Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management zum Thema Paradigmenwechsel durch Web 2.0 mit Prof. Dr. Christian Hoffmann berichtet Daniela Babey.

Bei der Mediennutzung zählen für die Schweizerinnen und Schweizer „TV“ und „Internet“ immer noch zu den Top 2 der genutzten Mediengattungen. Die Internet-Nutzung per Smartphone und Tablet nimmt aber rasant zu und wird oftmals im Zusammenhang mit Sozialen Netzwerken verwendet. Apropos Nutzung, wer sind denn überhaupt die Nutzerinnen und Nutzer? Hier wird vor allem zwischen den „Digital Outsiders“, „Digital Immigrants“ und „Digital Natives“ unterschieden. Dabei ist weniger das Alter, sondern vielmehr der Bildungsstand und das Einkommen zentrales Unterscheidungskriterium. Das folgende Beispiel veranschaulicht dies sehr gut:

Digital Natives

Und wer sich noch mehr mit den Internet Usern befassen will, der schaut am besten Silicon Valley.

Web 2.0: Hype oder Revolution?

Was sich durch die sozialen Medien wirklich verändert

  1. Demokratisierung der Informationen

„Das World Wide Web, unendliche Weiten…“. Wir schreiben das Jahr 2016: Vorbei ist die Zeit, wo wir im Web 1.0 Informationen und Inhalte nur passiv konsumiert haben. Die Demokratisierung im Informationszeitalter hat längst begonnen und das Web 2.0 bietet viele neue Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten. Dank der modernen Technologie, interaktive Netzwerke sowie verschiedene Kanäle und Geräte, können wir jederzeit einfach und kostengünstig miteinander kommunizieren. Als Nutzerinnen und Nutzer des Web 2.0 sind wir praktisch ausnahmslos miteinander verbunden und können unendlich viele Inhalten untereinander teilen. Dabei produzieren wir enorme Informationsmengen für andere Nutzerinnen und Nutzer auf der ganzen Welt.

  1. Bedeutung des Sozialen in der Öffentlichkeit

Soziale Medien ermöglichen massenhafte interpersonale Kommunikation. Der Kommunikator rückt dabei in den Mittelpunkt und muss sich entsprechend angemessen präsentieren. Hierbei ist nicht nur der Content wichtig, sondern auch die Beziehungen zum Empfänger.

obama_selfie_stick

instagram reality

I ♥ Ego-Marketing
I ♥ likes
Zum Beispiel finden Katzen Videos enormen Anklang. Das weiss auch watson.ch

  1. Aufmerksamkeitsökonomie

Die Aufmerksamkeit von Menschen wird grundsätzlich als knappes Gut betrachtet, mit anderen Worten ist unsere Zeit ein wertvolles Gut. Dadurch empfinden wir die Menge der Daten schnell als „Information Overload“. Wir müssen selektiv auswählen, was wir wahrnehmen wollen und was nicht. Und hier beginnt das Problem: Wir haben immer weniger Zeit und sind sowohl such- als auch denkfaul. Dabei helfen Social-Media-Plattformen. Hier sehen wir, was unsere Freunde liken und akzeptieren dadurch eine Vorselektion der Informationen. Schliesslich sind für uns die persönlichen Empfehlungen von Freunden am glaubwürdigsten und wichtigsten. #herdentierli #gleichesmitgleichem #blaseneffekt #rausausderkomfortzone

Mehr dazu gibt’s im Buch „The Filter Bubble“ von Eli Pariser

Social Networking

Soziales Zusammensein von Individuen in spezifischen Konstellationen. Oder ganz einfach, jeder kennt jeden.

In der Realität sind Netzwerke nicht zufällig verteilt, sie sind skalenfrei. Nutzerinnen und Nutzer kommen in Gruppen zusammen, die bestimmte Parameter aufweisen. Sei es eine Gruppe für Haustiere, Lifestyle oder Bildung, die je nach Inhalt, Mitglieder oder Reputation unterschiedliche Mitglieder anzieht. Die Auswahl und Teilnahme an Gruppen ist in der Praxis sehr komplex und basiert auf einer Vielzahl Kriterien.

Stanley Miligrams Experiment das Kleine-Welt-Phänomen (small-world experiment) erklärt sehr gut, wie erfolgreich Social Networks sind.

Social Networking