Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management zum Thema „Mobile Devices and Applications“ mit Frank Lang berichtet Pascal Staub:

„Mobile“ ist das Schlagwort unserer Zeit. Mit 80 % mobiler Internetnutzer und -nutzerinnen sind fast ¾ der Schweizer Bevölkerung „mobile unterwegs“. Rund 42 % der Schweizerinnen und Schweizer nutzen das Internet mit einem Tablet, 75 % via Smartphone. Mit Blick auf den Besitz von mobilen Geräten nach Generationen ist erkennbar: „Mobile“ zu sein ist nicht nur eine Modeerscheinung unter der jüngeren Generation. Mobile Devices sind quasi allgegenwärtig und haben sämtliche Generationen in ihren Bann gezogen.

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In unserer dynamischen und vernetzten Welt ist es nahezu ausgeschlossen, sich dem Thema Mobile Business zu entziehen. Vor allem für Unternehmen gilt, sich aktiv mit Mobile Business auseinander zu setzen und sich für die Zukunft zu positionieren.

“If you don’t have a mobile strategy, you don’t have a future strategy.” (Eric Schmidt, Google)

Um eine passende Mobile Strategy erstellen zu können, müssen folgende vier Schritte eingehalten und beachtet werden:

Screenshot Strategie

Mobile Web? Mobile Website? One Web?

Diese Fragen lassen sich einfach beantworten:

„If you don’t have a mobile website, you don’t have a website.“ (Unbekannt)

Bei der Entwicklung einer Mobile Website ist z.B. beim Zugriff mit dem Smartphone speziell auf die diversen Bildschirmgrössen, die langsamen Prozessoren, die Touchscreens oder die ungeduldigen Nutzerinnen und Nutzer zu achten. Bei den Umsetzungsoptionen von Websites gibt es mit dem „Adaptive Web Design“ und dem „Responsive Web Design“ primär zwei Varianten.

Screenshot AD vs RP 3

Adaptive Design

Kontrollierte Adaption des Designs mit verschieden Templates für definierte Device-Kategorien (multiple fixed with layouts).

Responsive Design

Flexibler Grid, welcher sich der Browser-Auflösung ohne fixe Pixel-Dimensionen anpasst und auf CSS Media-Queries basiert (multiple fluid grid layouts mit einer zentralen Code-Basis und mind. drei Breakpoints).

  Adaptive Responsive
Vorteile
  • Optimale Lade-Geschwindigkeit durch minimierten Code auf Smartphones
  • Struktur, Haptik und Funktionen können je nach Use Case auf das entsprechende Device angepasst werden
  • Es kann eine komplett andere Strategie als auf dem Desktop verfolgt werden
  • Design für tiefe Aufmerksamkeit und schnelle Wege möglich
  • Eine Web-Infrastruktur/CMS
  • Eine Device-unabhängige URL-Struktur
  • Keine eigens verursachten SEO-Konflikte
  • Inhalte können aus- und eingeblendet werden
  • Down- und Up-Scaling
  • Konsistente UX

 

Nachteile
  • Administration von unterschiedlichem Content in evtl. verschiedenen Systemen
  • Break-Point bzw. die Device-Kategorie müssen im Detail evaluiert werden
  • Linklogik für Cross-Device Bookmarks
  • SEO-Konflikte und dadurch Risiko für eine Google-Penalty
  • Zeitintensiv im Entwicklungszyklus
  • Use Case Unterschiede pro Device nur beschränkt möglich
  • Downloadmenge, da immer der gesamte Content ausgeliefert wird
  • Integration von Microsites, iFrames und Rich Media schwierig
  • Vereinfachung von Prozessen nötig

Fazit

Keine der beiden Varianten ist per se die bessere Wahl. Die optimale Lösung hängt stark von der Struktur, den Inhalten und Funktionalitäten ab. Häufig ist der ideale Weg eine Kombination aus beiden Ansätzen. Die schlussendliche Umsetzungsvariante wird immer im Konzept evaluiert und bestimmt.

