Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management schreibt Oliver Frommenwiler:

 

Wer bisher nicht daran glaubte, dass die Social Media Zukunft ‘mobile’ sei, der wurde spätestens im Referat von Mark Forster, Founder und CEO der Adello GROUP und ehemaliger Gründer der Goldbach Mobile AG eines Besseren belehrt. Mark legte knallharte Facts auf den Tisch, respektive auf die Slides. Zum Beispiel: Bereits heute könnten 79% auf klassische Medien wie Print, Radio oder TV verzichten während sich nur gerade 10% ein Leben ohne Internet oder Mobiltelefon vorstellen könnten. In weniger als einem Jahr werden mehr Menschen per mobilem Gerät aufs Web zugreifen als über einen Desktop-Computer. Und von den über 50-Jährigen in der Schweiz hat jeder Vierte Zugriff auf ein Tablet. Vor uns steht eine extreme Veränderung des Mediennutzungsverhaltens – oder eher: sie hat bereits begonnen. Mobile Devices werden die nahe Zukunft komplett dominieren, in der Schweiz sind mittlerweile ca. 3,5 Mio. iPhones und 2 Mio. andere Smartphones in Gebrauch.

Der Kampf um Vorherrschaft auf den Mobile Phones zwischen Google, Apple, Windows & Co ist nur der Auftakt für ein weitaus grösseres Spiel: Es geht darum den Nutzer an die Plattformen zu binden, Stichwort Facebook Home, die übergeordnete Kommunikation zu dominieren und so an den täglichen Dingen zu verdienen, die Leute mit ihren Mobile Devices tun.

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Was passiert, wenn Google sagt, ab morgen sind wir auch eine Bank?
Sozusagen bereits vor unserer digitalen Haustüre steht Mobile Payment. Der Traum vom Bezahlen via Handy wird nächstens Realität werden – mit weitreichenden Veränderungen für die bisherige Bezahlungs-Wertschöpfungskette, angefangen bei den Kassenterminals über die Kreditkarten-Provider bis hin zu den Banken. Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey macht’s mit Square vor: Mit einem kleinen Chip am Smartphone lassen sich Kreditkarten-Zahlungen entgegennehmen und verarbeiten (siehe Bild). Das Startup verdient an jeder Transaktion und oben drauf gibt es die digitalen ‘Cumulus‘ Konsumerdaten ganz umsonst. Was wird wohl passieren, wenn erst die grossen Player wie Apple oder Google so richtig ins Zahlungsgeschäft einsteigen.

SoLoMo. Doch wie kommen Unternehmen an den heiligen Gral – des Users Phone & Tablet, das Tor direkt ins Herz des Konsumenten? Gemäss Mark mit guten Apps, welche die Stärken von Social Media und Mobile vereinen: Freunde verbinden, Personalisieren, Geo-Location und Gamefication. Die Prämisse? Social – Local – Mobile

Die App soll eine Interaktion ermöglichen, welche einen konkreten Nutzen für den Konsumenten erzeugt. Der Nutzen einer App muss in einem Satz erklärt werden können – dann funktioniert’s auch mit dem Sharing. Ein gutes Nutzererlebnis bieten Apps mit ganz spezifischen Funktionen – die ‘Gemischtwaren-App’ ist out. Dabei ist Geduld nicht des Mobile Users Stärke. Lange Ladezeiten sind mobile noch mehr “App-Killer” als auf dem Desktop; ebenso zu viele Schritte (Taps) zur Lösung. Oder in Marks Worten: «Wenn ihr’s macht, dann macht es richtig.»

Die Zukunft von Social Media findet Mobile statt. Und erfolgreich ist, wer sein Business-Modell darauf auszurichten schafft, die Stärken von Mobile bewusst einzusetzen und dabei den Nutzen des Konsumenten ins Zentrum zu stellen.

Mark, vielen Dank für die äusserst bereichernden Denkanstösse, die konkreten Tipps und Tricks und die spannenden Cases.