Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business & Ecosystems mit Dozentin Lucia Yapi berichtet Bernd Reinshagen.

Für die meisten Menschen ist es die schönste Zeit des Jahres, alle haben ein gleiches Verständnis über den Inhalt, und trotzdem gibt es im deutschsprachigen Raum verschiedene Bezeichnungen dafür. Wir machen Urlaub, fahren oder gehen sogar in die Ferien. Berücksichtigen wir das, wenn wir mit unsere Webseite Reisen o.ä. verkaufen wollen?

Diese kleinen sprachlichen Unterschiede verdeutlichen bereits anschaulich, wie entscheidend allein schon die Auswahl effizienter Keywords für den Erfolg von SEO ist (siehe unten). Und, dass ohne ein gescheites SEO kein erfolgreiches mobiles Marketing mehr möglich ist.

Die wichtigsten erforderlichen Elemente für ein erfolgreiches SEO im Umfeld von Google wurden uns an einem Novembernachmittag im Kurs Mobile Search/SEO for Mobile vorgestellt.

Basisbegriffe zum Einstieg in das Thema Mobile Search

  • SEO (Suchmaschinenoptimierung/Search Engine Optimization) = bezeichnet Massnahmen, die dazu dienen, dass Webseiten im Suchmaschinenranking in den unbezahlten Suchergebnissen auf höheren Plätzen erscheinen.
  • SEA (Suchmaschinenwerbung/Search Engine Advertising) = umfasst den Bereich bezahlter Anzeigen, die vor allem auf den Ergebnisseiten von Suchmaschinen wie Google ausgespielt werden.
  • SEM (Suchmaschinenmarketing/Search Engine Marketing) = SEO + SEA
  • SERP (Search Engine Result Page) = bezeichnet die Seiten, auf denen die Suchergebnisse in Suchmaschinen wie Google aufgelistet werden.
  • Snippet = Text des jeweiligen Suchergebnisses, bestehend aus einer Headline (Title) und einem Beschreibungstext (Metadescription).
  • Organische Ergebnisse = nicht mit Werbung bezahlte, vom Algorithmus der Suchmaschine ermittelte Suchergebnisse.

Wichtigste Erkenntnis vorab: Wer online nicht gefunden wird, existiert nicht!  Über 90% der Nutzer sehen sich nur die 1. Ergebnisseite ihrer Suche an.

Warum sollen wir uns mit SEO überhaupt beschäftigen?

Wenn wir geschäftlich tätig sind, wollen wir über den Kanal Webseite Werbung für unsere Produkte und/oder Dienstleistungen machen und Umsatz generieren. Bestandskunden kennen unsere Webseite und mobilen Angebote in der Regel schon. SERP von Suchmaschinen sind daher das zentrales Hilfsmittel, um in der mobilen Welt in Kontakt mit möglichen Neukunden zu treten. Wie bereits erwähnt, sehen sich über 90% der Nutzer nur die erste Ergebnisseite ihrer Suche an. Damit potenzielle Neukunden uns überhaupt finden, bedarf es einer sehr guten Rankingposition.

Die folgende Grafik verdeutlicht, was wir mit SEO erreichen wollen:

Wie funktioniert das Ganze?

Zuerst sucht und speichert Google Inhalte der Website, indem die eingesetzten Suchmaschinen die Inhalte einer Webseite mit sogenannten „Spidern“ erfassen.

Dann zeigt Google die Inhalte – sofern richtig erfasst – bei einer Suchanfrage als Ergebnisse an:

SEO versucht, die Position einer Website in den SERPs positiv zu beeinflussen. Die Herausforderung bei der Gestaltung einer Webseite ist nun, den Google-Algorithmus dazu bewegen, unser Angebot…

    • zu finden,
    • zu „lesen“ und zu indexieren,
    • dem richtigen Begriff zuzuordnen und vor allem
    • als qualitativ besser als andere Websites zu bewerten!

Tipp aus dem Kurs: Relevante Infos sollen nicht im Frame der Webseite ‘versteckt’ werden, da die Google-Bots diese Daten nicht abgreifen können.

Google entwickelt ihre SERP logischerweise ständig weiter. Um den Nutzern noch relevantere Ergebnisse zu einer Suchanfrage anzuzeigen, verfeinert Google den Algorithmus mit regelmäßigen Updates wie beispielsweise Panda, Penguin und Hummingbird hat. Aus der Liste der vielen Meilensteine sticht in unserem Kontext Mobile-First Index heraus. Seit März 2018 ,bestraft’ Google diejenigen Anbieter, deren Seiten nicht primär für die Nutzung durch mobile Devices ausgelegt sind.

Die permanenten Verbesserungen haben Auswirkungen auf die Qualität der fünf ,Wächter’:

Was bewirken diese fünf Algorithmen?

  • Panda – Nur Stimmungsbild ohne Content wird schlecht bewertet
  • Penguin – ,Abstrafung’, wenn Links etc. gekauft sind
  • Pirate – schaut, ob Kontext kopiert wurde
  • Pigeon – lokaler Bezug wird stärker gewichtet (als Folge unterhalten grosse Firmen länderspezifische Domains)
  • Page Layout – wieviel Kontext/Content mit Mehrwert wird direkt angezeigt (e.g. Kieser Training ist gutes Beispiel)

Was bedeuten diese Grundlagen der mobilen Suche nun für den Aufbau und die Optimierung unseres mobilen Angebotes? Können wir die im Folgenden gestellten zentralen Fragen mit möglichst vielen JAs beantworten?

