Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership mit Andreas Von Gunten berichtet Olivier Korda:

Gespannt nach dem ersten Einführungstag unseres Digital Leadership Lehrganges waren wir auf die Ausführungen von Andreas Von Gunten. Voller Elan und Begeisterung brachte er uns die Thematik „Politik in der digitalen Welt“, sprich Themen der Netzsperren und Netzneutralität näher.

Begonnen haben wir den Unterricht mit einem Slide zum Thema „Fake News“. Wie können wir heute prüfen, ob die gelesenen Informationen „true“ or „fake“ sind? Heute versuchen die verschiedenen Plattformen wie u.a. Facebook oder Twitter mittels Zensur eine entsprechende Newsübermittlung zu steuern. Ob dies den Grundrechten einer freien Meinungsäusserung gerecht wird, ist fraglich.

Wichtig ist jedoch, dass wir uns aktiv in Themen einmischen und ihnen eine Stimme geben. Egal ob in der Unternehmung, im privaten Umfeld oder im politischen Umfeld. Als Grundsatz gilt, dass die Stimmen in allen Variationen über die diversen Kanäle eingebracht werden. Die Digitalisierung und das Internet bieten hierfür viele Möglichkeiten.

Netzsperren

Nun stellt sich die Frage, ob das Internet wirklich ein rechtsfreier Raum darstellt. Eigentlich wissen wir alle, dass dem nicht so ist. Die Durchsetzung dieser Rechtsansprüche im digitalen Raum ist nicht immer einfach. Oft können die Delikte nicht 100% dem Verursachen zugeordnet werden. Andreas Von Gunten ist der Meinung, dass man keinen Unterschied machen sollte zwischen der digitalen und analogen Welt. Denn das Internet ist Teil unseres Lebens und dort gelten somit die gleichen Gesetze.

Wenn Rechtsverletzungen durch Netzsperren entgegengewirkt werden soll, dann ist dies ein illusorisches Unterfangen. Denn sobald die User informiert sind, werden sie diese Sperren umgehen. Solche Sperren führen dann zu Einschränkungen für alle Beteiligten.

Quelle: Vorlesungsunterlagen A. Von Gunten (01.09.2018)

Netzneutralität

Ein weiterer Themenblock handelte um die Netzneutralität.

«NETZNEUTRALITÄT BEZEICHNET DIE NICHT-DISKRIMINIERENDE ÜBERTRAGUNG VON DATEN IM INTERNET.» (netzneutral.ch)

Als Grundsatz gelten 3 Prinzipien:

  1. Jedes angeschlossene Gerät soll mit jedem anderen frei kommunizieren können (End-to-End-Prinzip)
  2. Jeder Netzbetreiber soll sein Bestmöglichstes dazu beitragen, dass die Daten so effizient wie möglich fliessen können (Best-effort-Prinzip)
  3. Jeder soll das Internet weiterentwickeln und eigene Dienste und Inhalte anbieten können, ohne dafür die Netzbetreiber oder jemanden anderen um Erlaubnis bitten zu müssen (innovation-without-permission-Prinzip)

Quelle: Vorlesungsunterlagen A. Von Gunten (01.09.2018) /Grafik aus der LNN vom 10.11.2015

Mit der Thematik der Netzneutralität müssen sich alle Unternehmungen auseinander setzen und nicht nur die immer erwähnten Grosskonzerne wie Youtube, Facebook, Google und Netflix.

Abschliessend bleibt noch das Politikum der vielen neuen Medienmitteilungen seitens Bund im Rahmen der Digitalisierung, welche aktive Reaktionen seitens der Bürgerinnen und Bürger erfordern. Denn in den diversen Mitteilungen werden relevante Informationen, bzw. Gesetzesanpassungen eingepackt, welche auf den ersten Blick nicht direkt ersichtlich sind. So gilt es genau hinzusehen, was auf uns zukommen wird und mit welchen Konsequenzen. Hier appelliert Von Gunten an eine transparente und klare Kommunikation seitens der Gesetzgeber.