Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business berichtet Philipp Bühler:

Augmented Reality, Gamification, Social Commerce, Digital Marketing – darum geht es in den folgenden rund 3’700 Zeichen nicht. Stattdessen beleuchte ich das Mediennutzungsverhalten bedingt durch die Veränderung im Umgang mit Mobile Devices sowie die daraus resultierenden Fragestellungen bei der Überprüfung der eignen Mobile Strategie.

Heute wird dreimal so oft mit dem Smartphone auf das Web zugegriffen als noch vor vier Jahren. Zu dieser Erkenntnis kommt der erst kürzlich von Y&R Switzerland vorgestellte „Media Use Index 2014“.

80 Prozent der Schweizer surfen mobile
Die Studie besagt, dass heute bereits 80 Prozent der Schweizer Wohnbevölkerung über ein mobiles Gerät auf das Internet zugreift. Mit 42 Prozent Internetnutzung via Tablet gehört die Schweiz gemäss Y&R Switzerland zur Weltelite. Es ist zukünftig gar damit zu rechnen, dass der mobile Internetzugang per Tablet und Smartphone den Zugriff per Desktop oder Notebook als dominanten Nutzungspfad ablösen wird.

Aber nicht nur die Schweiz wird immer „mobiler“. Die Verbreitung und Verwendung von Smartphones und Tablets nimmt weltweit zu. Drei Fakten:

WhatsApp, 20 Minuten und Second Screen

Bei weltweit über 600 Millionen aktiven WhatsApp User im August 2014 dürfte es kaum erstaunen, dass der Gratis-Messaging-Dienst auch in der Schweiz die beliebteste Mobile-App ist. Parallel dazu hat sich 20 Minuten in der Schweiz klar als Mobile-Media Brand etabliert. Gemäss „Media Use Index 2014“ gaben 61 Prozent der Befragten an, die Gratiszeitung mobile zu konsumieren.

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 Abbildung: „Media Use Index 2014“

Der TV-Konsum erfährt bereits seit längerem durch die parallele Mobile- und Tablet-Nutzung – Nielsen spricht von 46 Prozent – Konkurrenz. Das sogenannte Second-Screen-Verhalten sollte aber nicht als Gefahr sondern als Chance gesehen werden. Denn gelingt es online mobile-optimierte Inhalte mit tatsächlichem Mehrwert wie beispielsweise einer Interaktionsmöglichkeit zum laufenden TV-Programm anzubieten, kann das Involvement der Zuschauerinnen und Zuschauer erhöht werden – die Zuschauertreue steigt.

Das Internet wird mobile

Weltweit kommen bereits heute über 25 Prozent der Page Views durch ein mobiles Endgerät zu Stande. Dieser Fakt allein sollte genügen, dass die eigene Online-Strategie kritisch begutachtet wird. Kombiniert man diesen Fakt mit dem einen oder anderen Resultat aus einer der oben genannten Studien, ist ein Überdenken der eigenen Strategie unausweichlich. Einige Fragen gilt es in Folge dessen besser früh als spät zu beantworten.

Drei beispielhafte Fragen zum eigenen Produkt:

  • Was wollen meine User/Kunden?
  • Wie kann ich meine bestehenden Produkte für die mobile Welt bereitstellen?
  • Welche Vorteile hat mein Produkt oder meine Dienstleistung gegenüber der Konkurrenz?

Drei beispielhafte Fragen zu den eigenen Marketing Services:

  • Welche Charakteristika weisst das Online-Verhalten meiner User/Kunden auf?
  • Welche Kommunikationskanäle soll ich bespielen, um Aufmerksamkeit für mein Produkt oder meine Dienstleistungen zu schaffen?
  • Mit welchen Massnahmen kann die Interaktion mit der Marke oder die Brand Awareness zusätzlich erhöht werden?

Drei beispielhafte Fragen zur Organisation:

  • Welche Kompetenzen und welches (mobiles) Wissen sind für die neuen Produkte oder Dienstleistungen notwendig?
  • Ist die nötige (technische) Infrastruktur vorhanden und ist sie flexibel genug für die neuen Anforderungen?
  • Welche kulturellen Änderungen sind notwendig, um die neuen Ziele zu erreichen.