Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership zum Thema „Behavioral Leadership“ mit Andreas Staub berichtet Nils Lauk:

Menschen sind soziale Wesen. Nachhaltige Differenzierung in ihrem Verhalten ist nur über Identität und Kooperation möglich. Dabei steht es in der Verantwortung des Managements die notwendige Vertrauenskultur zu schaffen und die Reputation jedes einzelnen zu schützen. Die Umsetzung einer neuen Strategie ist letztlich die Summe von Verhaltensänderungen. Die Kultur bildet somit die dominierende Rahmenbedingung für den nachhaltigen Betriebserfolg.

Human first

Die Globalisierung und die technische Entwicklungen haben dazu geführt, dass sich Unternehmen hinsichtlich Ihrer Produkte und Dienstleistungen nicht mehr wesentlich von ihrer Konkurrenz differenzieren können. Zudem führen Regulierungen dazu, dass Produkte und Dienstleistungen standardisiert werden (müssen). Was bedeutet dies für das Management eines Unternehmens?

Technologien werden immer irrelevanter – der Mensch wird immer relevanter. Die Erfolgsdifferenz eines Unternehmen kann nicht mehr durch Technologie erzielt werden, sondern kommt vom Menschen. Die Kultur in einem Unternehmen entscheidet, ob eine Firma erfolgreich ist oder nicht. Die Kultur wiederum wird durch das Management beeinflusst.

Management matters

Identität

Die Entwicklung von Identität basiert auf der wahrgenommenen Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Vier Treiber beeinflussen das Identifizieren mit einer Unternehmung:

  • Übereinstimmung der Werte
  • Präferenzen
  • Gewohnheiten stärken
  • Soziale Normen

Um eine nachhaltige Beziehung mit seinen Mitarbeitern oder Kunden aufzubauen, muss verstanden werden, wie diese Identität gemanaged werden.

Ehrlichkeit & Vertrauen

Ehrlichkeit und Vertrauen stellen einen weiteren wichtigen Faktor für einen erfolgreichen Kulturwandel dar. Vertrauenswürdigkeit entsteht durch die Bereitschaft selber als Führungsperson den vorgegebenen Weg zu gehen und somit ein Vorbild zu sein. Vertrauensfähigkeit hängt davon ab, als Leader bewusst Risiko einzugehen, ohne mit Sicherheit zu wissen, ob die Mitarbeiter das Vertrauen zurück geben. Fakt ist: Die Etablierung einer Vertrauenskultur an Stelle der Kontrollkultur kann zu einer nachhaltigen Erhöhung der Team Performance führen.

Behavioral change

Neue Ziele in einer Unternehmung bedingen neues Verhalten. Das Ändern des Verhaltens ist die Paradedisziplin von Leadership. Wenn eine neue Strategie definiert wird, müssen zuerst die Kultur respektive die Unternehmenswerte verändert werden. Strategie und Kultur sind komplementär.

Kooperation

Für erfolgreiche Verhaltensänderungen müssen die Koordinations- und Kooperationsbereitschaft der Mitarbeitenden im Unternehmen vorhanden sein.

Koordination versus Kooperation (CAS Digital Leadership, Andreas Staub)Nur das Bewusstsein bei den Mitarbeitern bei den Mitarbeitern für eine neue Kultur stärken nützt nichts. Um die Bereitschaft für eine Verhaltensänderung zu steigern, müssen unter anderem soziale Ängste und Normen berücksichtigt werden.

Wie kann die Kooperation und damit die Verhaltensänderung langfristig aufrechterhalten werden?

  • Kommunikation
  • Transparenz
  • Positive Anreize (Reward)
  • Leadership Management
  • Change People
  • Bestrafung

Experimente zeigen, die Verhaltensänderung geht nach kurzer Zeit zurück. Viele der oben genannten Instrumente sind entsprechend nur bedingt zweckmässig. Der Grossteil der Mitarbeitenden unterstützt den Veränderungsprozess – unter einer einfachen Bedingung: Bestrafung. Experimentelle Ergebnisse zeigen, dass Normen ohne Bestrafungsmechanismen schwierig aufrecht zu erhalten sind.

Ein positives Gegenstück der Bestrafung ist das Feedback.

Feedback

Wird eine gesunde Feedback-Kultur aufgebaut als dezentrales Instrument der Unternehmensführung schafft man in der Summe ein Spielfeld, in welchem die Mitarbeiter bereit sind die sozialen Kosten auf sich zu nehmen, das Vertrauen aufzubauen und begegnen Verhaltensänderung positiv.

Besten Dank an Andreas für einen spannenden und lehrreichen Nachmittag.