Aus dem Unterricht des CAS Multichannel Management mit Marion Marxer berichtet Peter Christl.

Zu Beginn der Vorlesung ging es um den “Paradigma Change”. Denn dieser ist im vollem Gange!

Wie ticken die Menschen heute?
Die Menschen wollen sozialen Status, Respekt, sich gut fühlen und sie wollen die Dinge jetzt!

Was ist Ihre Erwartungshaltung an Produkte, Marken oder Unternehmen?
Sie müssen einen Mehrwert bieten, Content liefern, helfen den Status zu verbessern, unterhalten, ehrlich und transparent sein und zwar jetzt.

Auf trendwachting.com werden für diese Entwicklungen 16 Megatrends aufgelistet. Marion Marxer fokussiert sich in Ihrer Vorlesung auf 5 Megatrends und ihre Unterarten die Einfluss darauf haben wie die Leute denken und wie Sie die Märkte in Zukunft prägen werden.

Folgende  Zusammenfassung soll einen Überblick über diese Trends geben:

YOUNIVERSE
Dieser Trend umfasst die Ansicht: Ich bin das Mass aller Dinge, die Welt dreht sich um mich. Die Erwartungshaltung ist, dass Produkte und Marken auf meine individuellen Bedürfnisse zugeschnitten werden. Z. B. eine persönliche Fitness App oder das iPhone mit Fingerabdrucksensor etc.

Youniverse Untertarten:
Status Seekers

Der eigene Status ist mir sehr wichtig und die Meinung anderer zählt viel. Ich wähle deshalb Marken die mir Anerkennung in der Community geben. Beispiel ICE Bucket Contest „Do good and make sure others see it“

Crowd Factor
Die Crowd dient mir als Publikum und Ratgeber. Entscheidungen werden getroffen aufgrund der Meinung der Crowd. Denn ich will mich smart fühlen und immer den bestmöglichen Deal machen.

Egonomics
Die Leute wollen wirtschaftlich profitieren. Nicht nur Käufer sein, sondern Unternehmer werden. Selbst etwas zu bewegen können und auf der Gewinnerseite zu stehen gibt Ihnen das Gefühl von Zugehörigkeit.

HUMAN BRANDS
Das Bedürfnis nach menschlichen Marken, die ehrlich und transparent sind, in Bezug auf ihre Werte und ihr Verhalten sozusagen der Footprint des Unternehmens und deren Produkte. Ein Bewusstsein schaffen das ich mit meinem Verhalten die Welt etwas besser machen kann. Entsprechend wünschen sich die Menschen mehr soziale und ökologische Verantwortung und mehr regionales Engagement von ihren bevorzugten Marken.

Human Brands Unterarten:
Better Business

Ich suche nach Marken, die ich mit gutem Gewissen kaufen kann. Durch die Unterstützung dieser Marken trage ich zu einer besseren Welt bei. Denn Better Business heisst, ökologisch und sozial verträgliches verhalten, dementsprechendes Angebot und im besten Fall auch noch die direkte Unterstützung von sozialen und ökologischen Projekten durch einen Anteil am Verkaufspreis.

Local Love
Die Wiederentdeckung des lokalen/regionalen Angebots. Einerseits wegen dem ökologischen Aspekt andererseits durch das Bewusstsein, dass wenn ich z. B. die Brötchen bei Bäcker im Quartier kaufe ein Teil des Geld wieder entweder direkt oder mindestens indirekt ins System fliesst und somit die Infrastruktur der community verbessert. Man spricht hier auch vom „Boomerang  Shopping.

Brandship
„Der Freund im Netz wir immer wichtiger“. Freunde in sozialen Netzwerken bekommen eine andere Bedeutung. Es spielt keine Rolle ob der Freund aus Fleisch und Blut ist, wir kennen nicht mehr alle „Freunde“ auf Facebook im realen Leben. Was zählt ist, was ich durch die Freundschaft bekomme, an Unterstützung, Wissen, Rat etc.

