Aus dem Unterricht des CAS Multichannel Management zum Thema Live Marketing 11. März 2017 mit Roger Stämpfli berichtet Lars Jeppesen:

Nachdem Roger Stämpfli sich und seine Firma Aroma vorstellte, sind wir schon mitten drin im spannenden Thema Live-Marketing.
Wir sehen viele Beispiele von gelungenen Events. Angefangen beim überdimensionalen Edi, eine 19m hohe Holz-Konstruktion eines Skifahrers , Ski-WM 2017 in St. Moritz. Weiter ging es mit interaktiven Schaufenstern, die durch „Schaufenster-Bummler“ beeinflusst und geändert werden konnten.
Dass sich das engagieren von prominenten Persönlichkeiten als Publikums-Magnet immer lohnt, zeigte das Beispiel „Energy Challenge 2016“. Auf spielerische Weise wurde dem Publikum Energie-Wissen vermittelt.

Im Gegensatz zu den ausschliesslich ‘digitale Kampagnen’ besitzen ‘Live Marketing- Events’ noch Platz für persönliche Begegnungen, welche das aktive Miterleben der Zielgruppe mit dem Hersteller und seiner Marke und die Identifikation mit den Produkten erleichtert. Wenn der Event noch mit digitalen Medien verbunden wird, gewinnt sie noch mehr an Attraktivität.
Live Marketing, Live Communication, Event Marketing sind Kommunikationsinstrumente die diese persönliche Begegnung ermöglichen.

Life Marketing sollte immer erlebnisorientiert sein und eine Interaktion auslösen. Es handelt sich stets um eine Inszenierung.
Die Idee sollte gut durchdacht sein. Kreativität ist hier gefragt. Wenn es nämlich gelingt etwas Einzigartiges zu kreieren, können viele Geschichten daraus entstehen. Diese führen im besten Fall zu einem Selbstläufer über den noch lange gesprochen wird.

Die wichtigsten Begriffe im Live Marketing:

  • Events
  • Messen
  • Exhibitions
  • Roadshows
  • Sponsoring (Zu den Kosten für den Event, kommt nochmals etwa die gleiche Summe dazu, um eine effektive Werbewirkung als Sponsor zu erhalten)
  • Pop Up-Stores (sind stark im Trend und haben den Vorteil, dass das Bewilligungsverfahren weniger kompliziert ist.)

Doch wie inszeniert man ein gelungenes Live Marketing ?
Die Aufmerksamkeit der Kunden gewinnt man beispielsweise mit ungewohnten Sichtweisen. Roger Stämpfli fasst diese Möglichkeiten unter dem einprägsamen Titel „Kreativ Porno“ zusammen:

Grundelemente des Kreativ-Pornos:

  • Kopieren und Vervielfältigung
  • Die Grösse ändern
  • Die Menge ändern
  • Das Material ändern
  • Die Farbe ändern
  • Die Form ändern
  • Den Kontext ändern
  • Reduktion

Der Edi in St. Moritz nutzt  eine überdimensionale Grösse, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen. (Das mit der Grösse kann auch umgekehrt funktionieren, indem etwas sehr grosses bewusst stark verkleinert wird.)

Inspirationen findet man auch bei Kunst-Objekten. Wie zum Beispiel bei dem berühmten Kunstwerk von Meret Openheimer (Pelztasse), welches den Kontext des Produktes stark ändert.

Der Kreativiät sind kaum Grenzen gesetzt. Obwohl ich persönlich, die kritische Frage eines Mitstudenten sehr berechtigt fand. Was, wenn der Kunde sich mehr an den originellen Event erinnert, anstatt an die Marke/Produkt selbst. (Mir sind zum Beispiel Werbungen aus dem TV bekannt die sehr originell und witzig sind. An den Markennamen selbst kann ich mich danach oft nur noch schwer erinnern. Andererseits gibt es die langweiligen Waschmittel-Werbungen, bei denen der Markennamen sehr gut hängen bleibt.)

Das Vorgehen für einen erfolgreichen Event:

  • Ziele klären
    Beim klären der Ziele steht die Motivation und die Zielgruppe, sowie das Timing, Budget und das Team welches für den geplanten Event erforderlich ist, im Vordergrund.
  • Idee
    Die passende Idee ist die Grundlage für jeden erfolgreichen Touchpoint.
  • Konzept Planung
  • Umsetzung Planung
    Bei der Planung der Umsetzung müssen Bewilligungen abgeklärt werden und das Umfeld vom Standort sollte gut eingeplant werden. Es macht wenig Sinn einen grossen Event an einem bestimmten Ort zu machen, wenn zur gleichen Zeit ein anderer grosser Player das auch macht.
  • Umsetzung
  • Auswertung, Erfolgskontrolle

Zum Schluss erhalten wir noch einige Tipps von Roger Stämpfli.

Events werden in der Regel von einem grösseren Team (Behörden/Unternehmen) abgenommen. Es hat sich bewährt, bewusst ein paar „Soll-Fehler“ einzubauen. Sozusagen etwas ‘Futter’ zu geben, damit das Abnahme -Team etwas zu tun hat und die Grundidee bestehen bleibt.

Wichtig ist das Jemand der Hüter der Grundidee “Gral” bleibt. Ansonsten besteht die Gefahr am Ende etwas anderes zu machen, als geplant war.

Das Briefing des Auftraggebers sollte überdacht, oder um etwas wirkungsvolleres zu kreieren ganz missachtet werden.

Mit einer Gruppenarbeit, wo wir das Gelernte nochmals vertiefen konnten, endete der spannende Vormittag zum Thema ‚live Marketing’.