Aus dem Unterricht CAS Social Media Management mit Sven Ruoss berichtet Martin Eggenberger.

Der Halbtag über das „Personal Branding“ ist gemäss eigener Aussage von Sven Ruoss ein eher „exotisches“ Thema im CAS. Es ist die einzige Einheit, die sich nicht mit der Business-Sicht, sondern mit der Ich-Bezogenheit befasst. So erhielten wir spannende Inputs für die „Ego-Show“.

Branding = Profilierung?

Ja, aber nicht nur!

Gemäss Rohit Bhargava bestehe die neue globale Währung nicht mehr aus Papier, sondern aus Beziehungen. Und der Trendforscher Gabor Janszky meint, dass der Unterschied der Chancen der Menschen im Jahr 2020 hauptsächlich aus der Fähigkeit bestehen werde, sich in Netzwerken zu bewegen. In analogen, aber vor allem auch in digitalen. Die Sozialen Medien helfen dabei natürlich wesentlich mit, Beziehungen die über den engsten Freundeskreis (strong ties) hinausgehen, zu unterhalten und zu managen (weak ties). Dabei ist auf eine positive und authentische Darstellung der eigenen Person, des Könnens und der gewählten Themen zu achten. Die geweckten Erwartungen müssen erfüllt werden können. Ein Personal Branding ist daher ein Produkt einer längerfristigen konzeptionellen Arbeit und bedeutet, dass viel Arbeit und Zeit investiert werden muss.

Was spricht für Personal Branding?

Jeder sollte sich die Fragen stellen: Gibt es etwas, womit ich „berühmt“ werden will? Gibt es etwas, dass ich liebe, in dem ich gut bin und was erst noch bezahlt wird? Wenn dem so ist, sollte man sich um Personal Branding kümmern! Wenn man im Netz nicht gefunden wird, hat man keine „Online-Identität“. Mit dem Aufbau einer Online-Identität kann man seine Darstellung in der Öffentlichkeit steuern. Man sollte beginnen soziale Netzwerke beruflich zu nutzen und auszubauen und selbst wichtige Inhalte zu generieren oder weiterzuverbreiten.

Wie wird man zur Marke?

Wir fragen Google (und andere Suchmaschinen): Werde ich gefunden? Kann ich identifiziert werden? Sind die Fundstellen positiv? Entsprechen die Darstellungen einem? Sind sie authentisch? Es kann nicht aufgehen, wenn man ein „online“-Konzept für sich hat, aber sich „offline“ völlig anders verhält. Gerne zitiere ich dazu zwei wegweisenden Folien aus dem Vortrag von Sven Ruoss:

Eine Marke entstehtGrafik "Karriere sweet spot"

Was poste ich in „Sozialen Medien“?

Wie wir schon gesehen haben, sollte man authentisch bleiben, aber immer fokussiert auf das relevante Thema – den „Karriere sweet spot“. Bevor man an irgendeinem Ort im Internet etwas postet, sollte man sich daher folgende Gedanken gemacht haben: Ist das Posting relevant? Hat es für die Zielgruppe einen Informationswert? Wie gehe ich mit politischen Themen um? Welche Bilder sollte man von mir nicht sehen? Sind Bilder von Familie/Kindern sinnvoll? Habe ich die Rechte, den Inhalt/das Bild zu posten? Und: Poste nur, wenn du nüchtern bist…!

Welche Netze sollte man nutzen?

Es bestehen so viele Netzwerke, dass man leicht den Überblick verlieren kann. In der deutschsprachigen Welt sind die beiden Business-Networks Xing und LinkedIn etwa gleich stark, man sollte auf beiden vertreten sein. Weltweit ist LinkedIn mit Abstand das grösste relevante Netzwerk. Pflegt man aber auch noch Profile auf Facebook, Twitter oder auf Rekutierungsplattformen wie Slip, Yooture etc., kann man gerne mal den Überblick verlieren. Da eignet sich die Website about.me als Sammelbecken für alle Profile.

Was interessiert?

Das Posten von Inhalten ist das Eine. Herauszufinden, was interessiert, das Andere. Dazu sollte man verfolgen, wer Profile beachtet oder Dokumente herunterlädt. Das Monitoring kann auf tiefem Niveau geführt werden, einige Netzwerke haben diese Tools von Anfang gleich mit eingebaut, dazu könnte man noch Google Alert einrichten. Und ja, es ist sicher nicht ganz falsch, wenn man von Themen, die speziell interessiert haben, noch mehr postet, allenfalls in anderer Form (Blog, Tweets, PPT-Präsentationen, Bilder, Videos, Infografiken, Fachartikel, Studien, Podcasts…).

Wissen ist ein Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.

Ist man schon länger daran ein Personal Brandig aufzubauen, kann man auch bei klout.com oder einflussreich.ch nachsehen, ob man es schon auf die Liste geschafft hat.

Was sollte man nicht tun?

Markenaufbau ist ein langwieriges Unterfangen. Es ist daher nicht angesagt, sich andauernd neu zu erfinden, zu Übertreiben, keine Geduld zu haben oder allein darauf zu setzen, dass man mit irgendwas kurzfristige Bekanntheit erlangt hat.

Kontinuität, Authentizität und Ausdauer sind die Merkmale für ein gelungenes Personal Branding!

Nun sind wir also bereit, einen eigenen Farbtupfer in der Social-Media-Welt zu setzen!

farbstifte