Aus dem Unterricht des CAS Digital Real Estate mit Rebekka Ruppel, Senior Consaltenet pom+Consulting AG,  Mario Facchinetti, Repräsentant SwissProp Tech und Severin MaegerleCo-Founder FAIRWALTER berichtet Hans-Peter Aebischer:

Im Unterricht erfahren wir, wie die Innovation Engine funktioniert, was PropTechs sind, wie Swissproptech seine Mitglieder unterstützt und wie ein Startup entsteht.

Innovation Engine

Rebekka Ruppel stellt uns das Innovation Engine Tool von pom+ vor. Das Tool hilft bei der Suche nach innovativen Ideen für Problemlösungen in der Immobilienwirtschaft.

Es orientiert sich am Grundprozess der Innovationsentwicklung mit den 3 Hauptprozessschritten:

  • Add & Connect
  • Explore & Select
  • Ideate & Innovate

Mit den 4 Subschritten trends, clusters, opportunity spaces und actions & business case wird der Prozess digital durchgespielt.

  • Beim Schritt trends geht es darum aktuelle Trends, aus den Mega-, Makro- und Mikro-Trends zu generieren. Gleichzeitig wird nach Technologien und Lösungsansätzen mit dem Fokus Real Estate monitorisiert.
  • Beim Schritt clusters definiert und clustert man die relevanten Inhalten für das Unternehmen. Die Aspekte; Erhöhung der Kundenzufriedenheit, Wachstumspotential, Effizienzsteigerung und Risikoreduktion sollen bewertet werden.
  • Beim Schritt opportunity spaces werden die strategischen Innovations- und Handlungsfelder der Unternehmung festgelegt.
  • Beim letzten Schritt actions & business cases wird der Business Case und die Durchführung und Steuerung von Kampagnen entwickelt.

In der praktischen Anwendung konnten wir das Tool testen. Wie haben aber auch gemerkt, dass triviale Probleme wie Firmenfirewall und Loginrechte schnell die Euphorie bremsen können.

PropTech

Mario Facchinetti eklärt uns, was PropTech’s sind und wie der Schweizer Verband (SwissProp Tech) die Mitglieder unterstützt. Am Beispiel vom Startup FAIRWALTER mit Severin Maegerle erhalten wir Einblick in die Praxis eines Startups.

Was bedeutet der Begriff PropTech?
Prop Tech ist die Kurzform für Property Services Technologie. Der Begriff setzt sich aus den beiden Worten Prop (Property = Besitz, Eigentum, Immobilie) und Tech (Technology = digitale Technologien) zusammen. PropTech umschreibt sämtliche technologischen und digitale Neuerungen, die derzeit in der Immobilienbranche stattfinden.

Was machen PropTechs?
PropTech Firmen sind meist Aussenseiter der Immobilienbranche. Sie bieten der Immobilienwirtschaft innovative Lösungen in Form von digitalen Technologien und/oder Geschäftsmodellen an. Dazu analysieren und verbessern die klassischen Geschäftsabläufe. Diese werden in die digitale Welt verlagert und sollen anwenderfreundlicher gestaltet werden. Ihre Produkte sollen bestehende Prozesse vereinfachen. Ihr Motto ist:  10 x BESSER, 10 x GÜNSTIGER, 10 x SCHNELLER. Demzufolge entwickeln sie nicht „nice to have“ sondern „have to have“ Lösungen.  Sie arbeiten rasch und fokussiert. Das Produkt soll möglichst rasch entwickelt und auf den Markt gebracht werden. Weil die Konkurrenz in diesem Markt gross und schnell ist.

Wie finanzieren sich PropTech Firmen?
Algorithmen sind nicht patentierbar und bringen nicht direkt Geld ein. Darum sind PropTech Firmen meist auf externe Investoren angewiesen. PropTech Unternehmen besitzen bis zum fünften Jahr nach ihrer Gründung den Startup-Status, danach verlieren sie diesen.

Was unterscheidet PropTechs von anderen Unternehmen?
PropTech Firmen wenden ein gut strukturiertes und analytisches Vorgehen in Sachen Wertschöpfungskette und Prozessoptimierung an. Sie nehmen die Outsider Perspektive ein und gehen die Problemlösung von einer neuen ganzheitlichen Perspektive aus an. Ihre Produkte und Services sind international skalierbar.

Wie Informieren sich PropTechs?
Neustes Wissen ist in dieser Branche matchentscheidend. Darum nutzen die Firmen diverse Informationskanäle wie: Events, Social Media, Online Media, Print Media, Studien, Weiterbildung und Tools.

SwissProp Tech

Was macht SwissPropTech?
PropTech ist eine international organisierte Bewegung, welche Startups bündelt. Der Schweizer Verband SwissProp Tech ist in zwei aktive Regionen aufgeteilt. Die Region Westschweiz mit der EPFL und die Region Süd. Die Mitgliederanzahl wächst rasant. Innert 1.5 Jahren hat diese von 6 auf 60 zugenommen.

SwissPropTech schlägt Brücken zwischen aufstrebenden Jungunternehmen und der etablierten Immobilienwelt, um nachhaltigen Mehrwert für beide Branchenplayer zu schaffen.  Dabei vernetzt sie Firmen der Immobilienwirtschaft mit innovativen Startups aus der Schweiz und dem Ausland. Mario Facchinelli sagt: „PropTech ist wie ein Puzzle“. Das Endprodukt besteht aus vielen Einzelteilen (Tools, Partner, Wissen), welche gefunden und zusammengefügt werden müssen. Für die Entwicklung von guten Lösungen bedarf es eines guten Netzwerkes. Die richtigen Partner und Tool’s müssen sich finden. Dazu organisiert SwissProp Tech diverse Aktivitäten wie Meetings, Workshops und Messen.

Wo alles sind die PropTechs aktiv?
Um zu analysieren, was die PropTech’s machen, hilft es Firmen nach den drei Ebenen Geschäftsmodell, Technologie und Markt zu unterscheiden. Zur Visualisierung werden die bekannten Firmen in PropTech-Maps nach Themengebieten geclustert. Diese helfen einen Überblick über die Branche zu erhalten.

Startup Firma FAIRWALTER

Das Startup FAIRWALTER wurde im November 2017 gegründet. Es besteht aus einem Team von drei Personen, welche seit gut einem Jahr an der Programmierung des Tools arbeiten. FAIRWALTER entwickelt eine moderne Immobiliensoftware für Verwaltungs-Unternehmen und Private.

Serverin Maegerle, Co- Founder FAIRWALTER (links) im Interview mit Mario Facchinetti, SwissProp Tech (rechts).

Die Web-Applikation beinhaltet verschiedene Tools, die dem Nutzer den Prozess des Mieter- und Kostenmanagement’s in einem end-to-end Tool zur Verfügung stellt. Alles soll digital und vernetzt erledigt werden können.  Die Vorteile seiner Lösung sieht Severin in der medienbruchfreien Zusammenarbeit, der hohen Effizienz und Transparenz des Reportings.

Der Ansatz von Severin Maegerle ist: „Geh raus und rede mit den Leuten. Finde ihre Probleme heraus und such nach innovativen Lösungen“. Bei den alten Tools gab es Probleme wie Medienbrüche, veraltete Daten und hohe Kosten für Systemwechsel. Die Weblösung von Fairwalter kostet demgegenüber nur CHF 5 pro Objekt und Monat. Seine persönliche Motivation ist, die Freiheit seiner eigenen Vorstellungen realisieren zu können.