Neues Jahr, neue Trends!

Im diesjährigen Yea(h)rbook berichtet HWZ Gastdozent Thomas Knüwer über sieben Online Marketing Trends, die wir 2019 ganz bestimmt antreffen werden. Damit auch du im Bilde bist, wollen wir dir diese Trends natürlich nicht vorenthalten. Deshalb präsentieren wir dir hier Ausschnitte aus Knüwers Fachartikel. Let’s dive in!

Trend 1: EU disruptiert Onlinewerbung

Im Laufe des Jahres wird die Europäische Union die E-Privacy-Verordnung (EPVO) beschliessen. Sie ist die Konkretisierung der Datenschutzgrund-verordnung (DSGVO) für das Thema Privatsphäre. Im Extremfall wird die heutige Form der Daten-Aggregation untersagt. Sprich: Werbe-Targeting, wie es heute Alltag ist, würde vollständig sterben und eine massive Disruption der Onlinewerbebranche nach sich ziehen. Gewinner dieser Regelung wären Unternehmen, die auf Content Marketing setzen, und geschlossene Plattformen, die ihre Daten selbst sammeln – namentlich Facebook, Google oder Amazon.

Trend 2: Peak Onlineshopping

Onlineshopping kann so nicht weitergehen. Logistikdienstleister sind an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt, Umweltaspekte werden stärker thematisiert, Städte beginnen Pläne gegen die Kleinstrassen verstopfenden Lieferbotenfahrzeuge anzugehen. Die Folge werden steigende Logistikkosten und somit steigende Preise für Onlinebestellungen sein. Dies wird den stationären Handel wieder attraktiver machen.

Trend 3: Happy Places

Viele Menschen haben das Gefühl, die Welt gehe den Bach runter. Total Unfug, denn abgesehen vom Klimawandel hat sich unser Leben in allen Regionen der Welt in den vergangenen Jahrzehnten drastisch gebessert. Doch das Gefühl ist eben da. Im Social Web zieht es Nutzer deshalb zu Happy Places. Hiervon profitieren bildorientierte Plattformen. Jene bessere Welt sorgt auch dafür, dass wir Menschen mehr Schönes vorzuzeigen haben, wie z.B. unser Essen oder unsere letzte Reise. So erklärt sich unter anderem der Aufstieg von Instagram.

Trend 4: Aggressiver Tribalismus

Unternehmen werden sich heftiger Kritik ausgesetzt sehen. Wir leben in einer Zeit des aggressiven Tribalismus, in der die extrovertierte Zugehörigkeit zu einer bestimmten Anspruchsgruppe auch eine demonstrative Selbstbestätigung ist: Man fühlt sich gut, weil man als bekennender Vegetarier ein Restaurant attackiert, das noch Fleischgerichte anbietet. 2019 wird diese Aggression auf allen Kommunikationskanälen von Unternehmen steigen – von der Hotline bis zur Facebook-Page.

Trend 5: Generation Z-Marketing

 

Die ältesten Mitglieder der Generation Z treten dieses Jahr ins Arbeitsleben ein, weshalb die Besonderheiten dieser Generation in der Marketingszene eifrig diskutiert werden dürften. Am Auffälligsten wird dies, wenn es um das hohe Mass von Toleranz in dieser Generation geht. Die Generation Z betont ihre Offenheit gegenüber jeder Art der Lebensführung. Erste Schritte im GenZ-Marketing sind eine Kosmetikserie für Transgender aus dem Hause Sephora und eine dekorative Kosmetik für Männer, die Chanel 2018 startete.

Trend 6: Hiphop als Marketingvorbild

Hiphop’s Herangehensweise an Produktion und Vermarktung hat zunächst die Bereiche Streetwear und Sneaker geprägt – nun springt dies über auf andere Produktbereiche. So werden wir 2019 mehr zeitlich begrenzte Pop-up-Stores sehen und mehr limitierte Produktlinien antreffen. Ausserdem werden Marken durch kurzweilige Kooperationen versuchen ihre Produktwelten temporär weit dehnen.

Trend 7: Social Live Shopping

Was Ricardo einst von Ebay absetzte, waren unterhaltsam moderierte Live-Auktionen. Diese Form des Verkaufs kehrt nun zurück mit den Mitteln des Social Webs. So überträgt der chinesische Dienst Shopshop live aus stationären Läden Video-Verkaufsshows, bei denen die Zuschauer miteinander und mit den Moderatoren kommunizieren können – und natürlich kaufen. Diese interaktive Form des Vertriebs wird 2019 weitere Experimente erleben.