Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership mit Studiengangleiter Patrick Comboeuf berichtet Peter Merz.

Ein emotionaler Patrick Comboeuf begrüsst uns zu seinem 20. und letzten Studiengang Digital Leadership. Keine Spur von Abnützung, sondern Vollgas ist angesagt.

Gleich zum Start sucht er einen Freiwilligen. Gut Schweizerisch meldet sich spontan niemand. Nach einer gefühlten Ewigkeit meldet sich jemand und bekommt von Patrick CHF 10 auf die Hand. Menschen die Mut zeigen, sollen belohnt werden, meint Patrick lapidar. Wir sind überrascht und irritiert.

Verlasse deine Komfortzone

Die zukünftigen Digital Leaders müssen ihre Komfortzone verlassen, müssen lernen ihre Ängste zu überwinden, offen sein für Neues und vor allem aktiv werden, damit sie was ändern können. Als Metapher zeigt Patrick das YouTube-Video «Bike Lanes» des bekannten YouTuber Casey Neitstat.

Jeder kann aus seiner Komfortzone ausbrechen. Wir stehen uns grundsätzlich selber im Weg. Es wird auch nie der richtige Moment kommen. Es braucht nicht immer der grosse Wurf. Die kleinen Schritte sind genauso wichtig. Warum nicht einfach mal eine Tramhaltestelle früher als gewohnt aussteigen oder die Zähne mit der anderen Hand putzen?

Die grössten Herausforderungen der digitalen Transformation bei Unternehmen

Gemäss der Studie «Digital Switzerland» des Institute for Digital Business der HWZ, die seit 2015 jährlich durchgeführt wird, sind die fehlenden finanziellen Mittel und das fehlende Fachwissen bei den Mitarbeitenden die beiden grössten Herausforderungen der digitalen Transformation.

Dies zeigt, so meint der Studiengangleiter, dass die Teilnehmenden des CAS Digital Leadership eine richtige Entscheidung getroffen haben.

Warum ist die digitale Transformation so wichtig?

Das Karusell des technologischen Fortschritts dreht sich immer wie schneller. Brauchte es noch 75 Jahre, bis das Telefon 50 Millionen Benutzer hatte, waren es bei Pokemon Go nur noch 35 Tage.

Nicht nur die Technologie ändert sich rasant, sondern auch die Bevölkerung. 2020 ist ein Wendepunkt in der aktiven Bevölkerung der Schweiz. Zum ersten Mal werden die Digital Natives, also Menschen die mit dem Internet und Smartphone aufgewachsen sind, die grösste aktive Bevölkerungsgruppe sein.

Die Entscheidungen der Strategien zur digitalen Transformation obliegt aber einer anderen Gruppe. Gemäss Schilling-Report 2019 ist das Durchschnittsalter der Geschäftsleitung der 100 grössten Arbeitgeber in der Schweiz 53 Jahre und dasjenige der Verwaltungsräte 59 Jahre. Es wurde die These in die Runde geworfen, dass es wohl schwierig sein wird, dass solche Boards mutige Digitalstrategien entwickeln können.

Ein weiterer wichtiger Game-Changer der digitalen Transformation ist die Plattform-Ökonomie. In den vergangenen Jahren haben die GAFAM- (Google, Amazon, Facebook, Apple, Microsoft) und BATX (Baidu, Alibaba, Tencent, Xiaomi)-Firmen die Märkte komplett verändert. Diese Firmen weisen eine fast doppelt so grosse Marktkapitalisierung auf als die Top 40 resp. Top 30 Unternehmen in Frankreich und Deutschland ZUSAMMEN.

Ein sehr beeindruckendes Beispiel, wie diese Player den Markt verändern, zeigt die Übernahme-Ankündigung von Amazon, dass Whole Foods gekauft werden soll. Am Tag nach der Ankündigung nahm der Wert von Amazon um US$ 11 Mrd. und der von Whole Foods um US$ 3 Mrd. zu. Bemerkenswerter war aber die Wertverminderung der grössten Konkurrenten von Whole Foods z.B. Walmart mit US$ 11 Mrd.

All diese Veränderungen bedürfen eine neue Denkhaltung wie Unternehmen zukünftig erfolgreich am Markt sein werden. Die Erfolgskonzepte der Vergangenheit werden in Frage gestellt.

Über den zweiten Teil des Unterrichtstages zum Thema Reflections on Leadership berichtet Gerta Peters in Ihrem Blog.