Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management mit Tobias Stahel berichtet Deborah Carbis:

Digitale Reputation ist wie ein Tattoo: Ist es mal gemacht, bekommst du’s nicht mehr weg. Deshalb ist es wichtig, dass man sich gute und viele Gedanken darüber macht, wie man einen guten Ruf im www aufbaut.

Du brauchst das richtige Storytelling

Egal, was du an den Mann oder an die Frau bringen möchtest, du musst mit deinen Kunden über alle relevanten Touchpoints konsistent und langfristig Beziehungen pflegen. Und wie das in Beziehungen so ist, muss man einen gewissen Aufwand betreiben, um sie zu erhalten und weiterzubringen. Beziehungen schaffen Vertrauen, und das ist es, wovon die positive digitale Reputation lebt und vor allem woran sie wächst!

Schaffe Vertrauen, erzähle deine Geschichte!

Erzähle zum Beispiel…

  1. wie du hältst, was du versprichst! (GoPro als Beispiel für Funktions-Stories)
  2. wie du bei der Herstellung deines Produkts vorgegangen bist und demonstriere deine Fachkompetenz! (Produktions-Stories)
  3. wie du deine Kunden berätst. Gib ihnen dein Wissen weiter! (Ratschlag- und Hinweis-Stories)
  4. dass du Experte bist, weil du Forschung betreibst, Studien machst und Trends kennst! (Forschungs- und Entwicklungs-Stories)
  5. einen Mythos, kreiere deine Geschichte! (“Das Vermächtnis” von Zwyer Caviar als Beispiel für Mission-Stories)
  6. etwas über deine Identität und deine Werte! (Idenditäts-Stories)
  7. was du machst, aufgrund deiner Identität! (Michel-Brunch als Beispiel für Action-Stories)
  8. von deiner Interaktion – auch offline – mit deinen Fans und Hassern! (Interaction-Stories)
  9. wie du mit deinen Kunden zusammen neue Ideen generierst und sie miteinbeziehst! (Victorinox als Beispiel für Vision-Stories)

Sei digital präsent

Nun, da du deine Geschichte komponiert hast, solltest du sie noch zu Papier respektive online bringen. Doch wo? Auf welchen Kanälen? Um eine möglichst grosse Reputation aufzubauen, macht es Sinn, an möglichst vielen social-places-to-be zu sein, oder zumindest dort, wo du dein (zukünftiges) Publikum weisst oder vermutest.

Punkten kannst du insbesondere mit einer digitalen Homebase, wo alle deine Fans früher oder später drauf landen – egal von welcher Plattform sie herkommen. Von dort aus kannst du sie dann wieder “verteilen”.

Von Vorteil wäre, wenn du dir zuvor deine digitale Architektur vorstellst: Wo willst du wen mit welchen Inhalten ansprechen.

“Digitale Reputation ist die Summe aller Informationen, die über dich, deine Marke oder dein Produkt im Internet gefunden werden.” (Tobias Stahel)

Nutze deine Glaubwürdigkeit

Wenn du deine Geschichte glaubwürdig erzählt hast, hast du dir den Ruf eines Experten erarbeitet. Deine Glaubwürdigkeit und deine Expertise erlauben es dir, Inhalte von anderen zu empfehlen. Dabei agierst du wie der Kurator eines Museums: Du schaffst die Werke nicht selber, aber aufgrund deiner Kenntnisse triffst du die beste Auswahl von Kunstobjekten für deine Ausstellung. Auf “digital” übersetzt heisst dies: Sammle! Sammle gute Bilder, Links, Websites, Blogs, Posts und Informationen zu deinem Thema und stelle diese anderen zur Verfügung. Du hast es nicht länger nötig, nur deine Inhalte zu publizieren.

… (fast) geschafft!

Vielleicht unbewusst hast du nun die Strategie umgesetzt, wie man Reputations-Aufbau betreibt: Du hast dich zunächst definiert: Wer bin ich (eigene Besonderheit)? Was habe ich zu erzählen (Storytelling)? Du hast deine Kommunikationsinhalte kreiert (Creation) und auf den von dir ausgewählten Social-Media-Kanälen verbreitet (Publikation). Damit hast du dein interessiertes Publikum angesprochen und dir damit eine Community aufgebaut. Durch deine Glaubwürdigkeit hast du deine Community dazu gebracht, dass sie dir und deinen Empfehlungen vertrauen (Curating) und nun ihrerseits positiv über dich sprechen (Viralität). Wenn das geschieht, hast du es (fast) geschafft: Deine digitale Reputation wächst und gedeiht. Nun musst du dieses Wachstum pflegen – sonst verlierst du ganz schnell deinen guten Ruf!