Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business berichtet Lawrence Schmidmeier über den Mobile Case Study Day der HWZ 2017.

Dani Muther und Milos Radovic, beide Dozenten des Mobile Business CAS und Experten in Mobile Strategien und User Experience Design, instruierten die Studenten während mehrerer Wochen in mobilen Lösungen und Anwendungen.

Ziel des heutigen Tages: „Das Theoretisches Wissen in der Praxis anwenden“. In kleinen Gruppen, die in A,B,C unterteilt wurden bekamen die Studenten den Auftrag, als Designer Teams einer Agentur die User Experience am Flughafen Zürich durch Mobile Moments zu verbessern.

Dabei beginnt die Journey an der Haustüre des Reisenden und reicht bis zum Betreten des Flugzeuges. Wichtig dabei ist es, die Painpoints des Reisenden  zu erkennen und diese mit mobilen Lösungen auszumerzen. Mittels vorgegebener Techniken, wie User Research, Personas, User Journey Map, Rapid Idea Generation und Storyboards sollten die Designer Teams mobile Lösungen erstellen.

Die Teams waren frei in der Art und Weise der Vorstellung der Lösungsvorschläge, ob als Video Präsentation, Mock up oder mittels eines Prototypen – alles war erlaubt. Am Ende des Unterrichtstags traten die verschiedenen Gruppen, „Designer Teams“, in einem Pitch gegeneinander an und stellten der fiktiven Flughafen Geschäftsleitung Zürich, Dani Muther und Milos Radovic, die mobilen Lösungsideen vor. Die Teams erhielten Orientierungspunkt/Stossrichtungen die sie einhalten mussten.

Agenda – Case Study Day 

  • Ziele und Einführung
    Dani Muther und Milos Radovic führten die Studenten in das Thema „The power of Storytelling“ ein und erklärten wie die Customer Journey mit einfachen Mitteln erlebbar gemacht werden kann.
  • Design Challenge Vorstellung
    Die Studenten wurden in den Case Study eingeführt: Digitale Journey erarbeiten, Service mittels Einsatz von neuen Technologien mit Fokus auf Mobile Momente verbessern.
  • Methoden/ Tools
    Beispiele von Methoden und Tools wie Personas, Customer Journeys, Prototypen, Storyboards wurden noch einmal aufgegriffen und anhand von Beispielen erklärt.
  • Gruppenaufteilung
    Die Studenten wurden in die 3 Gruppen A, B und C aufgeteilt.
  • Sammeln von Insights
    Die Teams hatten den Auftrag, die richtigen Menschen zu suchen und zu interviewen. Wo und wie sie das vornehmen würden war ihnen frei gestellt. Ziel der Personen Befragung: In Erfahrung bringen, welche Emotionen die Nutzer bei der Nutzung des Services haben. Es sollten mindestens 3 Personen interviewt werden.
  • Personas visualisieren
    Personas „Zielgruppe“ definieren anhand von Demographie, Verhalten, Wünschen, Alter etc.)
  • Journey Mapping
    Die Aufgabe der Teams war es, die Costumer Journey für ihre Idee mit allen wichtigen Steps, Touch Points und Emotions Kurven zu erstellen.
  • Lunch
  • Rapid Idea Generation
    Dani Muther und Milos Radovic erklärten, wie man kreative Ideen mit der Methode Brainwriting generiert. Jeder Student nimmt Post-its, schreibt eine Idee auf mit dem Ziel, die Painpoints zu eliminieren und gibt diese an den Partner weiter. Dieser ergänzt die Idee und gibt sie wiederum an den nächsten Teampartner weiter solang bis daraus eine kreative Idee entsteht.
  • Ideen Prototyping
    Die Ideen wurden von den verschiedenen Teams als Prototyp mittels Skizzen, Video Erklärungen und Mock ups erstellt.
  • Präsentation und Bewertung
    Die Teams traten gegeneinander an und versuchten ihre kreativen mobilen Lösungen der Jury der Geschäftsleitung zu verkaufen.

Der Pitch

Gruppe A präsentierte eine App für Sportreisende. Das Problem des Sportreisenden ist, dass er das normale Gepäck nicht gleichzeitig mit Sperrgut buchen kann. Reisegepäck und Sperrgut, zum Beispiel „Kitesurf Equipment“, müssen unabhängig voneinander gebucht werden.

