Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership mit David Fiorucci berichtet Daniel Fuchs.

Nach einem inspirierenden Vormittag mit David Fiorucci zum Thema «Leadership in transforming world» durften wir im Sonnenschein eines perfekten Frühlingstages eine entspannende Mittagspause geniessen. Am Nachmittag kommen wir wiederum in den Genuss einer lebendigen Vorlesung zum Thema «Macht – Werte – Gerechtigkeit» bei David Fiorucci. Dank einer animierenden Gruppenarbeit findet er eine gekonnte Überleitung vom Vormittags- zum Nachmittagsprogramm.
In der Gruppenarbeit werden wir gebeten, die Begriffe Strategie, Ziele, Charta, Weisungen, Ambition, Vision, Werte, Stossrichtungen, Grundauftrag, Code of conduct, Kompetenzmodell und Mission in eine sinnvolle Ordnung zu bringen (vgl. Abbildung 1).

Abbildung 1: Gruppenarbeit «Begriffe ordnen»

In angeregten Gruppendiskussionen stellen wir schnell fest, dass die zu ordnenden Begriffe teils unterschiedlich interpretiert und verstanden werden. Daher gilt es zunächst ein einheitliches Verständnis für die Begriffe zu schaffen, um sie anschliessend in eine sinnvolle und nachvollziehbare Anordnung bringen zu können. Im anschliessenden Gegenüberstellen der erarbeiteten Gruppenarbeiten wird augenscheinlich, dass teils signifikant unterschiedliche Ergebnisse zustande gekommen sind. Eine mögliche Begriffsanordnung ist in der folgenden Abbildung 2 veranschaulicht.

Abbildung 2: Gruppenarbeit «Mögliche Anordnung der Begriffe»

Im Anschluss an diese erkenntnisreiche Gruppenarbeit vertiefen wir nachfolgend in interaktiver Begleitung von David Fiorucci die bereits am Vormittag angedeuteten Aspekte Macht, Wert und Gerechtigkeit. Dabei wird insbesondere deren Bedeutung aus Sicht des Leaderships beleuchtet.

Macht

Der Aspekt Macht wird allzu schnell mit Machtmissbrauch oder Gewalt in Verbindung gebracht. Dabei ist der Begriff Macht an sich neutral. Erst die Art und Weise, wie Macht eingesetzt wird, lässt ihr einen positiven oder negativen Charakter zukommen. Im positiven Sinne verleiht uns Macht die Möglichkeit, unsere Beziehungen bewusst und prosperierend zu gestalten. Im negativen Sinne wird sie jedoch zum eigenen Vorteil ausgenutzt, wodurch andere in Ohnmacht versetzt werden. Vor diesem Hintergrund ist es in privaten wie auch in geschäftlichen Beziehungen von zentraler Bedeutung, ein Bewusstsein für die vorherrschenden Machtverhältnisse zu schaffen. Eine legitime Form der Macht ist Leadership, sofern es dazu beiträgt, die bestmöglichen Bedingungen dafür zu schaffen, um die angestrebten Visionen und Ziele gemeinsam realisieren zu können.

Werte

Für eine effektive Realisierung unserer Ziele und Visionen ist es zudem ausserordentlich wichtig, unsere Werte zu kennen. Denn diese sind für die Entscheidungsfindung, wie auch für die Handlungsausführung von Menschen und Unternehmen von zentraler Bedeutung. Erst wenn die Werte von Mitarbeitenden mit den Werten von Unternehmen im Einklang stehen, gelingt es, einen gemeinsamen Weg zu nachhaltigen Erfolgen zu beschreiten. Um die Werte jedoch in Einklang bringen zu können, müssen sie zunächst ergründet werden. Dabei können wir auf bewährte Fragestellungen aus der Selbstreflexion wie beispielsweise «Kenne ich meine persönlichen Werte?», «Höre ich auf mich?» oder «Mag ich meine Werte und wie ich diese lebe?» zurückgreifen.

Gerechtigkeit

Im inzwischen geschärften Bewusstsein unseres Macht- und Werteverständnisses, wenden wir uns letztlich noch dem Aspekt der Gerechtigkeit zu. Im Leadership hat Gerechtigkeit einen hohen Stellenwert. Mitarbeitende möchten von ihren Vorgesetzen gerecht belohnt und falls notwendig auch gerecht sanktioniert werden. Denn erst wenn sich Mitarbeiter gerecht behandelt fühlen, gewinnen sie Vertrauen und Sicherheit und sind bereit, die bestmöglichen Leistungen zu erbringen. Ob eine Verhaltensweise gerecht oder ungerecht ist, hängt stets vom subjektiven Empfinden des Betrachters ab und kann nicht objektiv beurteilt werden. Zudem fällt es dem Betrachter einfacher zu erkennen, was er als ungerecht empfindet, als jenes was er als gerecht empfindet. Das Gerechtigkeitsempfinden lässt sich insbesondere durch Transparenz sowie durch offen kommunizierte Erwartungen und Vorstellungen begünstigen.

Fazit

Die Effektivität des Leaderships hängt in hohem Masse von der Qualität der Kommunikation zwischen Vorgesetzen und Mitarbeitenden ab. Die Qualität der Kommunikation ist umso höher, je besser es gelingt, die gewählten Begriffe einheitlich zu definieren und zu verwenden.
Zudem wird die Effektivität des Leaderships massgeblich von unserem Bewusstsein für den hohen Stellenwert der Aspekte Macht, Werte und Gerechtigkeit beeinflusst. Erst wenn wir als Vorgesetzte und Mitarbeiter dieses Bewusstsein schaffen und schärfen, können wir ein Leadership kultivieren, was einen wertvollen Beitrag zu einer nachhaltig erfolgreichen Zukunft leistet.

Weiterführende Links

Website LP3 Leadership von David Fiorucci:

LP³

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Publikationen

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