Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership mit Barbara Zenklusen zum Thema Cultural Transformation und Kultur berichten die Studenten Sebastian Arnold und Peter Lüssi:

Patrick Comboeuf, unser Studiengangsleiter, hat uns kurz in die Thematik eingeführt und uns Barbara vorgestellt. Der folgende Unterricht bei Barbara war “kalorienreich”: Schokolade und Gummibärchen von Barbara und Kägi fret, welche uns Christina Kistler von ihrem Arbeitgeber mitgebracht hat, waren fein. Dazu Kultur und Transformation als Thema. Weiter kam mit Hamut Husni Pascha ein toller Gastreferent, welcher aus seinem langjährigen, internationalen  Erfahrungsschatz zum Thema Kultur erzählt und mit uns diskutiert hat. Spannend, kurzweilig und sättigend!

Der ersten Seite der Präsentation von Barbara Zenklusen kann folgender, vielsagender Satz von Edgar Schein, Organisationspsychologe, entnommen werden: “am besten lassen sich organisatorische Veränderungen erreichen, wenn man die positiven, unterstützenden kulturellen Elemente (Stärken) nutzt.” Dies tönt sehr einfach…! Wie kann dies erreicht werden?

Dazu sind wir von Barbara durch vier Themenfelder und Inhalte geführt worden:

  1. Gemeinsames Verständnis schärfen

    • Digitalisierung versus Digitale Transformation
    • Unternehmenskultur als wichtiger Erfolgsfaktor im digitalen Zeitalter
    • Arbeit im Kontext der Digitalisierung – Was passiert da gerade
  2. Evolution von Organisations- und Arbeitsformen – Fokus Mensch

    • Menschenbild, Kultur und Werte als ethisches Grundfundament
    • Ablösung alter Funktionsformen für Organisation, Arbeit und Lernen/Bildung
    • Organisationsformen im Wandel – Potentialentfaltung und Sinn in Organisationen
    • Neuropsychologischer/-biologischer Miniexkurs: Digitallernen versus Beziehungslernen
    • Arbeit und Lernen im Digitalen Raum versus Arbeit im Schutzraum von Vertrauen
    • Das “Agile Manifest” – Blickwinkel einer möglichen Zukunft: Die selbstorganisierte Freiheit?
  3. Neue Arbeits- und Organisationsmodelle

    • Organisationsmodelle im Wandel: Implementieren neuer Modelle von Aussen versus Entwickeln des eigenen Organisationsmodelles
    • Zukunftsmodelle: Optimale Potentialentfaltung in Organisationen?
    • Modelle im Vergleich: Holocracy, Kollegial geführte Unternehmen, Fähigkeitsorientierte Ansätze, Dialogorientierte Co-Creation
    • Verbindener Rahmen für die Zukunft
  4. Auf den Weg gehen – Neue Modelle experimentieren

    • Psychologisches Navigationshandbuch – Was passiert da eigentlich: Handlungsprinzipien für das Gelingen
    • Standortbestimmung – Potentiale der bestehenden Situation erkennen und stärken
    • Ethischer Rahmen definieren: Menschenbild und Kulturprinzipien
    • Prototyping, Iteration und Lernschlaufen
    • Transformation planen und gestalten
    • Beteiligungsplattformen

Zum Einstieg haben wir diskutiert, ob Veränderung linear oder chaotisch aussieht. Wir sind zur Erkenntnis gekommen, dass sich schnell verändernde Kundenbedürfnisse, Customer Journey und eine gewisse Machtlosigkeit darüber, was zu tun ist, nicht mit Projektplänen und Meilensteinen gemeistert werden können. Die Realität sieht häufig anders aus! Flexibilität und Agilität sind meist gefragt!

Was passiert da gerade… “Arbeit 2028_Ein Studie der Deutschen Telekom, Detecon International und Henley Center for Leadership/Henley Business School” https://www.telekom.com/de/medien/medieninformationen/detail/studie-arbeitswelt-2028-537156 gibt dies gut wieder. Viel Veränderung findet in kurzer Zeit statt, neue Trends rund um die nötige Innovation und die Digitalisierung können aber auch irritieren. Dies kann zu einer gewissen Erstarrung führen.

Viele Slides und Diskussionspunkte rund um Kultur und Change später, haben wir uns dann in einem kurzen Workshop überlegt, wie die Kultur unserer eigenen Arbeitgeber einzuordnen ist. Keine Überraschung, die Wenigsten glauben, ihre Unternehmen seien “evolutionär” oder am anderen Ende “traditionell”. Vielmehr sind auf dem nachstehenden Bild die meisten Kleber in der Mitte – der modernen leistungsorientierten Weltsicht – gelandet. Das Bewusstsein, dass Innovation und Change kommen und notwendig sind und eine offene Kultur wichtig ist, ist vorhanden. Der tägliche Wettbewerb, Leistungsdruck und vielleicht auch zuwenig Unterstützung aus den Chefetagen prägen den Alltag.

Cultural Transformation

HWZ CAS Digital Leadership: Workshop Barbara Zenklusen zu Kultur

Wichtigste Erkenntnisse und Learnings der Blog-Autoren:

  • Die Unternehmenskultur ist ein wichtiger Treiber für nachhaltigen Erfolg im Markt. Was ja nicht neu ist.
  • Veränderung findet eher inkrementell als radikal statt. Die Zeit (und wahrscheinlich auch die Mittel) fehlen für radikale Veränderung.
  • Top Management hat eher selbst Mühe mit “Change”. Glaubt aber häufig, es seien die Mitarbeitenden, welche nicht bereit sind.
  • Digitalisierung versus Digitale Transformation ist wie “Pflicht” versus “Kür”.
  • Heutige Unternehmen können nicht demokratisch geführt werden. Die Organisationen sind anders gebaut und die Mitarbeitenden anders geprägt. Führung mit Konsens ist gefragt, wo möglichst viele abgeholt werden.
  • Auch wenn heute alles gut scheint, ist über Transformation nachzudenken!
  • Folgende Hebel sollten im Fokus stehen, im Denken und Handeln (B. Zenklusen):
    – Involvieren: Ermöglichen, Verantwortung zu schärfen und stärken
    – Netzwerk: Die gemeinsame Intelligenz stärken und zielgerichtet nutzen
    – Reflektieren: Im Dialog Muster im Denken und Handeln hinterfragen – Unternehmen im Kopf verifizieren – Menschen befähigen, neue Wege der Interaktion und des Co-Workings nutzen zu können.
  • Beteiligung über Hierarchien und Bereiche hinweg.