Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business and Ecosystems  Mobile Strategy mit Milos Radovic berichtet Antonia Wenk.

Mobile Sells! Einer, der das bereits früh gemerkt hat, ist Gary Vaynerchuk. Bereits 2013 war für ihn klar, dass mobile first, second und auch 69th kommt.

Gary Vaynerchuk

#dontberomantic

Andere Firmen, die in der Vergangenheit Marktführer waren und den Digitalisierungs- bzw. Mobile-Zug verpassten, hätten sich wohl auch einen Gary in der Geschäftsleitung gewünscht. Prominentes Beispiel unter vielen ist Nintendo. Mobile Games zogen an der Konsole von Nintendo vorbei und auch ihr letzter Versuch, es Mario richten zu lassen, zeigte sich aus monetärer Sicht wenig erfolgreich. Sie gliedern sich damit in eine Reihe von Unternehmen ein, die das gleiche Schicksal heimsuchte: Kodak mit Digitalkameras, Swisscom mit Whatsapp, Nokia mit Apps und viele mehr.

«Super Mario Run»: Nintendos allererstes Handy-Game (2016)

«Super Mario Run»: Nintendos allererstes Handy-Game (2016)

Dass sich mit mobilen Games ein Vermögen verdienen lässt, zeigen grosse und aufwändig entwickelte Spiele wie Candy Crush Saga oder Clash of Clans. Stichwort hierbei ist In-App-Purchases. Aber auch im kleinen Rahmen lässt sich das Ganze umsetzen. Flappy Bird ist dafür ein gutes Beispiel. Das simple Game, das sich mit nur einem Klick spielen lässt, wurde innert kürzester Zeit zum meist heruntergeladenen App und sein Erfinder dank Werbeplatzierungen innerhalb der App zum Millionär. Dong Nguyen, der Erfinder des Games, soll am Ende täglich 50’000 Dollar mit Werbung verdient haben. Aber es geht noch besser. Kennen Sie die App «Diamant App»? Für stolze 999 US Dollar konnten sich iPhone User 2008 das teuerste App aller Zeiten als Status Symbol herunter laden. Und angezeigt wurde lediglich ein rot glühender Diamant – ohne weitere Funktionen.

“Flappy Bird”: Simples App-Game des vietnamesischen Entwicklers Dong Nguyen aus dem Jahr 2013

#attention

Die einzige Währung im Marketing ist Attention. Auch dazu gibt es ein Video von Gary Vaynerchuk, welches das schön erklärt.

Wie sie diese Attention erlangen, ist einfach: Erwischen Sie die für Ihre Kunden wichtigen Micro Moments. Google definiert den Begriff wie folgt:

“A mobile moment is a point in time and space when someone pulls out a mobile device to get what they want in their immediate context.

Das passende Video zur Definition finden Sie hier.

#mircomoments

Micro Moments sind zentral, um den Kunden relevante Mehrwerte zu bieten. Und dank dem Mobile Device können diese Micro Moments immer und überall stattfinden. Als Übung fragen wir uns, wo mobile Micro Moments in unseren Firmen stattfinden. Dabei orientieren wir uns am Drei-Dimensionen-Modell der Digitalisierung, dass von Milos Radovic an die Wand gezeichnet wird:

Drei-Dimensionen-Modell der Digitalisierung von Milos Radovic

CX (Customer Experience)

Wo gibt es Painpoints für Ihre Kunden und wie sind diese zu lösen? Gibt es dafür mobile Lösungen? Wie könnten diese aussehen?

P (Prozesse)

Ist eine Lösung gefunden und umgesetzt, kann diese beispielsweise mittels gesammelter Daten verbessert oder weiterentwickelt werden. Und wie könnten interne Prozesse optimiert werden?

BM (Businessmodelle)

Welche Aspekte können weiter monetarisiert werden? Gibt es weitere Bereiche, die eine Erweiterung oder vielleicht ein ganzes Ecosystem zulassen? Und wenn daraus ein Businessmodell entsteht, braucht es langfristig eine Strategie inkl. Roadmap.

#mindset

Dass das Mobile Device bzw. Mobile Lösungen prioritär behandelt werden sollen, weil sie die direkteste Verbindung zu den Kunden sind, hat wohl unlängst jeder begriffen. Doch um ein mobiles Businessmodell zu etablieren und konsequent umzusetzen und schlussendlich auch zu monetarisieren, braucht es mehr. Ein grundlegender Mindshift des ganzen Unternehmens ist notwendig.

Wichtig ist zu verstehen, dass dafür nicht eine losgelöste mobile Strategie notwendig ist, sondern vielmehr eine ganzheitliche Unternehmensstrategie, die das Thema Mobile entsprechend verankert.

Unternehmen sollten sich auch vor Augen führen, dass sich mobile Lösungen nicht nur an den Kunden richten. Auch die Innensicht darf nicht vergessen werden. So können beispielsweise Apps für die Sales-Mannschaft oder den Aussendienst einen genauso grossen Impact auf das Business haben, wie Apps für Kunden.

Buchtipp: The Mobile Mind Shift