Das Universum der Apps ist grenzenlos

Sei es nur zur Unterhaltung oder bei der Suche nach einem Restaurant, dem Kauf eines Konzerttickets, beim Chat mit Freunden oder bei der Optimierung von Arbeitsprozessen: Für alles existiert eine App. Aktuell werden in den fünf führenden App-Stores über 3.25 Millionen Apps angeboten. Durchschnittlich hat jeder Smartphone-Nutzer 60 Apps installiert und deren 20 in den letzten 30 Tagen verwendet. Alle 60 Sekunden verzeichnet der Apple App-Store 34‘722 App-Downloads. Apps im mobilen Bereich sind kleine Software-Programme, die speziell für Smartphones und Tablets entwickelt werden. Zeitersparnis, der generelle Nutzen oder die Unterstützung bei einer Entscheidung sind die meistgenannten Vorteile einer App. Apps können grundlegend nach „Utility = Zeit sparen“ und „Entertainment = Zeit verschwenden“ ausgerichtet werden. Erfolgreiche Apps zeichnen sich durch leistungsstarke und bedienungsfreundliche Funktionen aus. Gegenüber mobilen Webseiten bieten Apps in der Regel die bessere und flüssigere User Experience sowie signifikante Vorteile aufgrund deren offline-Verfügbarkeit und Zugriff auf die Geräte-hardware (z.B. Kamera, GPS, Mikrofone etc.).

Welche App-Form darf es denn sein?

Neben der Idee steht am Anfang einer App meist eine technische Frage: Welche App-Form ist die geeignetste? Eine Native App, eine Web App oder die Hybrid App? Eines kann bereits im Voraus gesagt werden: Eine Standardantwort oder eine generelle Empfehlung kann nicht gegeben werden. Jede der drei Umsetzungsvarianten birgt Vor- und Nachteile, beeinflusst durch Faktoren wie Businesskontext, Zielgruppe, Funktionalitäten und nicht zuletzt durch das Budget. Wichtig ist daher, die unterschiedlichen Entwicklungsansätze mit ihren Stärken und Schwächen zu kennen und zu verstehen.

Bild App Form

App-Form Vorteile Nachteile
Native App
  • Gerätezugriff (Hard- und Software)
  • Hohe Geschwindigkeit
  • Hohe App-Komplexität möglich
  • Offline-Verfügbarkeit
  • Speichert Daten auf Gerät
  • Gleich wie Gerätebedienung
  • Vertrieb über App Stores
  • Hohe Individualisierbarkeit
  • Hohe Entwicklungskosten
  • Hoher Programmieraufwand
  • Aufwändige Pflege und Betrieb
  • Unterschiedliche Plattformen
  • Abhängigkeit von Plattformen
  • Erweiterungen nur durch Updates
  • Unsichtbar für Suchmaschinen
  • Download auf Gerät nötig
Web App
  • Auf Webtechnologie basierend
  • Meist günstige Entwicklung
  • Geräte- und plattformunabhängig
  • Schnelle Updates möglich
  • Vertrieb durch Unternehmen
  • In Suchmaschinen auffindbar
  • Kein Download auf Gerät nötig
  • Läuft in Browser-Umgebung
  • Internetverbindung nötig
  • Oft weniger komfortabel als Native App, schlechtere User Experience
  • Eingeschränkter und teilweise langsamer Gerätezugriff
  • Lange Ladezeit
Hybrid App
  • Kombiniert Vorteile aus Native und Web App
  • Benötigt Schnittstelle auf Gerätezugriff
  • Leicht erweiterbar
  • Komplexe Umsetzung
  • Keine Updates offline möglich
  • Performance-Probleme möglich

Am Anfang einer App …

Am Anfang einer App steht die visionäre Idee oder im besten Fall ein konkretes Anwendungsziel. Vorgängig ist allerdings zu klären, ob eine App grundsätzlich notwendig ist. Wer aus Gründen wie „Unser Management meinte, wir brauchen eine App – was die machen soll, wissen wir nicht, aber unsere Konkurrenz hat auch eine“ ein App-Projekt startet, hat bereits verloren. Bei einer App-Entwicklung sollte immer folgendes Erfolgsrezept bedacht werden:

  • Eine App sollte nur etwas tun, dies aber perfekt.
  • Eine App zu entwickeln sollte keine spontane oder trendgetriebene, sondern eine bewusste und strategische Entscheidung sein.
  • Neben einem ausgezeichneten Interface- und Usability-Design muss der Mehrwert für die Nutzerin eindeutig erkennbar sein.