Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership mit Dozent David Fiorucci berichtet Alexander Strecker.

In einem CAS Digital Leadership liegt die Vermutung nahe, dass auch die Vermittlung des damit verbundenen Wissens digital geschieht. Dieser Erwartung folgend, war der innere Kompass am Morgen auf eine Folienschlacht mit 150 Folien in 265 Minuten und gelegentlicher Gruppenarbeit geeicht.

Was dann folgte, war eine echte Enttäuschung im rein digitalen Sinne. Keine animierten Folien, keine Videos und kein Beamer-Einsatz. Nur zwei Flipcharts, eine Pinnwand und Papier. Falls noch niemand einen Begriff dafür erfunden hat. Ich bezeichne es einfach einmal als “Low Tech Teaching“.

Andererseits gilt seit längerem die Marketing-Weisheit „Content is King“. Vereinfacht gesagt, ist die Art der Übermittlung egal. Es zählt der Mehrwert des Inhaltes. Und an dieser Stelle ist David der „Content King“ meiner bisherigen drei CAS an der HWZ. Er hat geschafft, das Thema Digital Leadership so zu strukturieren, dass es auf weniger als zehn Flipchart-Seiten Platz findet. Jede seiner Zeichnung bzw. Diagramme hat er dabei interaktiv mit uns entwickelt.

Doch wenden wir uns nach dieser „Ode“ einmal dem Wesentlichen zu – dem Inhalt.

Sei konsequent!

Zu Beginn stand die Frage im Raum, wie wir Wirkung im Unternehmen erzielen können. Ergebnis der Diskussion war, dass es zuerst ein gemeinsames Verständnis und eine gemeinsame Sprache mit dem Mitarbeitenden braucht. Hierfür sollte jeder Chef einfach einmal die Frage stellen, „Was macht einen guten Chef aus?“.

Die Antworten darauf vermitteln einen guten Eindruck, wie die Mitarbeitenden geführt werden wollen. Und die Rückmeldungen sind immer individuell, da kein Team gleich ist. Danach gilt es als Vorgesetzter in seinen Handlungen Kohärenz und Kongruenz sicherzustellen. Gleichzeitig darf jedoch die Einfachheit in der Kommunikation nicht leiden. Heute gibt es keine Punkte mehr dafür, dass ein Vorgesetzter fünfzehn Synonyme in einem achtfach verschachtelten Satz, unter Verwendung aller im Deutschen verfügbaren Satzzeichen, ohne Luft zu holen, von sich geben kann.

Doch ein wesentliches Element feht noch, um als Leader Wirkung zu erzielen: „Sei konsequenz!“ Nur wenn der Tropfen immer an der gleichen Stelle aufschlägt, wird die Welle immer grösser.

Visionen entstehen zusammen mit den Mitarbeitenden

Kennen Sie eigentlich die Vision ihres Unternehmens? Ganz ehrlich, ohne zu Schummeln 😉

Ein Grossteil der Mitarbeitenden kennt die Vision ihres Unternehmens nicht. Der Grund ist einfach. Die Mitarbeitenden werden nicht in den Entstehungsprozess involviert. Auch wird die Vision selten vom eigenen Vorgesetzten vorgestellt. Visionen entstehen vielfach im stillen Kämmerlein der Teppich-Etage, gepaart mit dem Irrglauben, dass „wir“ hier oben besser wissen, was für „die“ da unten „am besten“ ist.

Fakt ist, dass die Mitarbeitenden meist viel besser wissen, was auf das eigene Unternehmen zukommt. Und dieses Wissen gilt es zu nutzen.

Um eine neue Vision zu erarbeiten, empfiehlt David die folgenden vier Fragenkomplexe zu stellen:

  • Wer sind (morgen) unsere Kunden?
  • Wie wollen wir von unseren Kunden wahrgenommen werden und welche Wirkung wolllen wir erzielen?
  • Wie wollen wir als Team arbeiten bzw. was ist uns wichtig?
  • Welche Trends werden unsere Zukunft und unsere Arbeit beeinflussen?

Die Zusammenhänge – erklärt in einem Diagramm

Wie hängen eigentlich Vision, Mission, Strategie, Ziele, Stossrichtungen und all die tollen Management Begriffe zusammen? Selbst gestandene Führungskräfte haben hier Schwierigkeiten. Die Lösung präsentiert David anhand eines einfachen Diagrammes. Dieses ordnet auf einer Zeit- und Performanceachse die einzelnen Teile des Puzzles bildlich an. Danach erhält jedes Puzzleteil eine Nummer. Dies stellt die Reihenfolge dar, in der die Teile zu erarbeitenden sind.

Das Ergebnis ist bestechend und simple. Und wer je bei David im Kurs sass, wird das nachfolgene Diagramm wohl nicht mehr so schnell vergessen:

Kenne deine Grenzen

Heute werden die Innovationszyklen immer kürzer. Zum Schluss deshalb die Erkenntnis, die nicht nur für uns Digital Leaders, sondern für alle Führungskräfte zunehmend an Bedeutung gewinnt: „Auch wir Führungskräfte haben Grenzen!“

Do sollte sich jeder Leader dann auch regelmässig als Selbstreflektion (und Burn-Out-Prävention) folgende Fragen stellen:

  • Kenne ich meine Grenzen?
  • Höre ich auf mich und meinen Körper?
  • Bin ich selbstbewusst und mag mich wie ich bin?

Die Antworten auf die Fragen sind dann die Abrechnung mit den eigenen Grenzen.

In diesem Sinne – Vielen Dank an David für diese eindrücklichen Insights.