Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business mit Ralph Hutter berichtet Petra Moser:

Wie wir wissen, das grosse Thema «Mobile» beschäftigt alle, ob klein oder gross, jung oder alt, Private oder Unternehmen. Die ganze Welt ist Mobile und wird je länger je mobiler. Das bestätigen die Zahlen. Aber darauf gehen wir nicht ein, auch nicht über die ganzen Themen wie Mobile Communication, Big Data, Security und und und  – denn hier wissen wir schon ganz viel darüber. Die Fragestellung, die Manuel und Ralph sich und uns stellten, lautet eher: Existiert überhaupt so etwas wie Mobile First Culture (in Unternehmen)?

Aber legen wir doch einfach mal von vorne los und durchleuchten im Eiltempo ganz kurz die beiden Themen «Mobile First» und «Kultur». Was versteht sich wie oder wird von wem schon umgesetzt, und wie ist schlussendlich das Zusammenspiel?

Mobile First – ein paar bekannte Beispiele:

Unternehmen 1: WhatsApp
Nachrichtenunternehmen mit 1 Produkt (!), welches für 19 Mia an FB verkauft wurde. Ein typischer Mobile Use Case.

Unternehmen 2: Uber
Im Kern logisch: Fahrt anfordern, per Handy bezahlen, bewerten. Ein typisch disruptives Modell mit einer konsequenten Mobile First-Umsetzung.

Unternehmen 3: Runtastic – und wie sie alle noch heissen
Nicht geht über eine intakte Gesundheit. Mobiler Use Case im wahrsten Sinne des Wortes: Mobile in Bewegung.

Und dann gibt´s da noch ganz viele weitere wie z.B. Swarm, Foresquare, Instagram etc. Und nicht nur Unternehmen oder Dienstleistungen verfolgen eine Mobile First-Strategie, sondern auch auf der Produktebene kann dieser Ansatz ausgelebt werden wie z.B. bei Flipoard, der papierlosen Zeitung, die selbstzusammengestellt und quasi in Eigenproduktion angeschaut werden kann.

Nur schon bei eigenen Überlegungen ertappt zu werden, dass es ohne Mobile und Mobile First-Strategien/Ansätze nicht mehr geht, gibt Vala Ashfar den korrekten Satz wider: «The notion that mobile and social is tech… It´s not; it´s a lifestyle.»

Dieser Lifestyle ist wie ein Virus, er breitet sich im Unternehmen aus und nimmt Einfluss auf verschiedenste Faktoren/Handlungsfelder wie: Business Modelle, Entwicklungsmethoden, Markom/Branding, Interaction Design, Benutzerverhalten, Technology, Umwelt, Content und den Arbeitsplatz.

Wie spielt nun aber die Kultur noch rein? Ein interessantes Modell mit Erkenntnis basiert auf Russell Consulting:

Mobile First

Eigentlich voll klar? Ja, wenn da nicht Tim Galpin & Toby Tester das Ganze noch ein bisschen knackiger darlegten. Die beiden Investmentbanker waren damit beschäftigt, Unternehmen zu fusionieren, Kulturen zu vereinen und dafür entwickelten sie einen Bausatz, einen gedanklichen Rahmen, wie man die Unternehmenskultur am besten fasst, und zwar über diese Bereiche: Processes, Business Rules, Facilities & Technology, Organisational Structure & Decision Making, Roles & Responsibilities, Skills & Knowledge, Behaviours & Attitudes, Performance Measures, Reward Structures & Career Development, Communications.

Und jeder von uns begegnet diesen Bereichen im eigenen Unternehmen oder in Unternehmen von Kunden. Nun, Mobile First Culture. Was gibt es zu tun? Ganz simple: sich über genau diese Felder Gedanken zu machen. Wo gibt es welche Ansätze? Ist es die grosse Geschäftsidee? Eine konsequente mobile Weiterentwicklung? Ein kleiner Change am POS? …? Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt.

Wie überall, gilt aber auch hier:

1. Know your customer
2. Know their (mobile) behaviour
3. Identify Killer Use Cases
4. Slowly implement cultural changes accordingly
5. Track an measure and improve agile
6. If input 5 go to 1

Und denkt daran, Mobile First Culture kann man nicht aus dem Lehrbuch entnehmen. Dies ist ein so unterschiedlicher Prozess, der lange dauert bis diese Kultur überall verankert ist und so ein mobiles Verhalten entsteht.

In diesem Sinne: Mobile? First Culture!