Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership zum Thema “Leadership in a Transforming World” mit David Fiorucci berichtet Simon Maurer:

David ist der Entwickler des LP3-Modell, welches auf den Erfahrungen seiner 20-jährigen Führungstätigkeit in verschiedenen europäischen Unternehmen basiert.

Patrick verzichtet bei seinen Referaten und Workshops auf Präsentationen und Projektoren, die Interaktion zwischen dem Dozenten und den Teilnehmern und die Arbeit am Flipchart stehen im Mittelpunkt.

In den letzten Jahren hat Patrick ein eigenes Beratungsunternehmen aufgebaut und vermittelt sein Konzept im Rahmen von Workshops und Coachings an Führungskräfte und Teams.

Für unseren Block hat Patrick die folgenden Themen aus seinem Programm herausgesucht:

  • Wirkung als Leader
  • LP3 Leadership Modell

Wirkung als Leader

Wir diskutieren die Fragestellung in der Klasse und sammeln die damit verbundenen Problemstellungen.

Um beim Empfänger die gewünschte Wirkung zu erzielen, müssen drei Bereiche spezifisch beachtet und adressiert werden.

Verständnis & Zustimmung

Es muss ein Grundverständnis vermittelt werden, herrscht Einstimmigkeit sind die Beteiligten bereit “ja” zu sagen.

Kohärenz & Kongruenz

Kohärenz bedeutet, dass die Vision und Strategie des Unternehmens für die Mitarbeitenden übersetzt sind und auf individuelle Ziele heruntergebrochen sind. Dieser Anspruch erfordert eine stufengerechte Kommunikation und den Einsatz entsprechender Entwicklungstools und -prozesse. Stimmt die Ebene Vision, Strategie und Ziele mit der Ebene Kommunikation, Personalentwicklung und Prozesse überein, so erreicht man die Kongruenz.

Einfachheit & Emotion

Einfachheit in der Kommunikation erleichtert das Verständnis und die Umsetzung. Gelingt es zusätzlich positive Emotionen zu wecken, verstärkt dies die Wirkung.

LP3 Leadership Modell

Das Leadership Modell ist als Kreis konzipiert, wobei die Selbstreflexion das Zentrum darstellt. Die einzelnen Kategorien sind untereinander nicht gewichtet und haben multiple Abhängigkeiten untereinander. Will man erfolgreich sein, muss man die Zusammenhänge verstehen.

Vision

Mitarbeiter erwarten von Leadern auf allen Stufen, dass sie wissen, wohin die Reise geht – dies schafft Vertrauen. Eine definierte Vision ist erforderlich und und erste Etappe muss klar umrissen sein.

Werte

Die Mitarbeiter müssen sich orientieren können. Daher ist es essentiell, dass der Vorgesetzte seine Werte kennt und klar kommuniziert, wie er diese versteht. Jeder Mitarbeiter sollte die drei Hauptwerte des Leaders kennen und verstanden haben.

Vorbild

Kombiniert mit Werte bedeutet dies Integrität. Wenn ich als Leader ein Versprechen gebe, muss ich es einhalten (Neudeutsch: Walk the talk!).

Präsenz

Physische Präsenz in Krisensituationen, sowie mentale Präsenz im Gespräch, zuhören und Rückendeckung geben.

Entwicklung und Führung

Die Mitarbeiter erwarten, dass der Vorgesetzte sie bei ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung unterstützt und fördert.

Kommunikation

Offene, transparente Kommunikation und regelmässiges positives, aber auch konstruktives Feedback ist ein Schlüsselelement für gutes Leadership.

Gerechtigkeit

Das Vertrauen basiert u.a. auch auf Regeln. Werden diese nicht stringent angewendet, wird dieses zerstört.

Fachkompetenz

Leader müssen die eingesetzten Management Tools beherrschen und Sparringspartner in Fachthemen sein.

Organisation

Leadership erfordert Selbstmanagement, sowie die Fähigkeit, Aufträge formulieren und delegieren zu können. Delegieren erfordert Vertrauen in mich als Leader und in den Mitarbeiter.

Selbstreflexion

Dies ist die Hauptkategorie und steht in der Folge in der Mitte. Ein Leader muss sich und seine Leistung und Grenzen kennen und reflektieren, wie er auf andere wirkt. Kernfragen hierzu sind:

  • Kenne ich meine Grenzen?
  • Höre ich auf mich und meinen Körper?
  • Mag ich mich, wie ich bin?

Gelingt es, alle neun Kategorien zu beherrschen, schafft man ein positives und performantes Arbeitsumfeld.

Beherrscht eine Führungskraft alle neun Kategorien, schafft sie ein Arbeitsumfeld indem sich die Mitarbeiter wohl fühlen und somit ihr Einsatzwille und ihre Leistung entfalten können. Es gibt jedoch keinen Superman, der Prozess ist ein kontinuierlicher und erfordert lebenslanges Lernen.

Patrick interpretiert das Resultat unserer Selbsteinschätzung (Grün = Stärke, Orange = Schwäche, Gelb = Präferenz, d.h. “das mache ich gerne”).

Ordnung schaffen

Basis jeglicher Entwicklung in Bezug auf Leadership ist eine gemeinsame Sprache. Patrick hat hierzu ebenfalls einen Ansatz entwickelt und lässt uns die Basisbegriffe aus der Strategie- und Führungslehre sinnvoll ordnen.

Das Ergebniss ist wie erwartet – vier Gruppen erarbeiten vier total unterschiedliche Ansätze und es ist auch innerhalb der Gruppen schwierig, einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Um diese Problemstellung zu adressieren, hat Patrick einen entsprechenden Ordnungsrahmen in Form eines Modell entwickelt, welches er als Basis für Workshops mit Leadership-Teams verwendet.

Fazit

  1. Ein guter Leader muss sein Potenzial kennen und seine Kraft beherrschen, um die gewünschte Wirkung zu erzeugen.
  2. Leadership ist ein Prozess, ein Leben lang.

Patrick hat hierzu mit LP3 ein nachvollziehbares Modell, eine darauf basierende, praxisorientierte Toolbox mit eigenem Beratungs-Ökosystem geschaffen und kann dies mit Überzeugung und auf sympathische Art vermitteln.

Add-ons

Wer sich für weiterführende Informationen interessiert, dem sei das Buch oder der untenstehende Fim zum Thema empfohlen:

Buchbestellung (direkt bei Patrick):

«Leader» für eine nachhaltige Wirtschaft

Das LP3 Modell im Überblick auf Youtube: