Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business mit Manuel P. Nappo und vier Gastreferenten berichtet Daniel Stäheli:

Nun war unser letzter Studientag in Mobile Business angebrochen… Manuel P. Nappo erwähnte einleitend, dass wir als RoundUp mit ihm vier Gastreferenten aus der Schweizer Mobile-Szene, allesamt Mobile StartUps Gründer, begrüssen dürfen.

Vorerst hat Manuel noch folgende Erläuterungen zur mündlichen CAS Zertifikatsprüfung, ergänzend zum Merkblatt und mündlichen Prüfungsplan in Evernote, angebracht:

Fragen zur Zertifikatsarbeit (ca. 2/3 der mündlichen Prüfung)
  • Einstiegsfragen
    Um was geht es? Welche Herausforderungen bestanden? Woraus wird ein Nutzen generiert?
  • Verständnisfragen
    Was für Vor- und Nachteile resultieren beim gewählten Lösungsansatz? Gibt es weitere Lösungsvarianten? Wie handhaben andere Firmen und Branchen die Problemstellungen?
Fragen zum CAS Mobile Business (ca. 1/3 der mündlichen Prüfung)
  • Wissensfragen
    Aufbereitete Fragen der jeweiligen Dozenten aus dem gesamten Studieninhalt (Bsp.: Was sind die Unterschiede zwischen einem Tablet und einem Smartphone?)

Nun waren die vier Gastreferenten für Mobile StartUps an der Reihe. Manuel hat sie jeweils einzeln angekündigt und am Schluss der Referate, nach unseren Fragen aus dem Plenum, ein interessantes und prägnantes Fazit gezogen:

1.  Ubaldo “Ubi” Piccone I Gründer YEAHGOODS I http://yeahgoods.com

Geschäftsidee YEAHGOODS

Darüber besteht schon ein gut verfasstes Interview von Sylvana Ulrich, durchgeführt an der HWZ, Center for Digital Business (https://www.hwzdigital.ch/yeahgoods-gruender-ubaldo-piccone-wir-wollen-authentizitaet-bieten/), das ich Euch nicht vorenthalten will. Der Markteintritt ist anfangs 2017 geplant. Ubi‘s Firmenpräsentation über ein Low-Budget-Video (CHF 500) ist auch für die Ohren ein Genuss:
https://youtu.be/gGmDq6D9E6k

Empfehlungen Ubi Piccone

Ubi hat uns folgende Empfehlungen für Mobile StartUps auf den Weg gegeben:

  • Ideen sollten mutig und schnell, jedoch professionell umgesetzt werden! Gute Tools dafür sind im Buch „Das 4-Stunden-Startup von Felix Plötz I ISBN 978-3-430-20202-2“ verständlich beschrieben.
  • Selbstdisziplin ist für eine Firmengründung unabdingbar. Damit auch weitere persönliche Ziele nicht aus dem Fokus verloren gehen, eignet sich das Buch „No Excuses von Brian Tracy I ISBN 978-1-593-15632-9“.
  • Gryps hat, wer einfach und kostenlos drei passenden Offerten erhält. Auf dieser Plattform könnte sich der richtige Anbieter für die Mithilfe bei der Produkt- oder Dienstleistungsgestaltung verbergen (www.gryps.ch).
  • Rechtliche Unterstützung bietet Elena Walder-Schiavone. Mehr erfährst Du auf Ihrer Homepage (www.smartuplaw.ch).
  • Für den Web-Auftritt eignet sich Content Makers (www.contentmakers.ch). Für die Inhaltsaufbereitung bieten sie ein vielfältiges und frisches Angebot auch im Video- und Audiobereich und über Social Media. Faszinierend und auch unterstützenswert dabei ist, dass es ein von Lernenden selbstgeführter, staatlich anerkannter Lehrbetrieb ist.

2. Noah Lorenz I Mitbegründer mementor GmbH I http://www.mementor.ch/

Geschäftsumsetzung mementor

Ein von Schlafforschern entwickeltes Online-Training, das Schlafstörungen über ein viermonatig zu absolvierendes Schlaftraining minimiert. Die Wirksamkeit ist klinisch bestätigt. Das Produkt wird derzeit über eine Web-Lösung angeboten. Die Erweiterung auf Wearables (Entwicklung App offen) ist in Planung. Abnehmer sind Kliniken (Therapeuten). Als weitere Endkonsumenten werden Patienten mittels Partnerschaften über Krankenkassen forciert.

