Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business berichtet Daniel Crosariol:

Suchmaschinen bahnen uns einen Weg durch den Informationsdschungel des Internets, der immer dichter wird. Internetlivestats zufolge wurde allein im Jahr 2014  im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme an Webseiten von beinahe 300 Millionen (+44 %) ermittelt. Die Milliarde-Grenze (1’000’000’000) sollte bis erstes Quartal 2016 erreicht sein. Die Zahl der Internet-Nutzer und -Nutzerinnen liegt bei etwa 3 Milliarden – Tendenz steigend! Auch dank dem Boom von mobilen Geräten, die als bevorzugtes Ausgabegerät benutzt werden, um schnell Auskunft im Web zu erhalten.

Amit Sighal (Google Search Chief) meldete, mobile Suchanfragen hätten sehr stark zugenommen und die Desktop-Suche mittlerweile überholt. Das mobile Suchzeitalter ist definitiv angekommen.

Erfolg im Internet heisst gefunden werden

Niemand erstellt Webseiten, damit sie im World Wide Web nur ein Schattendasein fristen. Wer online nicht gefunden wird, existiert nicht. Über 80 % der Nutzerinnen und Nutzer beachten nur die erste Seite der Ergebnisliste von Suchmaschinen, zudem unterscheiden sich die Klickraten zwischen Desktop und mobilen Geräten aufgrund ihrer kleineren Bildschirmgrössen. Deshalb sind Top-Positionen für mobile Geräte erst recht wichtig, wenn die Webseite gefunden werden soll.

Die Studie von seoclarity.net bestätigt, dass bei den organischen Suchergebnissen das auf der ersten Position platzierte Ergebnis mehr Klickraten holt als das zweitplatzierte – etwa doppelt so viel auf Desktop- und dreimal mehr auf mobilen Geräten. Mittlerweile hebt Google Mobile-optimierte Webseiten in der Such-Trefferliste als “Mobile-friendly” hervor.

Abgrenzung SEO

Ziel ist es, die eigene Webseite möglichst zuoberst in der organischen Ergebnisliste platzieren zu können. Dabei hilft uns die SEO, die Search Engine Optimization, oder auf Deutsch: Suchmaschinenoptimierung. Dabei sind SEO und SEA (Search Engine Advertising) Teilgebiete des Suchmaschinenmarketings (SEM). SEA, eher als Paid Search (deutsch: bezahlte Suche) bekannt, sind dagegen gekaufte Textanzeigen, die solange angezeigt werden, bis das Budget dafür verbraucht ist.

Suchergebnissliste –iPhone und iPad Mini

Quelle: Lucia Yapi, Yapiweb
SEO ist keine eigene Disziplin

SEO sollte immer in die digitale Marketingstrategie (Social Media, Paid Search, Content) miteinbezogen und auf die Businessziele ausgerichtet werden, um daraus die KPIs (Key Performance Indicators) aller Kanäle bestmöglich bestimmen zu können.

Herausforderung

Für eine gute Position muss die Suchmaschine die Webseite zuerst einmal finden können, dann lesen und indexieren, der Webseite den richtigen Begriff zuweisen und sie zuletzt qualitativ besser als andere Webseiten bewerten. Eine Garantie, Top-Platzierungen in den organischen Suchergebnissen auf Anhieb zu erreichen und sie dann stetig halten zu können, gibt es keine. Die Suchalgorithmen von Suchmaschinen haben hierbei auch ein Wörtchen mitzureden. Eine geeignete SEO-Strategie kann dabei helfen, die Webseiten so gut wie möglich darauf vorzubereiten.

SEO-Strategie

Man ist diesen Suchalgorithmen allerdings nicht ganz ausgeliefert. Es besteht die Möglichkeit, als Webseiten-Optimierer einen gewissen Einfluss nehmen zu können. Zuerst ist einmal wichtig, sich eine Strategie zurechtzulegen. Nur auf Google gefunden zu werden, reicht noch nicht aus. Man sollte sich zuerst folgende Fragen gestellt haben:

  • Warum soll unsere Webseite gefunden werden?
  • Welchen Mehrwert bietet unsere Webseite den Nutzerinnen und Nutzern?
  • Was erwarten wir von den Nutzerinnen und Nutzern auf der Webseite? Müssen sich sich registrieren, um ein Whitepaper herunterzuladen oder eine Trial-Anwendung auszuprobieren zu können (Call To Action)?
  • Können wir sicherstellen, dass mobile Anwender und Anwenderinnen die Informationen leicht finden, problemlos auf der Seite navigieren können und bei Handlungsaufforderungen (CTA) wissen, was sie tun müssen?
Optimierungsmassnahmen für Mobile

Erst Struktur und Content optimieren, dann dazu passende Links aufbauen:

SEO-Optimierungsmassnahmen

Quelle: Lucia Yapi, Yapiweb

Keywords:

  • Keywords und auch Sprachsuchen kennen und verstehen, die von mobilen Usern angewendet werden.
  • Webseite nicht mit den gleichen Suchbegriffen überladen, sondern auch Synonyme verwenden. Die Sprache des Nutzers bzw. der potentiellen Kundinnen sprechen.

