Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business berichtet Marc Blindenbacher:

Unter dem Begriff mCommerce subsumieren wir alle Themen, welche mit dem Handel, der Bezahlung und dem Banking über Mobile Devices (Smartphone & Tablet) zu tun haben. Als elektronische Kommunikationstechnologien kommen SMS, NFC, Apps, Mobile Apps, Mobile Internet und Bluetooth zum Einsatz.

Kundinnen und Kunden kaufen vermehrt online ein. Commerce auf Mobile wird selbstverständlich. So hat sich z.B. der Anteil Bestellungen bei Leshop.ch via Mobile und Tablet gegenüber dem Vorjahr auf über 27% verdoppelt.

In-Store Shopping mit dem Smartphone 

Das Smartphone wird beim In-Store Shopping vor allem zu Beginn des Kaufprozesses eingesetzt:

  • 29% Inspiration, Ideen
  • 12% Evaluation, Vergleich
  • 5% Kaufabschluss
  • 3% nach dem Kauf, Empfehlungen schreiben
  • 6% durchgehend während des Kaufprozesses
  • 54% nutzen das Smartphone noch nicht im Kaufprozess

Beim In-Store Shopping ist demnach noch ein grosses Potential vorhanden, um eine durchgehende Omnichannel-Strategie einzusetzen.

Das Einkaufen mit dem Smartphone/Tablet boomt und hat das Einkaufen über PCs und Notebooks überholt (79% Mobile /21% Desktop). Beim Einsatzbereich von Mobile Shopping geben User die folgenden Nutzungsorte an:

  • 69% zu Hause
  • 31% in einem Shop
  • 28% in einer wartenden Situation
  • 27% während der Arbeit

Nutzer und Nutzerinnen kaufen also am häufigsten zu Hause ein, z.B. vom Sofa aus.

Driving Forces – Was beeinflusst Mobile Commerce?

Die folgenden Faktoren beschleunigen Mobile Commerce und führen zu steigenden Umsätzen in diesem Bereich:

  • Einfachheit & Convenience
  • Omnichannel personalized experience
  • Emergence of (non-)curated platforms
  • Cross border shopping
  • Integration of online and in-store payments
  • Regulation & Standardization

Mobile Commerce Strategie

Zur Erarbeitung einer Mobile Commerce Strategie können folgende drei Ansätze gewählt werden:

Mobile eCommerce

Der bestehende Online-Verkaufskanal wird auf Mobile erweitert, Beispiel SBB.

Mobile als In-Store Extension

Kundinnen und Kunden gehen online im Shop. Das Mobile wird als zusätzliche Verkaufs- und Informationspräsenz im stationären Handel eingesetzt, Beispiel Walmart.

Mobile als Physical POS extension

Kundinnen und Kunden gehen online vor dem Shop. Das Mobile wird als Verbindungsmedium zwischen der offline-Welt und dem online-Kanal verwendet, Beispiel Paypal QR-Shopping.

Aus der strategischen Gesamtsicht sollten zudem die verschiedenen Ebenen, wie in der nachfolgenden Grafik beschrieben, erarbeitet werden.

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Trends im Bereich Mobile Commerce & Shopping

Die aktuellen Trends im Mobile Commerce & Shopping sehen wie folgt aus:

  • Mobile Payment
  • Digitale Kryptowährungen
  • Wearables
  • Kasse, Tablet & Smartphone verschmelzen
  • Responsive Webdesign
  • In-Store Mobile Payment
  • Optimierte Omnichannel-Erlebnisse
  • Dedizierte Shopping-App

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren für Mobile Shopping

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Remote Payment

Unter Remote Payment versteht man nicht vor Ort bezahlen, bzw. nicht vor Ort sein. Die nachfolgende Darstellung gibt eine Übersicht der verschiedenen Remote Payment Möglichkeiten.

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Jüngste Nachforschungen haben ergeben, dass Apple und Android Pay die höchste Conversion Rate (über 95%) im mCommerce aufweisen.

In-Store Mobile Payment

Im Gegensatz zu Remote Payment versteht man unter In-Store Mobile Payment die Bezahlung vor Ort am POS. Folgende Möglichkeiten existieren in diesem Bereich:

  • Contactless NFC (via Kreditkarte oder Android Smartphone, zukünftig via Apple Pay)
  • Tokenization (wird die Sicherheit und Flexibilität bei In-Store und online erhöhen)
  • QR/Barcode
  • Mobile Payment via Bluetooth (Beacon Technologie)
  • Mobile as POS (Smartphone wird mittels Zusatzdevice zum Kassenterminal)
  • Carrier Billing SMS (Bezahlung via Telefonnummer)

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Mobile Commerce stark auf dem Vormarsch ist und eine entsprechende Strategie deswegen insbesondere für Retailunternehmen unabdingbar ist. Die User suchen einfache Lösungen mit einer hohen Convenience. Werden diese Anforderungen nicht erfüllt, so brechen die User den Kaufprozess ab. Mobile Payment am POS hat sich noch nicht durchgesetzt; als Technologie wird sich aller Voraussicht nach NFC durchsetzen. Apple Pay und Android Pay als integrierte Smartphone-Lösungen weisen eine sehr hohe Conversion Rate auf. Die Zukunft wird zeigen, wer die Vorherrschaft am POS für sich gewinnen wird.