Empfehlungen Noah Lorenz

Noah hat fünf Lessons Learned aus seiner Gründerzeit für ein Mobile StartUp gezogen:

  1. Take your time to choose the right technology!
    (Testing für responsive Web-Lösung wurde masslos unterschätzt. Einsatz Smartphone-Sensoren derzeit nicht möglich, da keine App angeboten wird.)
  2. Be quick!
    (Die angebotenen digitalen Lösungen, u.a. auch ChatBots, entwickeln sich sehr im Gesundheitsbereich.)
  3. Get customers ASAP!
    (Frühzeitig bei Produkt- oder Serviceentwicklung Endkunden involvieren, um bedürfnisorientierte Lösungen anbieten zu können.)
  4. Focus on raising money!
    (Gleich von Beginn weg Folge-Finanzierung regeln.)
  5. Choose the right team!
    (Gegensätze im Team kulturell und auch in Bezug auf unterschiedliche Fähigkeiten sind förderlich.)

3. Robert Blum I CEO Poinz GmbH I http://www.poinz.ch/

Geschäftsumsetzung poinz

Wir glauben, dass Treue verbindet. Das ist die Mission von poinz. Ihr Geschäftsmodell ist die Interaktion von Geschäften und treuen Kunden primär über ein Smartphone. Der Ursprung besteht aus einem einfachen und bewährtem Prinzip: Die physische Stempelkarte.

poinz (Kundenauftritt):poinz-kunde

poinz (Geschäftsauftritt):poinz-geschaeft

Empfehlungen Robert Blum

Robert hat folgende relevanten Aspekte aus Sicht poinz erwähnt:

  • Beziehungspflege: Bei Kunden ist es wichtig, neben der App-Aktivierung auch die Kunden über die weiter oben visualisierten Kanäle im App zu binden. Dazu gehören auch Gamification-Ansätze (bspw. hat poinz über das „Lösli“-Prinzip über einen einmalig gültigen QR-Code Treuepunkte oder den Gewinnern einen Preis offeriert). Bei der Zusammenarbeit mit Geschäften muss auch der Verkäufer vor Ort geschult werden. Ein regelmässig durchzuführender Besuch der Geschäfte für die Beziehungspflege und auch die Erkennung der Probleme und Bedürfnisse ist sinnvoll.
  • Pricing: poinz wendet bewusst kein dynamisches Pricing an. Gegenüber den Geschäften werden im Baukastensystem serviceorientiert auf Basis Jahresverträge drei Preismodelle pauschal angeboten.
  • Messbarkeit: Geschäfte können ihre Kundenbindung messen. Ohne ein weiteres Tool oder Installation werden Eckwerte der anonymisierten Kundendaten visuell in einfach zu interpretierenden Statistiken ausgewiesen.

4. Danny Thuering I Mitbegründer WebMobix I http://www.webmobix.com/

Geschäftsidee WebMobix

WebMobix bietet auf ihrer Homepage mehrere Services an. Danny hat sich nach einer kurzen Firmenpräsentation (Mission und Vision) primär auf den im Internet publizierten Service „Bots & AI“ fokussiert. Live konnte Danny den Power Bot (Restaurant-Suche) und Linguo Bot (Sprach-Erlernung) präsentieren. Beide Bots sind ChatBots, d.h. der Dialog findet über einen bestehenden Messenger statt (hier Facebook, weitere sind Slack, Skype, Spark – WhatsApp ist noch nicht möglich, da API für Bots noch nicht geöffnet ist). Facebook stellt für den Bot ein Template (Anzeige Bilder, Titel und Text mit maximal 100 Zeichen sowie Textkonserven) zur Verfügung. Damit Facebook als Bot aktiviert wird, muss derzeit der Benutzer eine Textnachricht und den Bot-Namen senden. Textnachrichten des Benutzers werden strukturiert über Erkennungsmuster in einzelne Wörter und Kontexte zerlegt. Über AI (Artifical Intelligence) werden die Erkennungsmuster mit Verbindungen und dynamischen Verknüpfungen angereichert, damit ein Bot die Erkennungsrate der Benutzermitteilungen steigern kann.

Empfehlungen (Fazit)

Mit den integrierten Empfehlungen von Danny Thuering wird nachstehend ein Fazit aller vier StartUp-Vertreter gezogen:

  • Native und Web Apps sind über Prototyping einfach und intuitiv zu gestalten!
    (deckungsgleich mit Studiumsinhalt primär aus „User Experience I und II“ sowie „Mobile Strategy und Agenda Setting“)
  • Berücksichtige Touchpoints mit Kunden!
    (deckungsgleich mit Studiumsinhalt primär aus „Case Study“ sowie „Mobile First Culture“)
  • Verschiedene Backgrounds im Team sind gewinnbringend für ein StartUp!
  • Gute Ideen sollten auch umgesetzt werden!

Für weitere Informationen zu (Mobile) StartUps eignet sich folgende Plattform:startups_ch