischem Konsumverhalten nicht über die erforderlichen Ressourcen bzw. Skills. Ein  zusätzlicher Grund ist die Wartezeit auf die Ware. Nicht alle Drogenkonsumierenden können auf ihre Ware warten. Die Kundschaft von legalen Märkten sind normalerweise in der Lage auf Ware zu warten. 
  • Versand: Eine weitere Limitation der Skalierung ist die Abhängigkeit von Postversand und Import Teilnehmenden eines legalen Marktes kennen diese Limitation nicht, sie können importieren und versenden. Bei einem illegalen Markt ist dies so uneingeschränkt nicht möglich.
  • Produktangebot: Im Angebot von illegalen Märkten stehen hauptsächlich hochpreisige Produkte, jedoch in geringen Verkaufsmengen 
  • Beliebtheit: Je beliebter ein illegaler Markt ist, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit den Strafverfolgungsbehörden aufzufallen und infolgedessen geschlossen zu werden. Legale Märkte kennen dieses Problem nicht.  
  • Vertrauen: Die Personen, welche für die Administration zuständig sind, müssen sich zusätzlich zu Strafverfolgungsbehörden auch vor eigenen skrupellosen Administratorinnen und Administratoren schützen, denn diese können Bitcoins stehlen. 

Die Ausbreitung des Plattformmodells revolutioniert sowohl den legalen als auch illegalen Wirtschaftsbereich. Während Plattformen für legale Märkte wachsen und alle anderen Anbietenden vom Markt verdrängen können, ist der Wachstum der illegalen Plattformen mit Risiken für die Plattform selbst verbunden. Es ist ein eigenes Ökosystem, in dem die Skalierungsmöglichkeiten im Gegensatz zu legalen Plattformen beschränkt sind. Dennoch haben illegale Märkte wie z.B. Kryptomärkte für Drogenhandel, das Potenzial den klassischen illegalen Markt durch die Nutzung der technologischen Innovationen fundamental zu verändern.


About the Author: Gerta Peters

Gerta Peters arbeitet zur Zeit als Business Analyst SAP bei der Insel Gruppe. Im Rahmen ihres HWZ-Studiums (MAS Digital Business) absolvierte sie bisher erfolgreich die Lehrgänge CAS Digital Leadership, CAS Disruptive Technologies und den CAS Mobile Business & Ecosystems.

Gerta Peters, HWZ CAS Mobile Business

Autorin Gerta Peters, HWZ CAS Mobile Business


CAS Mobile Business & Ecosystems

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