Aus dem CAS Multichannel Management mit Baptiste Planche berichtet Simon Scherrer:

Diesen Morgen begrüsst uns Baptiste Planche, um das aktuelle Projekt “Late Shift” von seinem Start-up “CtrlMovie” vorzustellen.

Ursprünglich kommt Baptiste Planche aus der Werbefilm-Produktion, damals wurden dazu noch Unmengen von finanziellen Mitteln bereitgestellt. Er hat sich dann jedoch immer mehr für ein Nischenprodukt, nämlich für interaktive Filme, interessiert. Sein Start-up CtrlMovie hat sich spezialisiert auf eine Vermischung von Game und Movie. Als Zuschauer nimmt man dabei aktiv mittels verschiedenen Entscheidungen Einfluss auf den Verlauf und Ausgang des Filmes. Dies kann zusammen in einem Kino geschehen, oder man kann den Film individuell mit seinem persönlichen Mobile-Gerät “spielen”.

Bei einem interaktiven Film entscheidet die Zuschauerin für den Protagonisten und der Film entwickelt sich dementsprechend weiter. Dies kann zukünftig natürlich in verschiedenen Bereichen und für diverse Kunden mit unterschiedlichen Zielen weiterentwickelt und genutzt werden.

Mögliche Nutzen für Unternehmen:

  • Learning Tools
  • Kundenberatung und Visualisierungen
  • Entertainment mit Live-Publikum
  • Corporate Brand Experience
  • Branded Entertainment und Product Placements, usw.

Spätschicht für die Zuschauer

lateshift3 Das erste Produkt dieser Art von CtrlMovie ist jedoch wie gesagt ein App-Game sowie ein neuartiges Kino-Erlebnis. Wie im Titel steht, hat das Start-up einen interaktiven Film namens “Late Shift” produziert. Dieser wird nun auf der ganzen Welt als eine Art erster nahtloser, interaktiver Film vor Publikum vorgeführt und als App-Game angeboten. In London z.B. wurde nun die Kinovorführung von einer Woche auf vier Wochen verlängert, so erfolgreich sei der neue Film. Natürlich läuft der Film auch in der Schweiz, er wurde in England produziert und mit Deutschen und Englischen Untertiteln und Buttons ausgestattet.

Ein paar Angaben zum produzierten Film “Late Shift”:

  • Erlebnis und Story-Dauer als Game: 70 bis 90 Minuten
  • Total 240 Minuten geschnittenes Material (alternative Szenen)
  • Gratis-App über iOS App Store (anfänglich nur für Apple)
  • Paywall im App für mehr Content/Story nach 10 Minuten Filmgenuss
  • Kinovorführungen als kollektives Spielerlebnis

lateshift2 Der Kinomarkt wurde vor allem aus strategischen PR-Gründen gewählt. Der Film startete dann aber so erfolgreich und funktionierte so gut vor Publikum, dass der Kinomarkt als eigener Kanal weitergeführt wurde. Dabei kann der Zuschauer mittels Mobilgerät und App auf den Protagonisten und damit den Filmverlauf an gewissen Stellen Einfluss nehmen. Dies ist etwas absolut Neues und wurde in den Medien positiv aufgegriffen.

Im allgemeinen Game-Markt haben es solche interaktiven Filme jedoch noch besonders schwer, weil auch Games schon verblüffend echt wirken und Kino-Grafiken verwenden. Daher musste diese neue Art “Game” abgegrenzt und die Positionierung gut gewählt werden, wie die Grafik oben zeigt.

Die Mischung macht’s

Der Film “Late Shift” befindet sich jetzt als erster seiner Art in der Vermarktung und läuft gut. Die aufwändige und kostenintensive Produktion ermöglichte unter anderem BMW, die dadurch im Film von starken Product Placements profitieren. CtrlMovie sucht nun nach Kunden und Firmen, die solche Technologien mit ihnen nutzen wollen. Die Verschmelzung der Zielgruppe (Zuschauer/Protagonist), des Film-Contents und der emotionalen Game-Wirkung ist dabei zentral. Dadurch wird eine Entscheidung zum Erlebnis und die Konsequenz davon kann spürbar aufgezeigt werden.

Zudem ist Bewegtfilm als Medium oder als Kanal im Marketing-Mix unersetzlich. Dies weiss auch das Start-up CtrlMovie und wird darum demnächst wieder einen neuen interaktiven Film produzieren. Dann keinen Actionmovie mehr, sondern eine Liebeskomödie, die ideale Grundlage für spielerische Interaktionen, Turnarounds und multioptionale Entscheidungen. Natürlich geschieht dies nur, wenn die anderen Aufträge und Projekte mit potentiellen Kunden das zulassen. Das primäre Ziel wäre nämlich, für andere Einsatzgebiete wie Schulungsprogramme, Krisentrainings oder virtuelle Firmenrundgänge etwas zu produzieren und sich auch damit einen Namen zu machen.

Auf jeden Fall versprechen wir uns bei dieser Entwicklung, speziell in Kombination mit dem Fortschritt der virtuellen Realität und 3D-Brillen, ein hohes Erfolgspotential.