Grösse und Gewicht des Sperrgutes müssen dem Flughafen bei einer telefonischen Reservation separat mitgeteilt werden. Der Transport zum Flughafen wird durch das schwere Sportequipment meist zur Qual und das Einchecken von 2 verschiedenen Gepäckstücken oftmals zum Stress. Lösung für das Problem liefert eine App von Unique. Hier kann der Reisende mittels der App bereits die Reservation sowie Mass- und Gewichtsangabe des Sportequipments auf einer App ausfüllen  sowie auch das normale Reisegepäck aufgeben.

Durch einen neuen Drop-Off Service am Flughafen Zürich muss der Sportreisende nicht mehr seine Gepäckstücke an 2 unterschiedlichen Orten abgeben, sondern kann dies jetzt an einem Self-Drop-Off Schalter mit der App durchführen.

Ein zusätzliches Feature ist der kostenverbundene Premium Service, der über diese App gebucht werden kann. Hierbei wird das Sperrgut sowie das normale Gepäck zuhause abgeholt und für den Sportreisenden eincheckt. So muss er sich um keinen Drop-off mehr kümmern.

Gruppe B präsentierte die Transfer Airport Assistant App. Die App soll den Reisenden auf der ganzen Journey unterstützen. Sie ist eine Überarbeitung der bereits bestehenden Flughafen Zürich App, soll aber neu als ökonomische Plattform entwickelt werden, um den Reisenden mittels unterschiedlicher Funktionen Hilfestellung zu geben.

Mit folgenden Features soll dem Reisenden, aber auch dem Flughafen Zürich eine Optimierung des Services versprochen werden:

Flugübersicht: Der Reisende selber bekommt Informationen zum Flug. Mit der Funktion Pushnotification kann er gleichzeitig informiert werden, falls der Flug Verspätung hat oder wenn ein Gate Wechsel stattgefunden hat. Mit der Funktion „My Girlfriend/Boyfriend“ wird der Partner zuhause informiert, ob der Reisende mit Verspätung ankommt oder nicht.

Aber nicht nur der Reisende und die Angehörigen profitieren. Der Flughafen Zürich kann mittels Geo Tracking sehen, ob der Reisende bereits im Flughafen ist und hat eine grössere Kontrolle über zu spät kommende Personen.

Durch die App können Zug- und Parktickets gebucht und auf dem Smartphone abgespeichert werden. Für den Flug werden optimale Zugverbindungen automatisch vorgeschlagen und je nach Zielgruppe der richtige Waggon gewählt. Somit sehen Familien wo sich der Familienwaggon im Bahnhof befindet. ParkTickets werden digital auf dem Smart Phone hinterlegt und mit dem Tag „Bring me there“ kann das Auto per Indoor Navigation schnell wieder gefunden werden.

Die App bietet eine Reihe an weiteren Features wie „ Meet me“ – für Businessreisende um während der Wartezeit zu Netzwerken oder „Round me“ um das richtige Restaurant oder den richtigen Shop zu finden.

Gruppe C bietet dem Reisenden eine Augmented Reality (AR) an und will damit die Reise unbeschwerter machen. Der Reisende ist am Flughafen bei der Ankunft oftmals durch viele Schilder und Eindrücke überfordert und weiss nicht, welchen Weg er wählen muss, um an sein Ziel zu kommen. Wohin auch immer der Reisende möchte, die Richtung wird ihm mittels AR Navigation angezeigt. Auf dem Weg durch den Flughafen bekommt der Reisende z.B. Pushnotifications zugeschickt, die über verschiedene Aktionen von Geschäften informieren oder sie zeigen Aktivitäten und Möglichkeiten im Flughafen Zürich an. Darüber hinaus erhält der Reisende alle  Veränderungen im Flugverkehr. In der Augmented Reality App wird immer die verbleibende Zeit bis zum Boarding angezeigt.

Durch ein öffentliches WLAN kommt jeder in den Genuss die App zu nutzten. Der Flughafen Zürich profitiert durch die Datensammlung. Er kann Prozesse besser durch Messung des Stroms der Reisenden definieren.

Der Gewinner vom Pitch war die Gruppe B. Mit ihrem Transfer Airport Assistant konnten  sie mit ihrer durchdachten App Lösung vor der Jury brillieren.