Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership zum Thema Netzpolitik / Digitalpolitik mit Andreas Von Gunten berichtet Ivan Emch.

An unserem 3. Tag des CAS Digital Leadership bringt uns Andreas von Gunten die Digitale Politik/Netzpolitik etwas näher.

Andreas ist Inhaber Von Gunten & Co. AG, Verleger & Buchhändler bei buch & netz, Herausgeber C36Daily,
Gründer & ehemaliger VRP von PARX, Mitgründer von Papiertiger und Datenschutzpartner.ch, VR bei Scope,
Dozent am Institute for Digital Business der HWZ, Leiter Advisory Board des Centre for Digital Responsibility,
Mitglied der Digitalen Gesellschaft, Mitglied Geschäftsleitung SP Aargau, Vizeammann Kölliken, Autor von
«Intellectual Property is Common Property», links-libertärer Humanist.

Was ist das Ziel des heutigen Vormittags?

Andreas möchte uns anhand von Beispielen zeigen, dass die Digitalisierung nicht wie ein Tsunami auf uns hinunterbricht und einfach passiert. Alles was wir in diesem Wandel erleben ist von Menschen gemacht. Es sind Entscheidungen von Menschen, Entscheidungen von Unternehmen aber auch Entscheidungen in der Politik. Vor allem sind es aber auch Entscheidungen in Unternehmen, um die Politik zu beeinflussen. Es ist nicht so, dass alles was hier ist auch so hätte kommen müssen. Es hätte auch ganz anders kommen können.

Als Digital Leader ist es wichtig, dass man sich diesem Aspekt bewusst ist.

Politik bedeutet Meinungsverschiedenheit, Meinungsvielfalt und es geht darum, dass man gemeinsam zu Lösungen kommt.

Deep Fake

Zum Einstieg Zeigt uns Andreas ein Video.

Deep Fake Videos werden uns in nächster Zeit noch massiv beschäftigen.

Das Beispiel soll uns zeigen, dass wir einem Video nicht trauen können, selbst wenn es echt aussieht und sich auch echt anhört. Wir müssen lernen damit umzugehen, dass man nicht einfach einer Quelle glauben kann. Es ist wichtig die Quelle zu hinterfragen und nicht gleich zu glauben. Mittlerweile wissen wir, dass Bilder welche in Internet kursieren oft verändert wurden und dass auch viele Texte nicht der Wahrheit entsprechen. Bei Videos nehmen wir jedoch an, dass sie original sind, da eine Verfälschung praktisch nicht möglich ist. Dies ist jedoch ein Irrglaube. Auch wenn man kein IT-Profi ist, kann man mit gratis Apps ein Video leicht fälschen.

Netzsperren am Beispiel des Bundesgesetzes über Geldspiele

Was ist eine Netzsperre und wie funktioniert sie?
In der Schweiz gibt es im Rahmen der Netzpolitik seit dem 1. Juli 2019 die erste staatliche Netzsperre. Nur wer in der Schweiz ein Kasino hat, darf auch Online Spiele anbieten. Wenn man nun auf eine Internetseite geht, welche vom Staat verboten wurde, wird man auf eine andere Website geführt, auf welcher erklärt wird, dass man die Seite nicht besuchen darf.

Dieses System ist jedoch völlig untauglich, da man ohne Probleme die Netzsperren umgehen kann, beispielsweise mittels VPN.

 

 

 

 

Was sind die Gefahren, wenn die Netzsperre nicht funktioniert?
Der Ruf nach stärkeren Netzsperren wird definitiv lauter. Es gibt Möglichkeiten nach tauglichen Netzsperren. China und Iran machen es vor, jedoch muss man mit ganz anderen Mitteln dahinter gehen, jedoch haben wir dann aber ein wirkliches Problem.

Zusätzlich haben wir hier einen Dammbruch. Es ist das erste Mal das eine Branche geschützt wird mittels Netzsperre. In diesem Gesetz hat die Musikindustrie extrem lobbyiert für Netzsperren im Spielbankengesetz, obwohl es mit der Musik überhaupt nichts zu tun hat. Die Absicht war, dass die Netzsperre zum ersten Mal umgesetzt wird, damit es die Musikindustrie leichter hat ebenfalls eine Netzsperre durchzubringen, wenn sie es benötigt.

Quelle: Präsentation Andreas Von Gunten, Vorlesung CAS Digital Leadership vom 31. August 2019