Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business zum Thema IoT mit Ali Soy berichtet Nadine Gantner:

Internet of Things oder kurz IoT, das Buzzword der vergangenen Monate, darum soll es heute gehen. Als erstes haut uns Ali gleich ein paar Definitionen um die Ohren. Der zentrale Punkt von IoT ist die Vernetzung von physischen und virtuellen Dingen. Die Grundlage dafür bildet die Interoperabilität, also die Kommunikation zwischen den Objekten. Und damit das auch alles funktioniert, braucht es Komponenten wie Sensorik, Elektronik, Software, Sicherheitsmechanismen und Konnektivität.

Anwendungsbereiche

Anwendungsbereiche von IoT

Nach diesem theoretischen Einstieg geht es ans Eingemachte: In welchen Bereichen wird IoT bereits angewendet und wo liegen die grössten Wachstumschancen? Connected Living & Working führt die Liste an, dicht gefolgt von Connected Cars. Verschiedene Devices sind in diesen Bereichen bereits im Einsatz, wie zum Beispiel das Trackinggerät mit GPS-Sender für den Nachwuchs oder der Boardcomputer mit Voice-Control im Fahrzeug. Und doch stehen wir erst am Anfang der IoT-Revolution.

Technische Komponenten

Nun wird es wieder technisch. Wie funktionieren denn die Geräte überhaupt? Wichtigster Punkt: Konnektivität. Hier gibt es alles, von NFC bis zum 5G Netzwerk. Reichweite, Energiebedarf und Kosten sind die wichtigsten Kennzahlen. Für einen Park-Sensor, der in die Erde gebuddelt wurde, macht es wenig Sinn, täglich die Batterien wechseln zu müssen. Für den Füllstandmesser in einer Windel mit einer Lebensdauer von ein paar Stunden ist hingegen ein Netzwerk mit hohen Kosten ungeeignet. Diese drei Kriterien sind also ausschlaggebend über Sinn und Unsinn eines Netzwerks für ein Device.

Zweitwichtigster Punkt: Sensoren. Sensoren können beinahe alles messen. Das Spektrum reicht vom Abstand zwischen zwei Dingen über Temperatur und Druck bis hin zu magnetischen Feldern. Je nach Anwendungsbereich kommt dabei ein anderer Sensor zum Einsatz.

Hinzu kommen noch Elektronik, Energieversorgung und Steuerungs-Software und schon hat man ein funktionierendes IoT-Device.

IoT bei Swisscom

Ganz ohne Eigenwerbung geht es dann doch nicht. Ali führt uns in einem kurzen Exkurs in die IoT-Services von Swisscom ein. Ganz oben steht dabei das LPN, das Low Power Network. Wie der Name schon sagt hat diese Technologie nur minimalen Energiebedarf bei gleichzeitig hoher Reichweite. Bis Ende 2016 werden 80% der Aussenbereiche in der Schweiz mit diesem Netzwerk ausgerüstet sein. Die Swisscom bildet damit die Basis für die grossflächige Einführung von IoT-Anwendungen. Zusätzlich stellt sie auch eine Application Enablement Platform zur Verfügung, über die Daten einfach gesammelt werden können.

Matrix zum Low Power Network der Swisscom

Smartphones und IoT

Zurück zum Thema: Wie fügen sich Smartphones in das IoT-Ökosystem ein? Wenig überraschend bildet das Smartphone die wichtigste Schnittstelle für IoT und kann schier unendliche Funktionen übernehmen. Von der Fernbedienung zur Steuerung der Lampen im Haus über einen digitalen Schlüssel für das Velo bis hin zur Überwachungskamera für den Vorgarten. Hinzu kommen Aufgaben wie Reporting, Speichererweiterung, Tracking, Autorisierung und Gateway.

IoT und Smartphones

Nun stellt sich nur noch die Frage, wie man mit IoT Geld verdienen kann. Ali stellt uns verschiedene Geschäftsmodelle vor. Freemium, ein Modell bei dem das Basisprodukt kostenlos ist und für das Vollprodukt bezahlt werden muss, Add-on, das über den Erwerb von Zusatzleistungen funktioniert oder Lock-in, das Modell, bei dem nur Originalkomponenten im Gerät verbaut werden können. Weitere Modelle sind Object self-service, bei dem das Gerät zum Beispiel Defekte selbständig meldet, Remote Usage, bei dem man nur bezahlt, was man auch wirklich braucht, Products as POS, bei dem das Gerät zum Marketinginstrument umfunktioniert wird oder Data as a Service, ein Modell, das die gesammelten Daten weiterverkauft.

Herausforderungen und Ausblick

Klingt doch alles super! Ein paar Challenges gibt es dennoch. Standards zwischen den Brands sind vielerorts noch nicht etabliert und machen die Kommunikation zwischen den Geräten schwierig. Durch IoT-Devices werden nie dagewesene Mengen an Daten generiert und stellen so eine riesige Herausforderung an Serverzentren. Ein weiteres Problem ist Security: Wenn Produkte mit unbekannten Betriebssystemen wahllos an die eigenen Netzwerke angehängt werden, kann das zu Sicherheitslücken führen. Ausserdem stellt sich die Frage nach dem Datenschutz. Wenn IoT-Geräte in Zukunft Daten über jegliche Bereiche unseres Lebens speichern können, braucht es eine angepasste Gesetzgebung.

Es gibt also noch einiges zu tun. Ich freue mich darauf!