Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management berichtet Cécile Locher:

Die Content Curators Olaf Kunz und Philipp Meier von Watson über wahnsinnig wichtige Titel und #ContentUnfucked.

135 Mal pro Tag saufen wir freiwillig ab in ein Meer von Chats, Videos, News, Listicals, Likes, Shares, Comments, Gesichter und Katzenbilder – den so oft blicken wir aufs Handy (Regel#1: Content muss handy sein, im besten Fall braucht man nur den Scroll-Daumen). Wieso Gesichter? Na darum:

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(Quelle: www.boredpanda.com)

… Weil wir ab und zu unsere Kleider waschen müssen, sonst kriegen wir noch einen Handy-Hals in stinkigen Klamotten. Nein, natürlich nicht. Sondern weil nur jene die Aufmerksamkeit der User erhaschen, die sich etwas einfallen lassen und aus der Masse herausstechen. Darum braucht es Content Curators wie Philipp Meier (man denke bitte an seine schönen pinken Socken) und Olaf Kunz, der sein Attention Marketing mit wahnsinnig guten (oder ellenlangen) Titeln, Listicals mit ungeraden Zahlen, Filzstift-kreierten Grafiken und Powerpoint-anmutenden Bildern betreibt. (Regel#2: The Medium is the message + Regel#3: Satire ist nicht für jedermann auf Anhieb ersichtlich. Darum fetten Stempel “Achtung Satire” drauf machen).

Die beiden Watsons wissen jedenfalls, wie man die Leute zum Anklicken der Headline bringt. Wer hat eine Idee? Genau! Mit einer guten Headline. Beispiel von heute: „Knackeboul gibt dir die Anleitung zur Erschaffung des totalitären Staates und entlockt SRF-Chef Roger de Weck intime Geheimnisse” (Regel#4: Das Spezielle einer Story herausstellen). Und, ganz wichtig: Emotionen wecken! Social Media lebt von „Jöööö, das Chätzli isch so süess!“, „Krass, hesch das gseh?!“ und „Wieso jetzt e Wöschmaschine?“ (Regel#5: Auf (unerwartete) Emotionen setzen). Social Media ist eben social. Es lebt von uns und durch uns. Wir wollen liken, disliken, teilen und mitdiskutieren. Wäre doch doof, wüsste man nicht, dass auch Watson das #Varufake von #SoFi2015 zunächst als echtes Bild ausgewiesen hat (Regel#6: Die Leser einbeziehen).

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(Quelle: www.werbewoche.ch)

Wieso ContentUnfucked?

Weil Philipp Meiers Leitspruch ist: “Es gibt keine Regeln, für gar nix!“ (also keine Regel an dieser Stelle). Ob das für alle umsetzbar ist?

Ich denke (Regel#7: Eigene Meinung einbringen), dass der Rahmen, in dem man Social Media betreibt, je nach Unternehmen und Branche anders ist. Die Einen tragen „Casual“, sind freier und können mehr mit dem Feuer spielen (vielleicht auch mal pinke Socken tragen). Die Anderen tragen „Business“ und bewegen sich zwischen Guidelines und Corporate Wordings. Aber vielleicht können wir alle ein Quäntchen mehr Spannung erzeugen? Beispielsweise mal auf Facebook posten: „Das neue Zahlterminal von SIX empfängt Kreditkartendaten aus fünf Metern Entfernung.“ Ok, das wäre vielleicht zu viel Aufmerksamkeit. Es würde gar ein Shitstörmchen über mangelnde Datensicherheit entstehen. Also ACHTUNG: Diese Aussage zum Zahlterminal ist frei erfunden und stimmt nicht!

Vielleicht reicht es schon, wenn wir etwas lauter werden und sagen: „Hallo, wer bist Du und was möchtest Du? Ich gebe Dir 11 Gründe, warum Du unser Facebook-Fan werden musst.“ (Regel#8: Relevanz zeigen). Es muss kein Listical sein, Infografiken sollen ja auch gut funktionieren. Hauptsache wir finden heraus, was unsere User wollen und befriedigen ihre Bedürfnisse.

Mein Fazit: Ich habe wertvolle Inputs erhalten und schätze den Perspektivenwechsel, den die Watsons bei mir ausgelöst haben. Denn „comfort zone is our prison“. Wenn wir es schaffen, die Dinge mal anders zu betrachten, sprich ein Gesicht statt einer Waschmaschine zu sehen, dann laufen uns die Kätzchen zu.

Katzenbande 
(Quelle: www.themesltd.com)

Ich habe fertig. Danke! Ihr verzeiht mir sicher die vielen Regeln. War so schön handy 🙂