Wissen wir, wie die User Google nutzen?

Keyword Analysen sind ein probates Mittel herauszufinden, wonach die Nutzer überhaupt suchen. Die meisten Menschen haben dabei folgende vier Motive:

Tipp aus dem Kurs: Google bietet mit www.google.ch/trends selber ein Tool an, mit welchem die Entwicklung des Suchvolumens ausgewertet werden kann.

Spannend in diesem Zusammenhang war die Analyse der Topbegriffe des eigenen Business auf folgende Parameter, welche wichtige Erkenntnisse für das eigene SEO lieferten.

    • Monatliches Suchvolumen
    • Saisonalitäten
    • Verwandte Suchanfragen
    • Regionale Verteilung

Ist unsere Webseite suchmaschinentauglich?

Für die Beantwortung dieser Frage sind primär drei weitere Fragen zu thematisieren:

Usability: Wie benutzerfreundlich ist unsere Website?

Kriterien zur Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten sind:

      • Alle Elemente müssen gut lesbar und einfach zu bedienen sein
      • Verzicht auf Flash-basierte Inhalte
      • Festgelegter Anzeigebereich, der sich an die Bildschirmgrösse des Gerätes anpasst
      • Design mit einer Technologie, die für Mobilgeräte optimiert ist etc.

Tipp aus dem Kurs: Ist die Website für Mobilgeräte optimiert? Kann auf https://search.google.com/test/mobile-friendly getestet werden. Wie schnell ist Ihr Mobilauftritt im Vergleich zu anderen Websites Ihrer Branche? Test auf https://testmysite.withgoogle.com/intl/de-de  möglich.

Responsive Design: Welches Design liegt unserer Website zugrunde?

Google unterstützt zwar drei verschiedene Mobile Set Ups (auch Dynamic Serving, Separate mobile Site), empfiehlt aber die Verwendung von einem responsiven Design mit folgender Konfiguration:

      • Inhalte für alle Geräte auf einer URL
      • Template mit Breakpoints
      • CSS steuert Darstellung und Inhalt

Technische Elemente: Beinhaltet die Konfiguration unsere Webseite folgende Punkte?

  • HTTPs – bereits seit August 2014 ein Ranking-Signal, da es die Echtheit und sicherheit der Daten garantiert.
  • Schnelle Ladezeit der Webseite – lassen Sie Ihre Nutzer nicht warten
  • Übersichtliche Navigation – optimal ist eine logisch strukturierte flache Struktur mit möglichst wenig Hierarchien.

 

Tipp aus dem Kurs: Wenn keine Blogs verfügbar sind, warum nicht ein Glossar mit möglichst vielen Fachbegriffen/Keywords bereitstellen?

  • Verständliche URL – die URL sollte sprechend sein, durch Bindestriche gentrennte Keywords enthalten
  • Einzigartigen Inhalt – doppelter Content ist zu vermeiden und eine bevorzugte Domain (mit/ohne www.) festzulegen
  • XML Sitemap erstellen – die u.a. vollständige Liste aller Seiten eines Web-Auftritts hilft bei der Indexierung aller Seiten
  • Verzicht auf versteckte Inhalte – der Spider kann u.a. Blockierte JavaScript-, CSS- und Bilddateien nicht kategorisieren
  • Verzicht auf Pop-Ups – erzeugen hohe Absprungsraten bei den Usern

Bieten wir ansprechende Inhalte?

Ansprechende Inhalte sollten folgende Kriterien abdecken:

  • Content-Erstellung – Berücksichtigung der mobilen Suchinteressen, insbesondere des lokalen Bezugs
  • Strategischer Einsatz von Keywords – prägnante Beschreibung des Themas, Platzierung wichtiger als Masse
  • Dateien – Namen sollen den jeweiligen Inhalt klar benennen und beschreiben, Keyword ist im Namen vorne zu platzieren, Grösse ist mit Blick auf die Ladezeit der Webseite zu begrenzen
  • Eigener Title Tag pro Seite – wichtigstes Keyword vorne platzieren, max. 60 Zeichen, Brand nach hinten, da bereits in der URL enthalten …
  • Eigenen Description Tag – individuelle Beschreibung jeder Seite mit den jeweiligen Keywords, Beschreibung sollte zu Titel, URL und Inhalt der Site passen, kurze Sätze mit insgesamt max. 160 Zeichen, Beschreibung des Nutzervorteils

Wie sehen unsere Backlinks (bringen Nutzer & Google zur Zielseite) aus?

 Beispiele für ,gute’ Backlinks:

Die Verführung ist gross, das eigene Ranking durch den Einsatz von ,schlechten‘ Backlinks (Eingekaufte Links, auch über Linkfarmen, Links von der gleichen IP-Adresse etc.). Wer dieses in Betracht zieht, sollte seine (Milchmädchen-) Rechnung aber nicht ohne den ,Pinguin‘ (s.o.) machen.

Fazit eines äusserst spannenden Nachmittags

  • SEO ist wichtig, wenn nicht sogar überlebenswichtig für den Erfolg Ihres mobilen Marketings.
  • Führen Sie die vielen in den Tipps zum Kurs skizzierten Selbsttests einmal durch und besprechen Sie die Ergebnisse mit den Verantwortlichen Ihrer Webseite.
  • Wenn SEO für alle Beteiligten Neuland ist, etablieren Sie einen Prozess zum (kontinuierlichen) SEO in Ihrem Business – viel Erfolg!
  • Denken Sie immer daran: die Konkurrenz schläft nicht 😉