Inhalte:

  • Inhalte/Themen, die für die Zielgruppe von hohem Interesse sind und mit den Suchbegriffen übereinstimmen, für mobile User entsprechend aufbereiten. Inhalte müssen gut lesbar sein, auch wenn die Aussenbedingungen für Mobile Devices nicht immer optimal sind.
  • Inhalte aktuell halten! Bei mobilen Geräten gilt besonders: Weniger ist mehr, auf das Nötigste fokussieren.
  • Geografische Aspekte miteinbeziehen (Restaurant, Dienstleistung, Shops usw.).

Architektur:

  • Intuitives, einfaches Navigationskonzept. Je übersichtlicher die Navigation, umso besser. So wenig Hierarchien wie möglich erstellen und sie logisch strukturieren. Jede Ebene sollte mit sinnvollen Begriffen bezeichnet werden.
  • Verwendung von mobil-kompatiblen Webseitenformaten (Responsive Web Design oder separate mobile Site).

Programmierung:

  • Webseite für mobile Geräte optimieren. Google stuft seit Mai 2015 mobiltaugliche Webseiten höher ein als nur Desktop-optimierte.
  • Blitzschnelle Ladezeiten sind heutzutage für mobile Geräte ein Muss (eine bis wenige Sekunden).

Interne Links:

  • Auf allgemeine Phrasen wie “hier” und “mehr” verzichten. Die Links sollten einen direkten Zusammenhang mit dem gelesenen Text aufweisen und zur Zielseite passen (siehe folgenden Screenshot als Beispiel).Interne Links
  • Verweise sollten auf einer Seite stehen, die oft besucht wird.

Backlinks (Links, die von externen Webseiten auf die eigene verweisen):

  • Auf regelmässige und natürliche (organische) Bildung von externen Links achten. Sie sollten von verschiedenen Quellen mit hoher Autorität stammen.
  • Links nicht einkaufen. Besteht ein hochqualitativer Content, erhält man Verweise zur eigenen Webseite oft von Social Media oder Blogs (Viralität) auch automatisch. Dies wird von Google höher eingestuft.

SEO Optimierungs-Erfolgskontrolle

Ohne Fleiss kein Preis. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass einmalige SEO-Optimierungsmassnahmen reichen. Durch die ständige Weiterentwicklung der Suchalgorithmen und Web-Technologien sowie die sich ändernden Suchgewohnheiten der mobilen User ist eine gründliche und regelmässige Erfolgskontrolle unerlässlich, um SEO erfolgreich zu betreiben.

Webanalyse-Programme

Zur Besucherflussanalyse gibt es spezielle Webanalyse-Programme. Diese zählen z.B. die Anzahl Besucher und die Seiten, die aufgerufen worden sind. Auf diese Weise kann der Besucherzuwachs dokumentiert werden, der durch SEO-Massnahmen erreicht wurde, und es können Prognosen für die Zukunft entwickelt werden.  Diese Programme ermöglichen ausserdem eine sehr genaue Analyse des Benutzerverhaltens auf der Webseite mit sogenannten KPIs:

  • Wo kommen die Besucherinnen her (Referrer)?
  • Welche Geräte wurden benutzt – Desktop oder mobile Geräte?
  • Nach welchen Suchwörtern suchen die Nutzer (Keywords)?
  • Welche Suchbegriffe haben Potenzial und liegen brach (Suchvolumen und Wettbewerbsfähigkeit)?
  • Wie lange bleiben die Internetnutzerinnen auf der Webseite (Verweildauer)?
  • Wird die Seite schnell wieder verlassen (Absprungsrate)?
Zu guter Letzt …

Alle angebotenen Leistungen und Informationen auf der Webseite müssen auf dem neuesten Stand sein und auf die Zielgruppe gerichtet mit dem entsprechenden Suchbegriff angepasst werden. Nur wenn mobile Anwender und Anwenderinnen für sie optimierte, ansprechend gestaltete und aktuelle Inhalte vorfinden, werden sie sich mit ihren mobilen Geräten auf der Webseite schnell zurechtfinden und sie wieder besuchen.

Wer sich noch tiefer mit diesem Thema auseinandersetzen will, dem wird die Einführung in Suchmaschinenoptimierung (PDF-Datei, 10,6MB) oder die Mobile SEO Online-Anleitung von Google (Englisch) empfohlen.

Weitere Mobile SEO-Blogberichte auf hwzdigital: