Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management mit Marie-Christine Schindler berichtet Christian Zengaffinen:

Macht wird neu definiert oder revolutionäre Netze durch kollektive Bewegungen?

Prof. Dr. Peter Kruse brachte es in seinen Ausführungen im deutschen Bundestag auf den Punkt.

  1. Die Machtverschiebung vom Anbieter zum Nachfrager nimmt ständig zu
  2. Globale Vernetzungsdichte und Spontanaktivitäten werden hochgejagt
  3. Immer mehr kreisende Erregungen (z.B. Retweets) entstehen

Durch die oben erwähnten Aufzählungen entsteht eine unkontrollierbare Selbstaufschaukelung und die Systeme werden immer mächtiger. Vorhersagen, wo, was, wann passiert sind nicht mehr möglich.

Das Verhalten der Marktanbieter muss sich verändern und sie müssen nahe dran bleiben (z.B. durch Monitoring), damit typische Resonanzmuster erkennt werden können und um herauszufinden, wo die Aufschaukelungen stattfinden.

Social Location Mobile oder “SoLoMo is King”

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Neue technische Entwicklungen ermöglichen die Verschmelzung des Sozialen, des Lokalen und des Mobilen miteinander. SoLoMo bedeutet im Grunde nichts Anderes als das Denken und Handeln im Onlinebereich. Der Alltag der Menschen wird in der digitalen Welt abgebildet. Online- und Offlinewelt verschmelzen.

Beziehungsmanagement

Schlagkraft oder Multiplikatoreffekte im Social Web gewinnst Du über Menschen, die einen hohen Verbindungseffekt garantieren (= Konnektoren).

Der Buzz – was ist das? 

Der Bienenstall als eindrückliches Beispiel eines einzigen Kommens und Gehens mit Riesentatüt.

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Für uns soll das bedeuten, beim Grundrauschen dabei zu sein, die relevanten Themen herausfinden und für uns nutzen.

Ohne geschicktes Monitoring ist alles nichts

Monitoring ist essentiell. Es bedeutet, vorbereitet zu sein, wenn für uns als Unternehmen etwas Wichtiges passiert; rauszufinden, was unsere Zielgruppe interessiert und welche Themen aktuell sind.

Monitoring ist die moderne Form von Market Research und aus den Resultaten können wichtige Weichen für die Unternehmenskommunikation gestellt werden.

Als bestes Beispiel sei hier die ♯fragNestlé PR-Aktion erwähnt. Die scheinbar erhaltenen Twitter-Prügel hatten auch ihre positiven Seiten: „Nestlé hat hier eine Menge wertvollen Input für zukünftige Aktionen gewonnen“, erzählt Marie-Christine Schindler in ihren Ausführungen.

Medienarbeit von heute

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Damit Medienarbeit nicht am Ziel vorbeischiesst, muss der PR-Verantwortliche wissen, wie sich Medienleute heute informieren.

PR-Abteilungen sind heute „Newsrooms“

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Die zentralen Fragen

Worüber wird draussen gesprochen? Was bereiten wir auf? Für welche Plattformen? Auf welchen Plattformen verbreiten wir den Content?

Aber nicht alle klassischen etablierten Massnahmen über Bord werfen, sondern abwägen, was für Social Media auch funktionieren könnte.

Content is King! Schon soviel gehört – und wer will dem König schon widersprechen?

Am Anfang steht die Content-Strategie. Sich stets vor Augen halten, dass beim Schwein das Filet zwar das beste Stück ist, es aber noch viele andere köstliche Teile hat, die wir anbieten können.

  • Ressourcen schonen und Synergien nutzen
  • Leerläufe und Widersprüche vermeiden
  • Dramaturgie aufbauen
  • Reputation on- und offline pflegen
  • Kontextorientiert kommunizieren
  • Zielgruppe abholen, wo sie sich befindet
  • Goodwill schaffen, Fürsprecher gewinnen

Die Umsetzung einer erfolgreichen Content-Strategie steht und fällt mit der Zusammensetzung des Teams. Affine Leute eines Unternehmens ins Boot nehmen und intern permanent informieren, wo man steht.

Abschliessend

  • Den vormedialen Raum erkennen und lernen, sich darin zu bewegen
  • Themen beginnen meist klein. Wichtig ist, sie mit Monitoring früh zu erkennen und zu reagieren
  • Genau beobachten und Influencer erkennen
  • Social Media ist mehr als Facebook
  • Kommunikation konsequent integriert, crossmedial und vernetzt angehen
  • Eine Content-Strategie zu haben, ist das Minimum