Sunnie J. Groeneveld im Interview mit dem topsoft Fachmagazin:  

Sie sind Studiengangsleiterin des Executive MBA Digital Leadership an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich. Seit wann gibt es diesen Studiengang und wem empfehlen Sie ihn?

Die HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich hat die Lancierung des Executive MBA (EMBA) Programmes in Digital Leadership im vergangenen März kommuniziert. Aktuell kann man sich für die erste Durchführung unter fh-hwz.ch/embadl einschreiben. Start ist ab Februar 2020. Das EMBA Programm basiert auf den drei Säulen «Digital Business and Technology», «Digital Culture and Leadership» und «Digital Vision» und fokussiert nebst der Vermittlung eines fundierten digitalen Technologieverständnisses auf die persönliche Entwicklung sowie die unternehmerische und kommunikative Kompetenz der Teilnehmenden. Ich empfehle das berufsbegleitende Programm insbesondere praxisorientierten Führungskräften, die digitale Ambitionen in ihrer Führungskarriere hegen, d.h. mehr Verantwortung für digitale Projekte übernehmen möchten oder die digitale Vision ihrer Organisation entscheidend mitgestalten wollen.

Inwiefern unterscheidet sich die “Digital Leadership” von einer “Leadership”, die wir bisher kannten?

Digital Leaders sind Führungskräfte, die nebst einem erhöhtem Technologieverständnis, begeisterungsfähiger, inspirierender flexibler und teils risikobereiter sind als ihre Vorgänger. Der Digital Leader versteht seine Rolle primär als Coach, der sein Team befähigt und Kollaborationen auch über sein Team hinaus vorantreibt. Er ist offen und flexibel gegenüber neuen Arbeitsmodellen, kennt die Vorteile eines iterativen Vorgehens sowie datenbasierter Entscheidungsgrundlagen und kombiniert diese gekonnt mit ausgeprägter Empathie und Kommunikationsfähigkeit – online als auch offline. Ein weiteres Kernelement des Digital Leadership Ansatzes ist die unternehmerische Haltung und ausgeprägte Kundenorientierung. Und, ganz wichtig: Er lernt jeden Tag dazu – und ist paranoid, dass jederzeit etwas um die Ecke kommen kann, das sein bestehendes Geschäft disrumpiert.

Wie sehen Sie die Chancen von Frauen im Rahmen der digitalen Transformation?

Eigenschaften für Digital Leadership wie die Empathie-, Kommunikations- und Kollaborationsfähigkeit sind oftmals Stärken von weiblichen Führungskräften. Nur erlebe ich es leider immer noch zu oft, dass sich Frauen mit dem unbegründeten, aber in unseren Breitengraden gesellschaftlich verbreiteten Vorbehalt, dass Technologie Männersache ist, selbst aus dem Rennen nehmen. Es hilft auch nicht, dass in der Tech-Welt die grosse Mehrheit der Top-Executives als auch die visiblen Tech-Idole – Steve Jobs, Mark Zuckerberg, Elon Musk, Jeff Bezos etc. – alle männlich sind, d.h. es fehlen die weiblichen Vorbilder.

Welche Empfehlung geben Sie persönlich ambitiösen Frauen mit auf den Weg?

Setzt euch mit der Digitalisierung und den technologischen Treibern auseinander. Bildet euch dazu weiter und helft mit, andere Frauen dafür zu begeistern, Technologien nicht nur zu konsumieren, sondern mitzuentwickeln.

Good to know

Sunnie J. Groeneveld ist Unternehmerin, Verwaltungsrätin und Autorin. Sie hat die Beratungsfirma Inspire 925 gegründet, war erste Geschäftsführerin der Standortinitiative digitalswitzerland und sitzt inzwischen im Verwaltungsrat von drei mittelgrossen Schweizer Unternehmen im IT-, Ingenieur- und Mediensektor. Sie ist ebenfalls Autorin des Buches «Inspired at Work», wurde zu den «Top 100 Women in Business» gezählt und vom Wirtschaftsmagazin Forbes auf seine «30 under 30» Liste für den deutschsprachigen Raum gesetzt.

Ab Februar 2020 leitet sie den Executive MBA Digital Leadership an der HWZ Hochschule für Wirtschaft.

Klingt spannend? Verpassen Sie nicht die nächsten Informationsabende! Diese finden am 18. September und 28. Oktober 2019 an der HWZ in Zürich statt. Alternativ können Sie hier ein individuelles Beratungsgespräch buchen.