BETTERMENT
Skills sind das neue Statussymbol. Wir wollen besser sein und schätzen Marken, die uns dabei helfen unser Ziele zu erreichen und unseren Alltag besser meistern. Wir suchen nach Produkten mit einem tieferen Sinn und nach Communities die einen tieferen Zusammenhang haben. Alles was uns in unserem sozialen Umfeld gefragter und attraktiver macht. Marken müssen sich überlegen wie Produkte und Dienstleistungen dem Konsumenten ganz generell helfen können sein physisches, mentales und spirituelles Wohlbefinden zu erhöhen.

Betterment Unterarten:
Helpful
Innovationen, Produkte und Services die unseren Alltag schneller, müheloser, flüssiger machen finden großen Anklang in einer ständig leicht überforderten Gesellschaft.

Ego Stalking
Wir tracken, überwachen, vergleichen und analysieren unser eigenes Verhalten, unsere Gesundheit alles was ich irgendwie abbilden lässt wird festgehalten. Ziel ist dem Ideal so nah wie möglich zu kommen. Krankenkassen sind schon heute am Chip unter der Haut interessiert – Stichwort Prämien bei gesunder Lebensweise.

Breaking Bad
Wenn das mit der Selbstkontrolle dann doch nicht so funktioniert lassen wir uns von anderen vorschreiben was wir tun und lassen sollen. Wir nehmen fast alles in kauf um unsere Ziele zu erreichen. Die Marken die uns dabei helfen unterstützen im Gegenzug wo wir können.

CONTEXTED
Menschen sind nicht mehr offen für Situationen, die Ihnen im jetzt nichts bringen. Nützlich ist nur was jetzt in diesem Moment eingesetzt werden kann. Der soziale, situative und geografische Kontext gewinnt immer mehr an Bedeutung. Wir lösen alles just in time. Marken müssen kreativen und situationsbezogenen Mehrwert bieten.

Contexted Unterarten:
Nowism
Das Vorher und Nachher zählt nicht mehr. Nur der Moment zählt. Bestes Beispiel hierfür ist Snapchat. Eine app bei der der Empfänger nur für eine von mir vordefinierte Zeit Fotos sieht.

Ubitech
Die Vermischung von realer und virtueller Welt, von physischen Gegenständen und Projektionen. Die Technologie die noch am Anfang steht bietet die perfekte und sofortige Information, absolute Transparenz, grenzenlose Auswahl, verbesserte Realitäten etc.

Playful Routine
Dieser Trend soll die tägliche Routine angenehmer, aufregender und überraschender machen. Abgesehen von der persönlichen Befriedung habe ich durch solche Erlebnisse neue Geschichten zu erzählen, was meine Attraktivität im sozialen Kontext erhöht.

REMAPPING
Wir sind in einem gewaltigen Umbruchprozess. Von politischen, wirtschaftlichen Kräfteverschiebungen bis hin zu neuen gesellschaftlichen Normen und Lebensformen. Neue Landkarten werden geschaffen. Was heute noch funktioniert hat ist heute und Morgen wirkungslos. So werden beispielsweise Marken heute eher auf Schwellenländer als westliche Länder ausgerichtet, weil dort mehr Wachstum möglich ist.

Remapping Unterarten:
Made for Bric
Das Potential in den aufstrebenden Märkten  ist so gross, deren Performance so wichtig das immer mehr Marken eigene Angebote, Produktlinien oder Adaptionen entwickeln die exakt auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Ein spezifischer Trend ist zum Beispiel das neue Selbstbewusstsein der Asiaten, die sich Ihrer Bedeutung für die globale Wirtschaft und Kultur immer bewusstwerden.

The new normal
Dieser Trend lässt sich am besten durch die Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Paaren und neuen Familienmodellen visualisieren. Was normal ist hat sich grundlegend verändert. Verschiedene Lebensstile haben unterschiedliche Bedürfnisse, diese zu berücksichtigen kann sehr lukrativ sein.

Rethink Media
Unser Verständnis von Medien ist dabei sich grundlegend zu ändern. Die Grenzen zwischen Distribution und Kommunikation werden unscharf, ebenso wie die zwischen Produkt und Marketing. Die Menschen werden zum Medium und der Content in anderer Gestalt. So schnell wie neues verinnerlicht wird so wird auch zur Normalität.

FAZIT:
Value:
Don’t talk do it
Content: The new gold!
Context: me, here and now!

Nützliche Links sind:
marxerevolution.ch
trendwatching.com
zukunftsinstitut.de