Aus dem Unterricht des CAS Disruptive Technologies mit Ali Soy berichtet Ralph Keller:

Einleitung

Definition IoT

Der Begriff Internet of Things beschreibt, dass der Computer zunehmend als Gerät verschwindet und durch „intelligente Gegenstände“ ersetzt wird. Statt – wie derzeit – selbst Gegenstand der menschlichen Aufmerksamkeit zu sein, soll das „Internet der Dinge“ den Menschen bei seinen Tätigkeiten unmerklich unterstützen. Die immer kleineren eingebetteten Computer sollen Menschen unterstützen, ohne abzulenken oder überhaupt aufzufallen. So werden z. B. miniaturisierte Computer, sogenannte Wearables, mit unterschiedlichen Sensoren direkt in Kleidungsstücke eingearbeitet. (Quelle: Wiki)
Erste Erwähnung von IoT durch Kevin Ashton.

Entwicklung

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Anwendungen / Wachstumsbereiche

Die Möglichkeiten sind schier unendlich.
Die grössten Wachstumsbereiche sind m.M.n. Gebäudeautomatisation (Smart Home), Überwachung, autonome Fahrzeuge, Gesundheit (Fitnesstracking, iHealth, etc), Logistik/Lagerhaltung, etc.

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Möchtet ihr die Möglichkeiten von Internet of Things ausprobieren, dann verbindet eure Gadgets mittels IFTTT. IFTTT verbindet die Insellösungen der Hersteller (z.B. Sonos, Iphone, etc), sofern diese es zulassen.

Technik

Verbindungstypen im Vergleich

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Klar ersichtlich ist hier, dass die Preise für die Verbindung über weitere Strecken mit hoher Bandbreite a) kostenintensiv und b) viel Energie braucht.

Ein Überblick über die Sensortypen

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Es lässt sich also sozusagen alles mit den passenden Sensoren überwachen. Die aktuelle Entwicklung konzentriert sich darauf, die Sensoren zu mini/nano-sieren und/oder mehrere Sensoren in ein Modul zu packen.
Interessant: Für demente Menschen wurde eine intelligente Fusssohle entwickelt, damit die Personen gefunden werden können. Eine Fusssohle, da demente Menschen höchst selten ihre Schuhe vergessen anzuziehen.

Ali Soy konzentriert sich bei Swisscom auf LowPower-Produkte wie z.B. diese Mausfalle.
Videobeweis als kl. Aufheiterung: img_1416

oder das Parkleitsystem, welches mit Hilfe von im Boden eingelassen Park-Sensoren funktioniert und so Emissionen einsparen kann.

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Vorgehensweise bei IoT-Projekten

Das Tool, welches Ali dazu verwendet, nennt sich Canvas Business Model. Hier ein Bespiel mit IoT-Bezug:

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Prozess

1.) Zweck ermitteln
Warum willst du dies entwickeln?

2.) Funktion
Was macht das Projekt, High –> Low

3.) Benutzeroberfläche
Wie wird mit dem Projekt interagiert? z.B. ein einfacher ON/OFF-Schalter? Audio/Video nötig?

4.) Sensoren/ Aktoren
Was für Sensoren werden gebraucht, Braucht es Motoren? Sind Relais/Steuerungen nötig?

5.) Input/ Output
Digital oder Analog? Was braucht es damit der Input ein-gespiesen werden kann? Spezialentwicklung nötig?

6.) Processing
Raspi, Arduino, Photon oder was anderes nötig für das Endgerät?

7.) Code
Wer schreibt den Code? In welcher Sprache soll er geschrieben werden? Webservices nötig? Libaries nötig?

8.) Netzwerk
Wie kommunizieren das Gerät mit dem Internet? Braucht es Bluetooth? Sind die Voraussetzungen für die Kommunikation gegeben(Antenne, Signalstärke)?

9.) Speicherplatz
Muss das Projekt Daten speichern/sammeln? Werden die Daten am Endgerät erfasst oder Remote?

10.) Strom
Wie wird das Engerät gespiesen? Ist das Gerät Mobil, sprich braucht es einen Akku/Batterie? Wie hoch ist der Energiebedarf?

11.) Form
Wie soll es aussehen? Beschreib es für jmd welcher es noch nie gesehen hat?

12.) Bedienung/ Benutzung
Wie wird es gebraucht? Knöpfe, Gesten? Feedback/Bestätigungen? Sollen mehrere Tätigkeiten auf einmal gemacht werden?

13.) Umgebung
Wo wird das Projekt eingesetzt? Braucht es eine Belüftung? IPS-Standard nötig?

14.1.) Form
Physikalische Form? Soll es rein funktionell sein oder eher ästhetisch geformt sein?

14.2.) Dimension
Wie gross ist das Projekt? Gehäuse?

15.) Komponenten
Was sind die Hauptkomponenten? Welche davon können gekauft werden? Gibt es eine standardisierte Plattform? Was sind die Risikokomponenten?

16.) Materialen
Welche Materialien werden verwendet? Wie/Wo werden diese fabriziert? Qualität/Stärke?

17.) Fabrikation
Wie/Wo wird fabriziert? CNC/3D-Drucker/Prozesse?

18.) Zusammenbau
Techniken? Werkzeuge nötig?  Demontage möglich?

19.) Testing
Wie wird getestet? Was wird getestet? Was sind die zu erwartenden Ergebnis? Was wird bei Misserfolg gemacht? Kann das Testen automatisiert werden?

7 Beispiele von Businessmodellen für IoT-Produkte

Freemium: Gratis Grundfunktionen zur Verfügung stellen. Mittels kostenpflichtige Premium Zusatzfunktionen.

Add-On: Analog zu den deutschen Autohersteller. Sonderausstattungen gegen Aufpreis

Lock-in: Ersatzkomponenten/Verbrauchsmaterial lässt sich nur von diesem Hersteller nutzen (analog Nespresso, Gilette, Apple, etc)

Objekt Self Service: Das Produkt bestellt automatisch Ersatzteile/Verbrauchsmaterialien.

Remote Usage and Monitoring: Kosten je nach Benutzung (pay as you go)

Product as Point of Sales: Das Produkt vermarktet sich selber (iBeacon)

Data as Service: Das Produkt erfasst Daten welche weiterverkauft/verwendet werden kann.